Donnerstag, 14. März 2019

Buchrezension "Immer noch wir"

Autorin: Elja Janus
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 3987
Kosten: 0,99€
Veröffentlichung: 19.03.2019

Inhalt:
Über fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass Lina und Joe ihre bepinselten Händchen gegeneinander drückten, um eine neue Farbe zu erschaffen - so einzigartig wie ihre Freundschaft. Als sie sich nun unerwartet auf einer Party wieder gegenüberstehen, wissen beide schnell: Dieses Mal ist es so viel mehr. Doch die Zeit hat Spuren hinterlassen, die eine Beziehung unmöglich zu machen scheinen ...

Meine Meinung:
Mir gefiel sofort die Aufteilung der Erzählung in die verschiedenen Sichtweisen von Carolina und Johannes. So bekommt man möglichst viele Informationen über die jeweiligen Figuren, was nicht nur die Vergangenheit betrifft, sondern auch die Gedankengänge und Handlungsabsichten. Schnell wird klar, dass Joe besagte Probleme hat, die eine Beziehung zwischen den beiden erschwert. Der Einblick in Joes Welt lässt so vieles schlüssig erscheinen.
Beide Figuren machen eine Entwicklung durch, wobei Joe eine stärkere durchlebt. Da muss ich leider sagen, dass das alles auf einmal passierte und ich etwas enttäuscht davon war, wie schnell davon erzählt wurde. Ich hätte erwartet, dass seine Entwicklung stetig voranschreitet, allerdings blieb sie in meinen Augen erst einmal konstant, ziemlich zum Schluss hin gab es einen großen, abrupten Schlenker nach oben und da blieb er dann ebenfalls recht konstant.
Dennoch hat mich die Story mitgerissen in eine gemeinsame Vergangenheit der zwei, die von bewegenden Erinnerungen geprägt ist, seien sie voller Glück oder voller Trauer. Diese ganze Bandbreite der Emotionen schwappte zu mir herüber und machte alles noch lebendiger. Zumal man automatisch an die eigene Kindergartenzeit erinnert wird.
Die Kontraste der Figuren sind auch sehr interessant gestaltet. Joe ist schon immer der ängstliche Typ gewesen, der nichts aufregendes wollte und sich immer auf die sichere Seite gesellte. Lina dagegen lebt im vollen Risiko, vor allem, was Gefühle angeht, frei nach dem Motto: Entweder ganz oder gar nicht. Beide beeinflussen sich im positiven Sinne. Lina schafft es jedes Mal, Joe ins Leben zu ziehen und ihn Dinge erleben zu lassen, die er sonst niemals geschafft hätte. Andersherum bringt Joe Lina dazu, ihren Traum in vollen Zügen zu leben und ihre Risikobereitschaft aufrecht zu erhalten.
Ganz interessant fand ich, wie ich ständig mitgerissen wurde. Wie nah ich den Figuren kam, dass ich einfach alles mitfühlen konnte. Sei es Resignation, Hoffnung, Trauer, Freude. Ich hätte schwören können, dass ich neben ihnen hergelaufen bin, selbst im Kindergarten.
Kurzum: Ich war von Anfang an gepackt von der Story und wollte nichts so sehr, als dass diese Beziehung wirklich funktioniert. Es blieb bis kurz vorm Schluss spannend, was passieren würde und wie es weiter geht, wodurch ich sowieso gezwungen wurde, weiterzulesen.

Mein Tipp:
Ich kann es einfach nur weiterempfehlen. Es steckt so viel mehr darin, als dass man es als eines dieser typisch kitschigen Liebesromane empfinden kann, die man ständig überall finden kann

Donnerstag, 7. Juni 2018

Buchrezension "P.S. Ich töte dich"

Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Conelly, Val McDermid u.a.
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Format: broschiert
Seite: 270
Kosten: 16,90€

13 Zehn-Minuten-Thriller

Zum Inhalt lässt sich demnach nicht viel sagen, weil eine Geschichte nur über ein paar Seiten gehen.
Also warum eine Rezension über ein Buch schreiben, zu dessen Inhalt man nicht einmal etwas sagen kann? Ganz einfach: weil die Kurzgeschichten so genial geschrieben wurden, dass ich darüber schreiben muss.

Ich fand es ein bisschen gemein, dass die Geschichte von Sebastian Fitzek direkt am Anfang steht, was dazu führt, dass man auch hohe Ansprüche an alle anderen stellt. Zumindest, wenn man ein kleiner Fan von ihm ist wie ich es bin. *grins*
Allerdings wird man keinesfalls enttäuscht. Jede Geschichte hat für sich etwas und jede einzelne macht Spaß, sie zu lesen. Auch das Vorwort war amüsant.
Einige Storys haben ein ziemlich überraschendes Ende, womit ich einfach gar nicht gerechnet hätte. Vor allem haben alle aber einen Kitzel, der einen weiterlesen lässt. Jeder schafft es auf seine eigene Art und Weise, einen zu fesseln und anzusprechen. Besonders gut fand ich manchmal, dass man auch als Leser angesprochen wurde, Perspektiven eines Mörders, überraschende Wendungen, alles dabei.
Ganz besonders interessant war, dass vor jedem Beginn der Geschichte die Handschrift des Autors abgebildet wurde, der die ersten paar Sätze niedergeschrieben hat. Ganz am Ende gibt es eine Zusammenfassung aller Autoren, eine kleine Bibliographie dazu und auch eine Analyse der Handschrift, was super interessant ist zu lesen, wie die Charakteristik der Menschen sein soll. Mich würde interessieren, ob das alles auch stimmt.
Auch wenn sich nicht viel dazu sagen lässt, finde ich doch, dass diese Sammlung es wert ist, genannt zu werden.

Samstag, 2. Juni 2018

Buchrezension "DREAM ON - Marionetten"

Autor: Nikolas Stoltz
Genre: Thriller
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 5600
Kosten: 2,99€

*Achtung, es könnten Spoiler zum ersten Teil auftreten, daher wird, wie auch in der Inhaltsangabe des Buches selbst, empfohlen, den ersten Band vorher zu lesen*
(Quelle: Feuerwerke-Verlag)

Inhalt:
Lena Delago erlebt ihre schwärzeste Stunde, als Senator Howard Jackson auf einer Wahlkampfveranstaltung vor ihren Augen erschossen wird. Warum hat sie nicht reagiert, obwohl sie für die Sicherheit des Senators verantwortlich war un sie den Attentäter beobachten konnte? Zusammen mit der Reporterin Christina Porter und dem Traumdesigner Nick Quentin nimmt sie die Spur des Killers auf und stößt dabei auf eine Verschwörung, die ihre Vorstellungskraft übersteigt.
Auch im finalen Teil 2 der DREAM ON-Reihe sehen sich der Computerspezialist Nick Quentin und die Polizistin Lena Delago wieder einer scheinbar ungreifbaren Großmacht gegenüber, die die Welt, wie sie heute ist, in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, es wird jedoch empfohlen, mit Band 1 "DREAM ON - Tödliche Träume" zu beginnen.


Meine Meinung:
Erstmal zur Inhaltsangabe des Buches selbst: Ja, beide Teile können unabhängig voneinander gelesen werden, was von meiner Seite schon mal einen fetten Pluspunkt darstellt. Aber natürlich ist es von Vorteil, den ersten schon gelesen zu haben, aus dem ganz einfachen Grund, damit man auch die ganzen Hintergründe versteht. Die Beziehungen untereinander, die Handlungsweisen der Personen etc. Allerdings werden Informationen, die aus Band 1 angerissen und für den Verlauf wichtig werden, auch erklärt und ausgeführt, sodass man die Szenen recht gut vor Augen hat, auch ohne Hintergrundwissen.
Auch am Ende erhält man eine Zusammenfassung der Geschehnisse, wodurch die ganzen Verstrickungen noch einmal beleuchtet werden und man es besser verstehen kann.
Ich bin generell sehr begeistert. Ich war gespannt, schockiert, mitgerissen, irritiert - rundum alles, was man sich von einem Thriller erhofft. Mittlerweile halte ich mehr Abstand zu Büchern, in denen es darum geht, dass ein Ermittler oder sonst wer dabei ist, einen Fall zu lösen, weil es oftmals die gleiche Struktur hat. Hier ist es nicht der Fall. Man kommt nicht an einen Tatort, findet Beweise und schwupps, hat man irgendwann den Verdächtigen ertappt und alle sind glücklich. Es bleibt bis kurz vor dem Schluss spannend und ich hätte nicht mit dem Ende gerechnet. Aber dazu später mehr.
Ich finde es sehr schön, wie die Geschichte sich dieses Mal gedreht hat: Lena ist die Hauptverdächtige, während Nick zwar ebenfalls in Bredouille gerät, allerdings nicht so sehr wie im ersten Teil. Da war es genau umgekehrt. Vor allem, dass aus Nicks und Lenas Perspektive erzählt wurde, hat alles viel interessanter gemacht. Gerade bei der Informationsbeschaffung hatten beide unterschiedliche Quellen und somit musste sich alles zusammenfügen. Ich war immer wieder gespannt, wie sie das hinbekommen würden, weil immer irgendwas passierte, was nicht geplant war.
Es gibt viel zum nachdenken, wie die einzelnen Verstrickungen wohl sein würden. Was sich zum Schluss als riesige Informationsexplosion herausstellt.
Die Protagonisten haben wieder all ihren Grips gezeigt und mich sehr oft zum Staunen gebracht. Tom wurde auf Dauer irgendwie nervig, deshalb war ich schon froh, dass er nicht eine allzu große Rolle gespielt hat. Carlotta hat mich mit ihrer schrulligen Art ein wenig um den Finger gewickelt, ich finde sie total super. Vor allem ihre Emotionsgeladenheit war immer wieder interessant, mitzuerleben. Sie hat mich ebenfalls ab und an zum staunen gebracht.
*Achtung, möglicher Spoiler für den 2. Teil*
Ganz besonders spannend fand ich die Rückführung in Nicks Vergangenheit, um den Tod seiner Schwester endlich aufzuklären. Was genau passiert ist, woher seine Klaustrophobie kommt, wie man sich seinen eigenen Dämonen stellen kann und muss. Die Passage fand ich auch ein wenig gruselig, weil es für mich manchmal nichts erschreckenderes gibt, als sich den eigenen Ängsten und Dämonen zu stellen und zu versuchen, das zu überwinden.
*möglicher Spoiler Ende*
Ich finde es außerdem sehr spannend, dass man merkt, wie sehr ein solches Programm, das Zugriff auf das Unterbewusstsein des Menschen hat, die Welt verändern und vor allem auch missbraucht werden kann, um Ziele zu erreichen, die sonst schwerer zu ermöglichen wären. Was aber auch gleichzeitig sehr gruselig ist, weil damit eben so etwas möglich wird wie in dem Buch beschrieben, bzw. auch schon das, was im ersten Band aufgegriffen wird, dass man Menschen durch Manipulation des Systems und des Programms durch Ängste töten kann.
Das Ende war wirklich anders als erwartet. Da stellen sich Sachen heraus, mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte und erst dachte, das wäre eine Finte. Nur hat sich Nicks Bauchgefühl eben wieder bestätigt. Es war alles sehr überraschend.


Meine Meinung:
Ich finde, es lohnt sich definitiv, das Buch zu lesen. Am Ende gibt es auch noch einmal einen Ausblick auf die Auswirkungen des Systems in Form eines fiktiven Zeitungsartikels, was ich besonders schön fand.
Die Charaktere überzeugen aber sehr, sie wirken wie aus dem Leben geschnitten und sind in allen möglichen Facetten anzutreffen. Die Story an sich baut von Anfang an Spannung auf und lässt sie bis auf die letzte Minute auch aufrecht.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Buchrezension "Waldviertelmorde"

Autorin: Maria Publig
Genre: Kriminalroman
Verlag: Gmeiner
Format: Taschenbuch
Seiten: 310
Kosten: 14€

Inhalt:
Mörderische Ruhe
Walli Winzer hat die Nase voll: von den Männern, den immer länger werdenden Aufenthalten im Kosmetikstudio und von den Shoppingtouren in den Designershops der Wiener City. Als ein drohendes Burnout seine Schatten vorauswirft, weiß die erfolgreiche Inhaberin einer PR-Agentur eines ganz genau: Sie braucht Ruhe!
Ein altes Haus im Waldviertel nahe Wien soll ihre künftige Oase sein. Doch schon erweist sich diese als intrigendurchsetzte, mörderische Fallgrube.

Meine Meinung:
Puh. Ich habe mich richtig schwer getan, das Buch zu lesen.
Das größte Problem an allem war die Protagonistin Walli Winzer. Sie war mir super unsympathisch. Schnell wurde mir klar, dass sie sehr viel von sich selbst hält, mehr vielleicht auch, als für sie gut wäre. Direkt zu Anfang wird erzählt, dass sie kein Typ für eine Heirat ist, was an sich auch überhaupt nicht schlimm ist. Aber sie hat ihren Freund geheiratet als Kompromiss dazu, dass er das unbedingt wollte und auch Kinder haben wollte, wofür sie ebenfalls nicht der Typ ist. Im Prinzip auch kein Problem, dass sie keine Kinder will. Aber man heiratet niemanden als Kompromiss. Wenn man es nicht will, will man es nicht. Punkt. Ihr Mann wurde ihr dann zu anhänglich und sie hat sich anderweitig vergnügt, wenn sie bei der Arbeit jemand interessantes kennengelernt hat. Wäre auch völlig okay, wäre sie nicht verheiratet gewesen! Ich hatte die ganze Zeit Probleme zu lesen, weil ich sie absolut nicht leiden konnte. Diese Punkte wurden direkt zu Anfang genannt, wie gesagt.
Sie ist aber auch sehr schnell reizbar, obwohl es super unnötig wäre. Selbst bei einem Versehen eines anderen, in das sie involviert ist, würde sie gerne total ausrasten, reißt sich aber gerade noch am Riemen. Ich finde das einen super unsympathischen Charakterzug.
So viel zur Protagonistin.
Was mich außerdem gestört hat, war, dass sie viel zu oft mit ihrem Nachnamen genannt wurde. Man kennt den Nachnamen von Anfang an, da muss er nicht ständig in der Erzählung erwähnt werden. Auch dass die weibliche Pluralform immer wieder mit auftaucht ("MitarbeiterInnen") stört zumindest mich in dem Sinne, dass ich finde, dass ein allgemeiner Plural reichen sollte bzw. wenn man es dazu nehmen möchte, weil es möglicherweise andere stört, dass es nicht auftaucht, dann doch bitte mit einem "und" voneinander getrennt ("Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen").
(Quelle: Gmeiner Verlag)
Verwirrend finde ich allerdings auch, dass an einigen Stellen eher jugendlichere Ausdrücke verwendet wurden wie "so what" etc., allerdings an anderen Stellen ältere Ausdrücke benutzt wurden. Genauso verwirrend wie die Tatsache, dass in den Dialogen einmal der Dialekt benutzt wird (was nicht schlimm ist), aber im gleichen Satz wieder aufhört. Ich habe keine Ahnung, wie das mit so einer Mundart ist, ich selbst spreche keinen Dialekt. Deshalb stellt sich mir die Frage: Wechselt man mitten im Satz von Dialekt auf Hochdeutsch oder andersherum? Mich jedenfalls hat es irritiert. Ich kann verstehen, dass man sich in Rage redet, aber das war in diesen Situationen, die ich meine, nicht der Fall.
Generell war es nicht gerade spannend. Das meiste ging nicht darum, dass jemand ermordet wird und alles auf Hochtouren läuft deswegen. Es kam mehr so rüber, als würde es vor allem Walli überhaupt nichts ausmachen, dass da solche Grausamkeiten passieren. Sie zieht einfach in Ruhe ihr Ding durch. Erst zum Ende hin bewegte sich dann was, allerdings auch nicht so super viel. Die große Auflösung gab es zwar am Ende, aber in so einer typischen Form, dass es wieder langweilig war. Das einzig spannende waren bloß die Liebesgeschichten. Ich habe nie irgendeine Anspannung gefühlt, dass jemand in irgendeiner Gefahr war oder sonst was.
Wenn man sich vorstellt, dass jemand das Buch vorlesen würde, dann bitte mit einer monoton gelangweilten Stimme.

Mein Tipp:
Ich würde es nicht noch einmal lesen. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, mehr Spannung vor allem, aber die blieb total flach. Schade finde ich vor allem, dass es das erste Buch ist, was ich durchweg als negativ in Erinnerung behalten werde. Gerade, dass ich die Protagonistin nicht leiden konnte, war nicht gerade hilfreich.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Buchrezension "Das Jesus-Experiment"

Autor: Bernd Roßbach
Genre: Thriller
Verlag: Feuerwerke Verlag
Format: eBook
Pos.: 7310
Kosten: 0,99€

Inhalt:
Der Hirnforscher Tom Jennings ist auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt. Ein von ihm erfundenes Verfahren macht vererbte Erinnerungen sichtbar und stellt so die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf. Als Jennings im Zuge seiner Forschungen auf die Autistin Giulia trifft, verändert dies alles. Denn sie ist die direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus, der IHN mit eigenen Augen gesehen hat. Nach Jahrtausenden wird die Welt somit erstmals Bilder von Jesus Christus zu sehen bekommen. Als dadurch jedoch Zweifel an der Auferstehung des Messias wach werden, wendet sich die älteste Macht der Welt gegen Jennings, und eine Treibjagd durch Rom, Verona und die Katakomben von Paris beginnt.

Die Wahrheit über einen Mann aus Nazareth vor 2.000 Jahren.

Meine Meinung:
Der Prolog versprach schon eine ziemlich gruselige Stimmung, die auch eingehalten wurde. An einigen Stellen fand ich es echt schaurig und ich hatte regelmäßig Gänsehaut, wenn etwas passiert ist oder Fortschritte im Jesus-Fall zu erkennen waren. Leider muss ich aber sagen, dass die Spannung nicht ganz in mir aufkeimte. An den Stellen, die vielversprechend waren, wurde oft zu viel erklärt und beschrieben, was mir den Moment kaputt gemacht hat. Aber interessant und grausig blieben diese Stellen doch.
(Bildquelle: Feuerwerke Verlag)
Tom Jennings kam mir eingangs arrogant vor und wirkte unsympathisch. Das änderte sich zwar sehr schnell, trotzdem konnte ich nicht ganz mit ihm warm werden, weil er mir teilweise einfach zu emotionslos und passiv war. Er kam mir nicht vor, als nehmen ihn Ereignisse auf irgendeine Art und Weise mit, sondern sie passieren und er akzeptiert das einfach. Wenn Handlung erforderlich gewesen wäre, sagte er anderen Personen, dass sie doch etwas unternehmen sollten, statt sich um die eigenen Gelegenheiten zu kümmern. Diese Passivität hat sich aber immerhin noch gewandelt und er hat am Ende Initiativen ergriffen, wenn es notwendig war. Ein bisschen nervig fand ich dabei, dass er die Schuld den anderen in die Schuhe geschoben hat, statt sich selbst dessen bewusst zu werden, was er falsch gemacht haben könnte. Aber das hat sich wenigstens auch gelegt.
Lancette ist ein geldgieriges (entschuldigt) Arschloch, wie man sich typische Geschäftsmänner vorstellt. Ich kenne zwar keinen von solchen Typen, aber ich finde ihn schon irgendwie sehr realitätsnah gestaltet. Obwohl ich den Kerl nicht leiden kann, habe ich mich doch leider immer öfter gefragt, wann er denn nochmal auftaucht und was er wohl gerade macht etc.
Mit fortschreitender Story wird auch öfter die Perspektive gewechselt, man erfährt also auch etwas von Ermittlungen oder den Gegnern Jennings und bemerkt dadurch, welche Tragweite die neue Technologie hat, die Jennings entworfen hat. Dessen ist er sich oftmals selbst nicht bewusst.
Allgemein finde ich die aufgegriffenen Themen und die Beschreibungen dessen sehr interessant. Vor allem die Quellenverweise zeugen davon, dass Bernd Roßbach sich lange mit der Materie beschäftigt hat und nicht alles nur reine Fiktion ist, wie er auch in seinem Nachwort erklärt.
Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass eine solche Technologie nicht mehr lange auf sich warten lässt. Allerdings treten damit auch Bedenken auf, die ebenfalls nicht nur im Buch selbst aufgegriffen werden, sondern auch vom Autor am Ende. Wenn es wirklich möglich wäre, Erinnerungen auszutauschen, dann bin ich der gleichen Meinung, dass Individuen nicht mehr existieren, denn Erinnerungen formen nun mal einen Menschen. Vor allem aber würden sich das die falschen Leute zunutze machen. Somit könnte die Erinnerung an die Geschichte ausgetauscht werden, wodurch aber nur mehr die Gefahr besteht, dass sie sich wiederholt. Außerdem würden wir viel zu leicht kontrolliert werden können und die Privatsphäre wäre ebenfalls dahin, wie auch Nikolas Stoltz in "Dream On" aufgegriffen hat.
Wie die Kirche im "Jesus-Experiment" reagiert, so könnte ich mir das ebenfalls vorstellen. Natürlich gehört das zum Hauptstrang, deshalb werde ich darüber nicht mehr verraten.
Das Ende fand ich dann doch wirklich emotional, ganz besonders die große Auflösung ließ mir eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut huschen. Sehr interessant waren die Schlussfolgerungen, die eine Ermittlerin hervorbrachte, auf die ich beim besten Willen nicht gekommen wäre. Glaube ich zumindest, da mir das auf den ersten Blick alles ziemlich verworren vorkam. Je länger man das sacken lässt, desto plausibler erscheint es einem.

Mein Tipp:
Ich finde es wirklich interessant, wie kontrovers über Jesus diskutiert wird. Es herrscht nicht nur eine einzige Meinung, die die Wahrheit sein soll (so wie die Kirche drauf besteht, dass alles, was sie sagt, die einzig wahre Wahrheit wäre), es gibt einige Spekulationen, die meiner Meinung nach auch plausibel sein können.
Wie die Themen aufgegriffen wurden finde ich echt super und gerade die Recherchearbeit zuvor ist wirklich bemerkenswert.
Auch wenn mir die Spannung gefehlt hat und ich mit dem Protagonisten nicht warm wurde, gab es dennoch andere Figuren, die ich toll fand und die Neugier treibt einen wirklich voran. Ich kann den Thriller nur empfehlen, zumal es nicht ausschließlich nur von Jesus handelt und so religiös ist, wie man es vermuten würde. Allerdings sollte man sich trotzdem dafür interessieren und nicht zu engstirnig sein, wenn es um die Religion und Jesus geht.
Also:
Wirklich empfehlenswert.

Montag, 13. November 2017

Buchrezension "Ich bin der Zorn"

(Bildquelle: Bastei Lübbe)
Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 495
Kosten: 10,90€

Inhalt:
Mein Zorn ist gewaltig. Er bringt den Tod. Auch dir.
In einer Strafanstalt in Arizona ereignet sich ein blutiger Amoklauf. Scheinbar wahllos erschießt ein Gefängniswärter mehrere Menschen. Zu seinem Motiv schweigt er . Das ruft Bundesermittler Marcus Williams auf den Plan. Rasch findet er heraus, dass der Wärter von einem psychopathischen Killer erpresst wurde, der sich selbst Judas nennt. Um die Identität des Judas-Killer aufzudecken, tut Marcus sich erneut mit seinem Bruder Francis Ackerman jr. zusammen, dem berüchtigsten Serienkiller der Gegenwart: Marcus ermittelt außerhalb der Gefängnismauern, Ackerman jr. undercover unter den Häftlingen. Was beide nicht ahnen: Der Judas-Killer verfolgt weitaus größere Ziele als nur ein paar Morde...


Dies ist der vierte Teil der Reihe. Es wird empfohlen, die vorangegangenen gelesen zu haben. Falls nicht, beinhaltet der folgende Text Spoiler zu den ersten Teilen.

Meine Meinung:
Ich wurde mal wieder einfach nur umgehauen. Ich dachte erst, dass "Ich bin der Schmerz" quasi eine Art Höhepunkt darstellen würde, weil es dort schließlich um die ganzen Familienangelegenheiten ging und Marcus mittlerweile nachvollziehen kann, wie sein Bruder zu dem wurde, der er geworden ist, weil es ihm am eigenen Leib widerfahren war. Das schöne ist einfach, dass es gar keinen Höhepunkt geben muss. Es ist die Zeit nach der Krise und wie das Leben mit einem Serienkiller als Bruder und einer verkorksten Beziehung zur Freundin und zum eigenen Sohn funktionieren könnte. Und das ist mindestens genauso spannend.
Ich fand es richtig gut, dass es am Ende mancher Kapitel einen Tagebucheintrag des Killers gab, in dem seine eigene Geschichte erzählt wurde. Warum er der ist, der er nun mal ist. Das kam zu dem bereits gewohnten Perspektivenwechsel dazu, den ich immer noch sehr interessant finde und der es um einiges lesenswerter macht.
Außerdem war es spannend zu sehen, wie Marcus damit zurecht kommt, dass er von seinem Vater gefoltert wurde und sich plötzlich wieder um Familie kümmern muss. Dass er einen Sohn hat, von dem er vor nicht allzu langer Zeit noch nichts wusste, zumal dieser ebenfalls von Francis Ackerman sr. beeinflusst wurde. Er muss also irgendwie versuchen, sein eigenes Trauma zu verarbeiten, mit seinem Killer-Bruder klar zu kommen, seinen Sohn auf die richtige Spur zu bringen und auch noch eine Beziehung zu Maggie aufrecht zu erhalten. Alles absolut nicht so einfach, was sich bei ihm bemerkbar macht.
Ich habe mit der Zeit Marcus und Ackerman jr. so sehr ins Herz geschlossen, dass die beiden sogar für mich unzertrennlich wurden und auch einfach dazu gehören. Man merkt zwar immer wieder, dass Ackerman etwas speziell ist, aber er ist trotzdem irgendwie liebenswert und auch ich gebe ihm eine zweite Chance, seine Fähigkeiten weiterhin für das Richtige zu verwenden. Durch ihn sind nun mal andere Ermittlungsmethoden möglich, die einen furchtbar weit bringen können.
Dieses mal war ich wohl manchmal etwas irritiert, weil ich die Zusammenhänge dann nicht ganz verstanden hatte, aber das gab sich später wieder, als alles aufgeklärt wurde.
Wie auch im vorherigen Teil erkannte man hier wieder einmal, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen. Vor allem aber, dass man nicht in den Kopf eines Menschen gucken kann, was umso erschreckender ist. Jemand gibt vor, ein toller Mensch zu sein und man kauft ihm das sogar ab, aber im Endeffekt könnte er trotzdem ein  Mörder sein.
Ich finde es faszinierend, wie sich der Autor jedes mal eine neue Art und Weise ausdenkt, wie die Mörder handeln. Es wird einfach nicht langweilig und die Möglichkeiten sind schier endlos. Aber erst einmal auf solche Ideen zu kommen finde ich schon schwierig genug.
Aber auch der Handlungsort war dieses mal sehr interessant gewählt. Ein Gefängnis, ausgestattet mit sehr viel Technologie und äußerst geringem Personal im Vergleich zu anderen. Was nicht für jeden einen Fortschritt bedeuten würde. Ich finde, dass man sehr deutlich erkennen kann, wie die Technologie zwar für einen guten Zweck verwendet werden kann, aber auch andersherum Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden. Und dass sie aus Fehlern bestehen kann, da Menschen sie konstruieren und diese sehr weit weg von Perfektion sind.
Die Beschreibungen der Orte, nicht nur des Gefängnisses, sind wieder einmal sehr gut gelungen. Ich wurde erneut an Orte geführt, die den kranken Plänen eines Mörders dienen sollten und fühlte mich ins Geschehen verfrachtet, direkt an die Seite der jeweiligen Personen, um die es in den Abschnitten ging. Sie wurden lebendig und ich war ein stiller Beobachter der Szenerie.

Mein Tipp:
Der Autor bleibt seinem Schreibstil weiterhin treu, wodurch es gut lesbar ist und man sich neben den Figuren stehen sieht, jedoch immer einen Einblick in ihr Inneres bekommt. Es ist und bleibt spannend und interessant und man fiebert wirklich mit, immer mit dem Gedanken daran, wer denn jetzt der Gesuchte sein könnte. Ich finde dieses Buch lesenswert und den Autoren einfach genial.
Es wird nächstes Jahr ein neues Buch erscheinen mit dem Titel "Ich bin der Hass". Ich freue mich jetzt schon darauf!

Montag, 6. November 2017

Buchrezension "Ich bin der Schmerz"

Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 430
Kosten: 10,99€

Inhalt:
Ich bin ein Zerstörer. Ich fühle mich nur lebendig, wenn ich anderen Schmerz zufüge. Großen Schmerz.
Die Medien nennen ihn den "Anstifter", und das Spiel, das er spielt, ist besonders perfide: Zuerst entführt er die Familie eines völlig unbescholtenen Mannes, bevor er diesem befiehlt, einen anderen unbescholtenen Mann zu töten. Weigert sich der Erpresste, werden seine Lieben ermordet. Nur der ehemalige Polizist Marcus Williams kann den Killer zur Strecke bringen. Auf der Jagd erhält Marcus Hilfe von seinem Bruder, den Serienkiller Francis Ackerman junior. Denn dieser weiß, wer hinter dem Anstifter steckt: sein Vater. Der, der ihn zu dem gemacht hat, was er ist: dem absolut Bösen...


Hier empfiehlt sich tatsächlich, die ersten beiden Teile zu lesen, da man meiner Meinung nach sonst zu viel verpassen würde. Ich gehe deshalb davon aus, dass sie schon gelesen wurden. Falls nicht, sollte man sich überlegen, weiterzulesen, weil sonst gespoilert wird.

Meine Meinung:
Ich wurde einfach mal wieder total gefesselt und überrascht. Vor allem der Einstieg in das Buch ging schnell und unerwartet.
Es herrscht hier ein gewaltiger Unterschied zu den vorherigen Fällen vor: Wie schon der Inhalt zeigt, kennt man bereits den Täter. Und nur Marcus' Bruder kann ihm hier helfen, da er die "Handschrift" des Killers kennt. Durch seine jahrelangen Erfahrungen als Versuchskaninchen weiß er nur zu gut, wie ihr gemeinsamer Vater tickt. Dennoch ist es nicht so leicht, ihn zu fangen. Irgendwoher hat Ackerman junior schließlich seinen Perfektionismus bezüglich der Tarnung und des Beseitigens von Beweisen. Und gerade dieses Katz und Maus Spiel macht es furchtbar interessant. Vor allem ist es mal wieder faszinierend, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen.
Ich fand es wohl ziemlich erschreckend, wie schnell sich Marcus daran gewöhnt hat, dass Ackerman junior sein Bruder und senior sein Vater sind. Er nennt sie auch schon so. Ich persönlich würde es schwer finden, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass mein Bruder und mein Vater eigentlich totale Irre sind, die sich am eigenen Schmerz und an dem von anderen laben. Die Menschen beinahe schon aus Leidenschaft umbringen. Wobei ich auch sagen muss, dass Marcus ebenfalls nicht ganz so begeistert davon ist, zumal sich manchmal die Zusammenarbeit mit Ackerman junior als etwas schwierig erweist.
Dennoch bin ich wieder einmal furchtbar froh darum, dass Junior wieder dabei ist. Erneut zeigt er seine sympathischen und auch irgendwie witzigen Züge, die mich, wie auch vorher schon, total zum schmunzeln gebracht haben. Vor allem ist es sehr interessant zu sehen, wie ein Killer versucht, für die Guten zu arbeiten. Dadurch hat man ganz andere Einblicke in die Fälle und Möglichkeiten, die andere Seite besser zu verstehen oder zumindest die Schritte nachzuvollziehen.
(Bildquelle: Bastei Lübbe)
In gewohnter Weise wird die Spannung aufgebaut und die Neugier angeregt. Ebenfalls sind die Kapitel wieder relativ kurz gehalten mit dem Effekt "das lese ich jetzt aber noch schnell", vor allem, weil auch hier am Ende eines jeden Kapitels Spannung und Neugier erzeugt wird. Diese Methode wird aber auch nicht langweilig. Sie erfüllt immer wieder ihren Zweck.
Es gab viele Stellen, die mich sehr überrascht haben, weil ich damit absolut nicht gerechnet hatte. Umso mehr wollte ich erfahren und weiterlesen. Zumal man auch immer mal wieder mehr Informationen über die Geschichte von den Ackermans erfährt, die Antworten auf einige Fragen enthält. Am schlimmsten ist die hautnahe Erfahrung der Grausamkeit Seniors, die einen selbst sogar fast zur Verzweiflung bringt.
Das Ende ist bis zum letzten Punkt einfach nur spannend und vor allem rechnet man einfach überhaupt nicht mit dem, was dort passiert. Es hat alles ein bisschen abgerundet und in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Mein Tipp:
Ich kann nicht mehr dazu sagen, weil ich nicht mehr sagen kann als: unbedingt lesen. Spannung, Neugier, Überraschung und Verzweiflung haben die perfekte Mischung. Ich habe dieses Buch verschlungen, es war sehr interessant und der Autor trifft mit seinem Schreibstil direkt ins Schwarze. Bei Büchern mit Mördern und Ermittlern bin ich mittlerweile vorsichtig, weil sich zunächst alles gleich anhört. Hier jedoch absolut gar nicht, es ist anders als diese typischen Kriminalfälle, was es umso lesenswerter macht.

Montag, 30. Oktober 2017

Buchrezension "Ich bin die Angst"

Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 556
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Ich wurde ohne Seele geboren. Deshalb werde ich deine rauben. Es wird wehtun.
Der "Anarchist", ein mysteriöser Killer, verbreitet in Chicago Angst und Schrecken. Er trinkt das Blut seiner Opfer, bevor er sie anzündet. Schlimmer noch: Er zwingt sie, ihm dabei unentwegt in die Augen zu schauen. Denn sie sollen sein wahres Gesicht sehen. Nicht das Gesicht des liebevollen Ehemannes und Vaters, das er seit Jahren für seine Familie aufsetzt, sondern das Gesicht des absolut Bösen. Um den Anarchisten zur Strecke zu bringen, muss Marcus Williams von der Shepherd Organization sich ausgerechnet an seinen Todfeind wenden: Francis Ackerman junior, den berüchtigsten Serienkiller der Gegenwart.

Meine Meinung:
An sich fand ich den Nachfolger von "Ich bin die Nacht" wirklich gut. Es wurde sich teilweise auf den ersten Teil bezogen, aber nicht zu sehr, sodass man auch den zweiten Teil gut einzeln lesen könnte.
An manchen Stellen fand ich es irgendwie schade, dass sie spannend hätten werden können, aber es nicht wurden, weil viel zu viel drumherum erzählt wurde und dadurch die Spannung abgeklungen war. Allerdings war es nicht immer so, denn vor allem am Ende eines jeden Kapitels schafft es Ethan Cross, mich nochmal zu fesseln und mit den letzten Sätzen die Neugier anzustacheln, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Vor allem die kurzen Kapitel lassen einen denken, dass man das ja noch schnell lesen könne. Dann wechselt auch noch die Figur und schon hat man viel mehr gelesen, als man wollte, weil man eigentlich noch andere Dinge machen müsste.
Ein Spannungsaufbau fand trotzdem statt, vor allem spürt man auch, wie angespannt die Figuren werden. Das übertrug sich auch auf mich.
(Bildquelle: Bastei Lübbe)
Ich finde aber auch vor allem die Art und Weise super gelungen, dass man aus wirklich jeder Perspektive etwas mitbekommt, sogar vom Mörder selbst. Dadurch hat man einfach viel schneller einen Einblick in die Beweg- und Hintergründe einer jeden Figur. Und die ganzen Beziehungen untereinander werden durchsichtiger. Vor allem finde ich die Perspektive des Killers am interessantesten, weil es spannend ist zu erfahren, wie er sich selbst und alle anderen wahrnimmt. Man kann dann erkennen, dass er neben seiner boshaften Art auch anders sein kann.
Ich fand es wohl immer wieder überraschend, was alles so ans Tageslicht gekommen ist, womit ich einfach niemals gerechnet hätte. Vor allem die Genialität hinter manchen Köpfen war genauso überraschend. Egal, ob gutes oder böses Genie.
Ich fand auch super, dass immer wieder das Datum zu sehen war, damit man auch ein Gefühl dafür bekommt, wie lange die Ermittlungen überhaupt dauern. Es passiert einfach so viel an einem Tag, dass wenn das nicht da stehen würde, man denken könnte, es wäre viel mehr Zeit vergangen.
Marcus hat sich meiner Meinung nach wohl sehr starkt verändert. Wenn ich den ersten Teil nicht gelesen hätte, hätte ich nicht gedacht, dass er wirklich schon eine Familie hatte. Vor allem aber finde ich am besten, dass Ackerman nicht verschwunden ist. Auch wenn er komisch ist und seine Aktionen fragwürdig, mag ich ihn einfach total. Er hat sympathische Züge an sich und ich musste oft genug schon über ihn schmunzeln, weil manche Bemerkungen einfach zu lustig sind.

Mein Tipp:
Die Handlung ist interessant, die Figuren sind wieder schön gestaltet und vor allem toll ist, dass Marcus und Ackerman zusammen sich quasi wie ein roter Faden durch beide Bücher ziehen. Der Perspektivwechsel macht alles ziemlich interessant und außerdem wird es aufbauend immer spannender, was einer der Gründe ist, weiterlesen zu wollen. Und das Ende ist überraschender als alles andere und man will unbedingt wissen, ob die aufkommenden Fragen auch gelöst werden können. Einfach nur JA!

Freitag, 27. Oktober 2017

Buchrezension "DREAM ON - Tödliche Täume"

(Quelle: Feuerwerke Verlag)
Autor: Nikolas Stoltz
Genre: Thriller
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 7093
Kosten: 2,99€

Inhalt:
Träumen per Knopfdruck! Die US-Firma DREAM ON hat eine vernetzte, virtuelle Traumwelt entwickelt, die sich absolut lebensecht anfühlt. Doch über das Unternehmen legt sich ein dunkler Schatten. Die Träumenden werden von ihren schlimmsten Ängsten heimgesucht und grausam gefoltert. Der Traumdesigner Nick Quentin vermutet ein Virus im System und folgt der Spur durch die künstliche Welt. Doch damit gerät er selbst ins Visier eines skrupellosen Gegners, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Eine gnadenlose Treibjagd zwischen Traum und Realität beginnt...

Nick Quentin erlangt bei DREAM ON eine Arbeitsstelle als Traumdesigner. Kaum zu glauben, aber wahr: diese Firma ist in der Lage, Menschen bewusst träumen zu lassen. Man kann selbst handeln und ist kein Opfer seines Unterbewusstseins.
Die Markteinführung und der große Erfolg stehen kurz vor der Tür, denn wer würde bei so einer Möglichkeit schon Nein sagen? Jedoch verursacht etwas oder jemand enorme Probleme und gefährdet damit den geplanten Start. Nick gerät zwischen die Fronten und versucht, in den zwei Welten nach Hinweisen zu suchen, die den Fall aufklären können. Und setzt damit sein Leben aufs Spiel.

Meine Meinung:
Ein bisschen hatte mich das an den Film Inception erinnert, aber auch nicht allzu sehr. Bzw. war es auch gar nicht so schlimm. Ansonsten war die Grundidee des Buches für mich neu, was ich sehr begrüßt habe. Auch das Lösen des Falls war eine schöne Alternative zu den normalen Ermittlern, die man einfach in jedem zweiten Buch vorfindet.
Ich konnte mir auch wirklich gut vorstellen, wie die Firma aufgebaut ist. Sie bildet vor allem einen großen Kontrast zu dem Standort, wo sie aufgebaut wurde, was ich sehr interessant finde. Manchmal gab es aber Beschreibungen, mit denen ich nicht ganz so viel anfangen konnte. Wobei ich nicht weiß, ob es an der Beschreibung an sich lag oder daran, dass ich mir das generell nur schwer vorstellen konnte, weil es futuristisch war.
Der Spannungsaufbau war da, aber nicht in den kritischen Situationen an sich, sondern indirekt durch das Voranschreiten der Geschehnisse und das Zuspitzen der Ereignisse. Es wurden immer mehr Fragen aufgeworfen und beinahe wie eine Explosion am Ende freigesetzt, die mich aber unendlich erleichtert hat. Jedoch blieben auch einige noch offen, die hoffentlich dann im zweiten Teil aufgedeckt werden, wenn es den geben soll. Es waren für mich auch eindeutig zu wichtige Dinge, die ich jetzt unbedingt noch wissen will.
Anfangs war es etwas schwer, der Figurenkonstellation zu folgen. Wer welche Stellung in der Firma hat und und und. Aber nach einiger Zeit hat sich das auch gelegt und ich konnte der Handlung ganz normal folgen, ohne immer rekapitulieren zu müssen, wer nochmal diese besagte Person war.
Ebenfalls schwierig fand ich teilweise die Verknüpfungen in dem Fall, weil doch alles sehr vernetzt war. Aber auch das legte sich. Nur konnte ich manchmal nicht nachvollziehen, wie man ausgerechnet auf die eine Person kam. Zwar wurde das auch alles erklärt, aber im ersten Moment war ich dann doch etwas überrascht. Doch sowas gehört natürlich auch dazu und außerdem wurden die eigenen Gehirnzellen angestrengt, um zum Beispiel der Komplexität des Virus folgen zu können.
Die Handlungen und Züge der Figuren waren für mich sehr nah am realen Leben, sowas wie Korruption, Geldgier, unbegründeter Hass und noch vieles mehr. Das hat alles sehr anschaulich gemacht. Generell waren die Figuren gut ausgearbeitet. Vor allem gibt es auch da große Überraschungen und ich finde sehr interessant, wie sehr man sich in Menschen irren kann, auch wenn sie "nur" in Büchern existieren. Und auch wenn einige echt super unsympathisch waren, hat es nur ein einziger auf meine Abschussliste geschafft. Steve Baker, der totale Macho, der sich nur darum kümmert, dass Fälle auf die einfachste Art und Weise aufgelöst werden und sich nicht darum kümmert, dass auch wirklich der wahre Täter gefasst wird. Hauptsache die Anweisungen von oben werden befolgt.
In kritischen Zeiten sieht man dann aber auch wirklich das wahre Gesicht der anderen. Man erkennt, wer auf welcher Seite steht und wer wen unterstützt oder nicht. Vor allem aber, wer sich für das Richtige entscheidet. Wobei man auch immer vorsichtig sein muss, wem man traut, was Nick auf eigene Art und Weise merken musste.

Mein Tipp:
Für mich war die Idee neu und erfrischend. Außerdem war es im Endeffekt doch komplexer, als ich anfangs vermutet hätte. Dinge, die man auch im realen Leben findet, kann man hier in gut verarbeiteter Weise wiederfinden und wird meiner Meinung nach auch nicht enttäuscht. Ganz toll fand ich, wie man selbst sogar an der Nase herumgeführt wird und das eigene Gehirn benutzen musste, um ein bisschen mitraten zu können. Trotz der Schwierigkeiten zwischendurch, die gut behoben wurden, konnte ich der Handlung super folgen und es war und blieb spannend. Die Figuren waren schön ausgearbeitet und wie aus der Realität hervorgeholt. Ich kann es nur empfehlen und freue mich auf einen nächsten Teil!

Donnerstag, 27. Juli 2017

Buchrezension "Die dunklen Wächter - Sanfter Mond"

Autorin: Rachel Hawthorne
Genre: Roman
Verlag: Goldmann Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 256
Kosten: 8,99€

Inhalt:
Er ist es, meine große Liebe, mein Seelenverwandter - mein Schicksal...
Beim nächsten Vollmond wird sich Lindsey zum Werwolf verwandeln, ihr Schicksal scheint besiegelt. Sogar ihr Partner fürs Leben steht bereits fest: Connor, der von ihren Eltern, den mächtigsten Mitgliedern des Werwolfclans der dunklen Wächter, dazu bestimmt wurde. Aber damit will Lindsey sich nicht zufrieden geben. Sie mag Connor, doch jedes Mal, wenn sie Rafe sieht, erwachen in ihr Gefühle, die sie für Connor nie hatte. Wird sie ihr Schicksal herausfordern können?

Meine Meinung:
Ich habe tatsächlich erst im Nachhinein erfahren, dass dies der zweite Teil einer Trilogie ist. Ich bin aber sehr angenehm überrascht, dass man diesen hier auch einfach so lesen kann. Wenn Informationen vonnöten sind, werden sie von Lindsey auch gegeben. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt.
Lindsey ist meiner Meinung nach zu zweifelhaft. Ich mochte sie, das auf jeden Fall, aber sie macht sich selbst durch ihre ständigen Zweifel einfach zu viel Stress. Zumindest, was persönliche Dinge angeht. Bei anderen Sachen sind die Zweifel angebracht und ihr Werwolfinstinkt scheint immer weiter aus ihr zu sprechen.
Connor ist so eine Mischung aus mag ich und mag ich nicht, es gibt gewisse Punkte an ihm, die mich stören, aber andere, die ich wieder gut heißen muss. Wobei er das genaue Gegenteil zu Rafe bildet, der eher der Drauf- und Einzelgänger ist mit einer schweren Vergangenheit, während Connor alles in die Hände zu fallen scheint. Rafe ist irgendwie sehr typisch gestaltet. Eben der, der immer richtig cool rüber kommt, alles lieber alleine macht und als Bad Boy mysteriös wirkt. Dadurch, dass beide so gegenteilig beschrieben sind, wirkt es wieder wie eine typische Auseinandersetzung zwischen dem Schnösel, den die Eltern natürlich besser finden, und dem Bad Boy, vor dem die Eltern immer gewarnt haben.
Die Eltern von Lindsey fand ich zunächst sehr anstrengend und furchtbar, am Ende musste ich mich aber doch von ihnen überraschen lassen.
Die anderen Charaktere sind mir auch alle ans Herz gewachsen. Vor allem der Einsatz füreinander hat mich berührt, auch wenn es unter Wölfen normal ist.
Die Story an sich war mir irgendwie zu kurz. Ich hatte das Gefühl, die Handlung passiert nur nebenbei, die Emotionen von Lindsey und das Hin und Her stehen im Vordergrund. Dabei finde ich, dass beide Stränge gut parallel laufen sollten, ohne dass eines überwiegt. Es geht schließlich eigentlich um die Erhaltung des Wolfclans, was eine große Rolle spielt. Aber stattdessen ist der Streit um Lindsey ganz vorne. Das hat mich dann schon etwas gestört, weil der "Krieg" einfach nur beiläufig geschieht.
Das Ende war dann fast schon irgendwie so, wie man es erwartet hatte. Und meiner Meinung nach auch nicht ganz so einführend bzw. weiterleitend, wie man denken würde, wenn man weiß, dass es noch eine Fortsetzung gibt.

Mein Tipp:
Jaein. Ich finde Geschichten über Werwölfe meistens eh sehr interessant, deswegen ein klares Ja von mir. Meistens liest man von Werwölfen UND Vampiren oder nur eben diesen, aber ich habe selten ein Buch in der Hand, das nur von Werwölfen handelt. Oder ich habe bisher noch nicht genug recherchiert, kann auch sein.
Andersherum finde ich es irgendwie schon zu typisch, dass sie sich zwischen zwei Menschen entscheiden muss, die das genaue Gegenteil voneinander sind. Und dass sie sich aus den falschen Gründen an einen der beiden bindet. Und dass ein Krieg bevorsteht, der einfach zu stark aus den Augen verloren wird. Ja, die Entscheidung ist wichtig für Lindsey, dennoch steht das Überleben auf dem Spiel.
Einen Fehler macht man meiner Meinung nach dennoch nicht, wenn man mehr über Werwölfe lesen möchte und ein kleiner Spritzer Romantik auch vorhanden sein darf.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Buchrezension "Die Dämonen der Nacht"

Autorin: Catherine Webb
Genre: Roman
Verlag: EditionNova
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Kosten: 15,66€ (Originalausgabe, meine habe ich nirgends gefunden und irgendwann einmal als Mängelexemplar gekauft)
Originaltitel: Mirror Wakes
Originalsprache: Englisch

Inhalt:
Der Magier Laenan Milan herrscht über das winzige Land Sturmkap und wird von Lisana, der Königin von Haven und Herrscherin über das Land der Träumer, zum Leiter des Silberhand-Konsortiums ernannt. Als er erfährt, dass der König von Sonnenkap zu Tode gekommen ist, sorgt er sich auch um das Leben der Königin. Denn eine Serie mysteriöser Todesfälle erschüttert das Land der Träumer.
Laenan Milan leitet Untersuchungen der Todesfälle in die Wege, und schon bald mehren sich die Anzeichen eines Komplotts um den Thron von Haven.

Meine Meinung:
Zuallererst zum Klappentext: Nein, er sorgt sich nicht um das Leben der Königin. Er wird quasi dazu gezwungen, dass er für sie arbeiten soll. Die Königin und Laenan können sich nicht ausstehen, wie man schon direkt zu Anfang merkt. Er hat andere Beweggründe für den Schutz der Königin.
Ich fand es am Beginn etwas sehr anstrengend, zu verstehen, worum es überhaupt geht. In welcher Welt man sich befindet. Zur Aufklärung: Es ist die Welt der Träume, die für die Bewohner so real ist wie für uns die Erde. Es gibt verschiedene Länder bzw. Städte, die verschiedene Themenbereiche haben. Sturmkap zum Beispiel ist der Traum des Sturmes, Sonnenkap der Traum der Wüste usw. Wir Menschen können in diese Welten gelangen und wandern, während wir träumen, darin umher. Dann gibt es zwischen diesen Städten auch eine Leere, vergleichbar wie Landstraßen. Dort gibt es keine Häuser, einfach ein schwarzes Nichts, durch das man wandern kann, um zu anderen Städten zu gelangen. Das ist das Grundlegende.
Laenan Milan ist der Held, von dem jedermann redet und aus dessen Sicht auch erzählt wird. Er ist ein Magier, der quasi der Besitzer von Sturmkap ist. Ich konnte mich teilweise gut in ihn hineinversetzen und Handlungen verstehen, aber manchmal konnte ich seinen Gedankengängen nicht folgen, die zur Lösung des Falls beitragen sollten.
Alle anderen Figuren waren halt einfach da. Ich habe keinem hinterhergetrauert oder habe großartig mitgefiebert. Es gab nur einen einzigen, bei dem ich wirklich Emotionen gezeigt hatte. Obwohl eigentlich sehr viele Personen auftauchen. Das fand ich sehr schade.
Dennoch war die Handlung gut. Es war eine komplett neue Welt für mich. Ich wäre glaube ich nie auf die Idee gekommen, dass die Träume wirklich eine eigene Realität sein könnten, in denen die Bewohner von der Erde träumen so wie wir von ihnen. Es gab zwar keine große Spannung meiner Meinung nach, aber die Neugier hat mich immer wieder gepackt. Spannung war erst ziemlich zum Schluss bemerkbar, als die große Auflösung kommen sollte. Kurz vor dem Epilog wurde es richtig interessant. Der Epilog selber war irgendwie platt. Es wurden dann noch Dinge erklärt, die vorher passiert sind, was auch an sich gut war, aber ich hätte irgendwie trotzdem mehr erwartet als das.
Ich finde es irgendwie sehr traurig, dass ich eben nicht so einen Draht zu alldem hatte. Ich konnte mir zwar die ganzen Orte und Handlungen gut vorstellen, die waren wirklich super und vor allem interessant beschrieben und gestaltet, aber trotzdem fehlte mir der Verlust, den man am Ende eines guten Buches spürt, weil etwas schönes nun zu Ende ist.

Mein Tipp:
Ja und Nein. Ich bin etwas hin und her gerissen, weil ich zwar die Handlung vor allem gen Schluss hin immer besser und interessanter fand, andererseits mich nichts emotional wirklich berührt hat. Vielleicht findet jemand anderes einen besseren Zugang zu den Figuren und generell dem Roman als ich.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Buchrezension "Luna"

Autorin: Julie Anne Peters
Genre: Roman
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers
Format: Taschenbuch
Seiten: 248
Originalsprache: Englisch
Kosten: 10,99$ bzw. knapp 10€

Inhalt:
For anyone who has ever felt invisible.

"Luna," she repeated softly, more to herself than me. "Appropiate, wouldn't you say? A girl who can only be seen by moonlight?"
Rolling over, I muttered, "You're such a freakshow."
Her hair splayed across my pillow, tickling my face. "I know," she murmured in my ear. "But you love me, don't you?"
Yeah, I loved her. I couldn't help it. She was my brother.

Meine Meinung:
Es ist so ein wundervoller und emotional geladener Roman, der aktuelle Themen aufgreift und die Gesellschaft kritisiert, die ständig vorgibt, tolerant und fortgeschritten zu sein.
Liam, Lia-Marie und Luna sind ein und dieselbe Person. Liam wurde als Junge geboren, obwohl er sich nicht als so einer fühlt. Er bemerkt schon sehr früh, dass mit ihm etwas nicht stimmt und er lieber wie seine Schwester sein will. Der tägliche Kampf, jemand sein zu müssen, der man nicht sein will, reißt ihn hin und her. Nachts entwickelt sich Liam zu Luna, wie sie sich jetzt nennen möchte. Und gerade diese Figur macht eine große Entwicklung im Laufe der Handlung. Eine sehr erfreuliche in meinen Augen. Seine/ihre Schwester Regan entwickelt sich ebenfalls stark. In positive Art und Weise, wie ich finde. Das Band zwischen den beiden merkt man auf jeder Seite, auch wenn Regan sich sehr oft darüber auslässt, dass sich alles ständig nur um Luna dreht. Dennoch unterstützt sie sie, wo sie nur kann.
Regan ist eine Einzelgängerin, die eher die typische Rolle eines großen Bruders einnimmt: Die Schwester muss beschützt werden. Es zeigt aber auch, wie viel Regan an Liam/Luna liegt, da sie nur möchte, dass es ihm/ihr gut geht. In beiden Geschlechtern. Regan weiß aber dennoch manchmal nicht, wie sie ihren Bruder ansprechen soll, sie wechselt immer wieder zwischen Er und Sie. Sie kommt daher selbst durcheinander. Vor allem aber, weil die Transformation in das wahre Ich nur bei Nacht geschieht, während am Tag Liam zum Vorschein kommt. Die Rolle, die gespielt wird, damit keine Beleidigungen in Stürmen von allen Seiten hageln, vor allem von Seiten der eigenen Familie.
Regan beschwert sich, wie bereits erwähnt, oft darüber, dass es immer nur um Luna gehen würde. Ihr ganzes Leben drehe sich immer nur um sie. Und im nächsten Moment besinnt sie sich wieder eines Besseren und ist sofort wieder für sie da, sobald Luna sie wieder mit ihren Sorgen überschüttet. Ich kann beide Seiten verstehen. Sowohl Regan, die auch einmal nicht daran denken möchte, was wohl passieren könnte, wenn irgendwer etwas von diesem Geheimnis erfährt, als auch Luna, die einfach nicht mehr damit leben möchte, dass sie sich ständig verstecken muss.
Dabei spielt das Unverständnis der Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Die Befürchtung, von anderen gemobbt zu werden, ist natürlich sehr groß. Vor allem der Verstoß aus der eigenen Familie. An den Reaktionen der anderen bemerkt man, dass Menschen doch nicht so tolerant sind, wie sie immer vorgeben zu sein. Was sehr traurig ist, denn gerade diejenigen, die einen großen Wandel vollziehen und einfach nur sie selbst sein wollen, brauchen am meisten Unterstützung. Doch der Roman zeigt, dass man die nicht immer bekommt und nicht immer erwarten kann.
Gerade in der Familie ist es super wichtig. Doch bei den Eltern von Regan und Luna merkt man sofort, dass man bei den beiden nicht damit rechnen kann. Die Mutter hat zwar auch ihren Traum erfüllt und arbeitet wieder, doch interessiert sie sich kaum noch für die Familienangelegenheiten. Stattdessen hängt sie lieber am Telefon und in der Arbeit. Dabei sollte die Familie immer an vorderster Stelle stehen. Der Vater denkt in Stereotypen. Er will unbedingt, dass Liam auch wirklich Dinge macht, die typisch für Jungs sind, und Regan eben das, was typisch für Mädchen ist. Haushalt zum Beispiel. Er zwingt beide in ihre Rollen, die er erwartet. Wodurch Liam sich noch unwohler fühlt und beide ganz genau wissen, dass die Eltern niemals von Luna erfahren dürfen.
Man erkennt, dass noch ein sehr großer Aufklärungsbedarf besteht, damit Menschen anderen mit Toleranz begegnen und einen nicht schräg anschielen, wenn man aus den stereotypischen Rollen schlüpft. Anderssein ist scheinbar immer noch ein wichtiger Punkt, der nicht grundsätzlich auf Verständnis stößt.

Mein Tipp:
Ich habe einen besseren Einblick in die Gefühlswelt eines Transgender bekommen. Den Kampf, den man jahrelang mit sich selbst führt. Und dass gesellschaftliche Toleranz noch gewisse Grenzen besitzt, die aufgebrochen werden sollten. Es werden brisante und aktuelle Themen beschrieben auf eine sehr emotionale und dramatische Art und Weise. Ich kann den Roman wirklich nur empfehlen.

Montag, 3. Juli 2017

Buchrezension "Die Dinge deiner Liste"

Autorin: Mia Hansen
Genre: Roman
Verlag: Montlake Romance
Format: eBook
Pos.: 3570
Kosten: 4,99€

Inhalt:
Vicky wohnt immer noch auf dem Land bei ihren Eltern und schlägt sich neben dem Studium mit Aushilfsjobs durch ihr eher locker-leichtes Leben. Ihren Jugendfreund Finn hat sie seit Kindheitstagen nicht mehr gesehen. Finn hat in der Finanzabteilung einer Frankfurter Versicherung Karriere gemacht, das Schicksal wendet sich jedoch gegen ihn.
Vicky will Finn wiedersehen und ihn im Kampf gegen die Krankheit unterstützen. Sechszehn Wünsche einer Liste aus den Tagen ihrer Jugend sollen in einem Jahr in Erfüllung gehen. Eine aufregende Reise beginnt, auf der nicht alles klappt wie geplant...
"Die Dinge deiner Liste" ist ein tragisch-komischer Roadtrip durch Europa und ein Bekenntnis zum Leben und zur Liebe.

Meine Meinung:
Naja. Es hätte schöner sein können.
Man weiß durch die Inhaltsangabe, was passieren und wie es ausgehen wird. Und dass nicht alles klappt, wie geplant, stimmt halt leider auch nicht.
Die Planung der Wunscherfüllung war quasi schon beendet, bevor sie wirklich angefangen hat. Es fiel alles in ihre Hände, ohne dass sie sich groß hätten anstrengen müssen. Vicky hat also einfach nur einen Stein ins Rollen gebracht und schon erledigte sich alles von alleine. Meiner Meinung nach ging das alles viel zu schnell und zu geschmiert. Dafür, dass Finn krank ist, passiert ihm nichts wirklich dramatisches, bei dem man den Atem angehalten hätte und ebenfalls bangen müsste.
Ich fand es einerseits schön, dass Finn ständig Grund zum Lachen hatte, obwohl er so krank ist. Andererseits kommt es sogar beim Lesen einfach zu stark so herüber, als wäre das alles nur Show und nicht ernst, dadurch, dass er eben so oft lacht. Es wirkt so, als ob er einfach keine Sekunde ernst bleiben könnte, aber zwischendurch hat er dann zu heftige Anwandlungen Vicky gegenüber und ist dann das genaue Gegenteil, eher boshaft. Ich kann leider nicht beurteilen, wie Menschen mit so einem Schicksal damit umgehen, aber selbst wenn er gesund wäre, dann fände ich das ständige Lachen irgendwie anstrengend.
Vicky konnte ich zwar verstehen, dass sie sich sorgt, aber ich ein Hineinversetzen war mir nicht möglich. Vor allem dadurch, dass die Geschichte einfach viel zu schnell vorangeschritten ist und auch viel zu einfach war. Dadurch konnte ich dann wiederum nicht verstehen, warum sie die Planung so sehr vereinnahmt, weil es eben so einfach war, dass andere die Arbeit für sie quasi erledigen. Für mich war Vicky am Anfang einfach noch fast schon kindlich, am Ende jedoch wirkte sie plötzlich erwachsen. Aber wie sie sich dahin entwickelt hat, davon bemerkt man gar nichts.
Ich fand auch irgendwie komisch, dass Finn so viel Geld hatte. Ich habe zwar keine Ahnung, wie viel man bei so einer Versicherung verdient, aber all das, was er finanziert hat, stelle ich mir schon sehr teuer vor und da reichen mir die Erklärungen nicht, die Finn liefert.
Mir kam es dann letztendlich so vor, als wäre die ganze Geschichte eine Mischung aus "Dem Horizont so nah" und "P.S. I Love You". Das hat mir dann irgendwie den Reiz genommen, denn dadurch wusste man wirklich, was einen erwartet. Wenn man sich das nicht schon vom Klappentext hergeleitet hat.
Das, was ich wirklich schön fand, war, dass am Ende eines jeden wichtigen Kapitels die Liste abgebildet und das Erlebte durchgestrichen wurde. Somit hatte man noch einen guten Überblick, was alles noch gemacht werden müsste.
Das Ende war dann trotzdem ergreifend. Überraschend war es nicht. Mehr lässt sich dazu leider nicht sagen.

Mein Tipp:
Dadurch, dass man einfach weiß, wie die Geschichte verlaufen wird und alles vorhersehbar ist, braucht man nur den Klappentext lesen und dann hat man sich das Geld gespart. Ich würde es schlichtweg nicht empfehlen, es lief alles einfach zu geschmiert und viel zu schnell.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Buchrezension "Wenn gestern unser morgen wäre"

Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 4945
Kosten: 0,99€

Inhalt:
Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen.
Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen...

Meine Meinung:
Es ist fantastisch. Es hat Drama und Romantik, Witz und Charme.
Zuallererst einmal zu den Personen: Ich konnte mich durch den guten Schreibstil sehr in Sara hineinversetzen. Ich hatte nicht das Gefühl, wie bei einem vorherigen Buch der Autorin, dass sich zu viel im Kopf abgespielt hat. Es war eine super Mischung zwischen Gedanken und Handlung. Ich hatte das Gefühl, diese Entscheidungen selbst fällen zu müssen und in diesen Konflikten zu stecken, wobei ich allerdings bei einigen Sachen so oder so anders gehandelt hätte. Aber da spielte dann meine eigene Meinung mit, die mich oft an den Kopf fassen ließ, warum Sara so handelte und nicht anders. Andersherum hat man immer leicht reden, wenn man nicht in der gleichen Situation steckt.
Matt fand ich reizvoll, er hatte Biss und Charme. Wobei ich mich auch bei ihm manchmal gefragt habe, warum er so handelt. Da stand ich dann wie Sara auch einfach nur rätselnd da. Aber alles klärte sich nachher auf. Oliver und seine Freunde sind alles richtige Kotzbrocken, wie man sehr schnell feststellt. Sie leben in einer Welt, in die ich niemals auch nur meine Nase stecken wollen würde. Schnöselig bis zum geht nicht mehr. Hat mir aber auch super gut gefallen. Sie waren eben genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich lesen möchte und haben es ebenfalls interessanter gemacht. Sie gehörten irgendwie dazu. Außerdem sind sie so gut beschrieben, dass man meinen könnte, die Autorin hätte lebende Beispiele gehabt, die sie einfach nur beschreiben musste. Sehr realitätsnah.
Generell war es eigentlich immer spannend. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Sara, Matt und allem drum und dran weitergeht, welche Entscheidungen Sara fällt und welche Auswirkungen diese auf den Verlauf der Zukunft hätten. Der berühmte Butterfly Effect. Ein kleiner Flügelschlag kann die ganze Zukunft verändern und ich musste einfach wissen, wie die Protagonistin ihre Chance nutzen würde. Denn so eine Möglichkeit bietet sich nicht zweimal.
Diese ständigen Hochs und Tiefs in Saras Leben haben ebenfalls noch angestachelt, weiterzulesen. Vor allem, weil man fix gemerkt hat, dass man trotzdem noch Fehler macht, wenn man eine neue Chance bekommt, nur dass es dann andere sind. Fehlerlos kann man eben nie durch das Leben gehen.
Man bemerkt eine Metamorphose von Sara. Sie gibt vor, jemand zu sein, der sie eigentlich gar nicht sein will und wie unbemerkt unglücklich sie damit ist. Was in meinen Augen auch eine Art Appell ist, dass man immer das machen sollte, worauf man selbst Lust hat und keine Maske tragen sollte, hinter der man sein wahres Ich versteckt. Sonst lebt man mit einer großen Lüge.
Das Thema der zweiten Chance ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema, weil eigentlich fast jeder mindestens ein Mal im Leben sagt, dass er Dinge anders machen würde, wenn er eine zweite Chance dazu bekommen würde. Nur dass man damit auch die ganze Zukunft verändert, wenn man nur eine Kleinigkeit ändert. Empfinde ich zumindest so.
Das Ende fand ich sehr überraschend, aber keineswegs unangemessen. Es hat die Geschichte einfach noch schöner gemacht und abgerundet.

Mein Tipp:
Lesenswert!! Das Thema an sich ist sehr gut gewählt und super verarbeitet, die Personenkonstellation ist interessant und realitätsnah und man kann sich super in Sara hineinversetzen und mitfiebern, wie es weiter geht. Und vor allem hat es alles, was ein gutes Buch braucht.

Montag, 19. Juni 2017

Buchrezension "Dem Ozean so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch ;)
Seiten: 367
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Eine Geschichte über die alles überwindende Kraft der Freundschaft.
Sie teilen das gleiche Schicksal und sind doch ganz verschieden: Danny ist erfolgreich und unabhängig - auch wenn er hart dafür kämpfen musste - ach einer Kindheit, die für ihn keine war. Tina hingegen hat die letzten Jahre auf der Straße verbracht. Als die beiden, denen das Leben nichts geschenkt hat, einander begegnen, spüren sie eine nie erlebte Nähe. Verzweifelt bemüht Danny sich, Tina zu zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Hilft den beiden ihre Freundschaft, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen? Und wo genau liegt eigentlich die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe?

*Es könnten Spoiler zu den ersten beiden Teilen vorhanden. Falls man diese noch nicht gelesen hat, kann ich das nur wärmstens empfehlen. Ansonsten: Weiterlesen auf eigene Gefahr.*

Meine Meinung:
Man erfährt hier sehr viel über Tina. Wie Danny und sie sich kennengelernt haben, was auch sie alles durch gemacht hat, vor allem aber in der Zeit, in der sie Danny schon kannte. Und auch hier muss ich sagen, dass ich es erstaunlich finde, wie die Autorin es geschafft hat, wieder alles so gut zu erzählen, dass man wirklich denkt, sie wäre dabei gewesen. Wie sie es schafft, die Verbindung zwischen sich und den zweien noch so sehr zum Ausdruck zu bringen und lebendig werden zu lassen, auch wenn sie selbst keine Rolle in diesem Teil spielt.
Das Ende war so, wie ich es gedacht hatte, was mich jedoch überhaupt nicht gestört hat. Im Gegenteil, ich fand es wirklich schön.
Ich bin immer noch gerührt, wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was Danny und Tina alles zusammen durchgestanden haben. Was sie beide für sich gegenseitig tun und tun würden. Man spürt eine Liebe zwischen ihnen nur durch das Lesen. Eine Liebe, die man einfach nicht wirklich beschreiben kann. Und die es nur ganz selten auf der Welt gibt. Deshalb bin ich aber umso glücklicher darüber, dass sie sie gefunden haben.
Die ganze wahre Geschichte, die erzählt wird (vor allem, wenn man alle drei Teile gelesen hat), lässt einen so fühlen, als ob man jeden der drei persönlich kennt/kannte. Und trotzdem empfinde ich so, dass ich genau das nicht sagen dürfte, weil ich sie eben nicht kannte, nicht in der gleichen Situation war und sie begleiten konnte.
Es gab wieder sehr emotionale Momente, in denen ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Ganz besonders, wenn sich beide füreinander einsetzen und man sich durch den Kopf gehen lässt, was beiden passiert ist und passieren wird.
Manchmal merkt man, dass das, was Tina und Danny in ihrer verkorksten Kindheit nicht erleben konnten, irgendwie ein wenig nachgeholt werden musste. Die schönen, sorgenfreien Zeiten, in denen es keine Probleme gibt und keine Zeichnungen in ihnen. Aber was Dannys Vater mit ihm angestellt hat, hinterlässt eben seine Spuren, welche er niemals ablegen kann. Und auch Tinas Vergangenheit holt sie immer wieder ein, obwohl beide auf dem besten Weg sind, sie irgendwie hinter sich zu lassen.
Dadurch, dass man die Figuren aber schon kennt, gibt es nun leider nicht mehr viel zu sagen, außer...

...meinen Tipp:
Ich möchte es mal gewöhnte Emotionalität nennen, aber es war immer wieder überraschend und ergreifend. Ich kann es nur herzlich empfehlen, da es die Lücke in der Geschichte von Danny füllt. Es ist aber nochmal verdeutlichend, welche Auswirkungen Dinge (vor allem in der Kindheit) haben, die einen als Schatten im ganzen Leben begleiten.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Buchrezension "Diatar - Kind des Lichts"

Autorin: Ina Linger
Genre: Fantasy / Dystopie
Verlag: keiner
Format: eBook
Pos.: 4574
Kosten: 2,99€

Inhalt:
Diatar und Monandor, zwei verschiedene Völker, die sich bis auf das Blut hassen und bekämpfen. Und zwei Menschen, die den Hass überwinden.
Jaro gehört zu den Diatar, der Bevölkerung, die am Tag lebt und im Dorf gefangen sind, sobald die Sonne verschwunden ist. Das gehört zu ihren Regeln, die niemals gebrochen werden dürfen. Aber um zu überleben, weiß Jaro ganz genau, dass sie sich nicht mehr lange daran halten können. Sonst müssen alle sterben. Doch ist die Gefahr zu hoch, wieder auf jemanden zu treffen, den man eigentlich nie wieder sehen wollte.
Monandor leben nachts. Sobald ihre Haut von der Sonne berührt wird, verbrennt sie. Risa ist ein Teil von ihnen, aber sie ist weniger empfindlich als andere. Ihr Volk wird jedoch von den Diatar angegriffen. Doch will sie keinen verlieren, den sie bei den Diatar kennt. Sie braucht ihn. Für mehr, als alle anderen ahnen können.


Meine Meinung:
Manchmal bestimmt das Ende, wie man das ganze Buch findet. Weil es das Entscheidendste ist. Nur untermalt es für mich in diesem Fall meine Meinung, die ich schon vorher hatte: Mir fehlt schlichtweg die Spannung. Sie ist zwischendurch zu spüren, aber ich empfinde die Schreibweise als zu beschreibend in solchen wichtigen Momenten. Ich habe mich mehr als allwissender Beobachter gefühlt, der weiß, wie die glimpflichen Situationen ausgehen werden, als jemanden, der wirklich über Jaros Schulter guckt und nichts anderes weiß als das, was er macht, denkt und sagt. Und das Ende war, obwohl ich es anders erwartet hatte, sehr schnell da und weniger spannend als gedacht. Was aber andersherum gesehen einen schönen Überraschungsmoment ausgemacht hat.
Ein wenig verwirrend fand ich, dass es einige Namen mit L und J gab und ich dann nicht mehr ganz wusste, von wem jetzt überhaupt die Rede war.
Die Themen der Spannung und Namen mal beiseite geschoben, kommen jetzt zwei Punkte, die mich am meisten gestört haben:
1. Es waren eindeutig zu viele Schreibfehler vorhanden. Seien es falsch gesetzte Kommata oder Buchstaben zu viel oder zu wenig. Wenn es bei zwei bis drei Fehlern bleibt, da kann ich auch drüber hinwegsehen, aber es waren eindeutig mehr und da hört dann leider meine Toleranz auf.
2. Es waren teilweise zu viele Auflistungen. Ein Beispiel von mir:"Er rannte gerne herum, sprang und sang", oder "Schwer atmend kletterte er weiter, griff zu." Das war für mich an den falschen Stellen verwendet und zu oft, deshalb fand ich das auch dezent nervig, dieses Stilmittel ständig lesen zu müssen.

Jetzt höre ich mal auf zu meckern und komme zu den positiven Seiten:
Die Story an sich fand ich sehr gut. Es hat zwar sehr an Romeo und Julia erinnert, aber trotzdem wusste man eben nicht, wie es zwischen unserem Romeo und unserer Julia läuft. Am schönsten fand ich diesen na-endlich-Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet hatte. Einfach diese Erleichterung, dass endlich die Last der Erwartung von den Schultern genommen wurde.
Es war auch eine komplett neue Welt, komplett neue Völker und eine neue Geschichte zwischen ihnen, die sich im Laufe langsam und zum Teil erschlossen hatte. Und vor allem eine Erschütterung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber Jaros Weltbild komplett verändert.
Die Rückblicke auf wichtige Ereignisse waren an den richtigen Stellen eingeschoben und haben vor allem auch sehr viel Aufschluss gegeben in Bezug auf Handlungen und Gefühlslagen der betroffenen Figuren. Man erkennt vor allem, wie schwer Jaro es als Kind hatte, wodurch ich mich noch etwas mehr in ihn versetzen konnte, da ich wusste, warum er heute so ist und so handelt.
Die Figuren waren meiner Meinung nach auch schön ausgearbeitet, ich konnte mich wie gesagt gut in Jaro hineinversetzen, habe Risa, seinen besten Freund und seine Eltern in mein Herz geschlossen und habe auch Beziehungen zu anderen Nebenfiguren aufgebaut. Ich konnte auch deren Handlungen und Gefühle nachvollziehen, auch wenn man deren Vorgeschichte nicht so nah erlebt hat.
Das Ende war wie gesagt eher unspannend, dafür aber auch ein wenig überraschend und hat mich dennoch neugierig darauf gemacht, wie es weiter geht, da meine Fragen nicht alle beantwortet wurden, ich das jedoch nicht auf mir sitzen lassen möchte. ;)

Mein Tipp:
Mein anfänglicher negativer Ton scheint optisch zu überwiegen, aber trotzdem tut er dies nicht, für mich haben die positiven Aspekte ein viel größeres Gewicht. Deshalb würde ich das Buch gerne weiterempfehlen, sofern euch das nicht abgeschreckt hat. Mich hat es auf jeden Fall neugierig gemacht auf die noch kommenden Teile.

Montag, 10. April 2017

Buchrezension "Dem Abgrund so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch, wer hätte das gedacht ;)
Seiten: 330
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Ein Buch, das zu Herzen geht. Ein Buch, das Mut macht.
Danny ist gerade zehn Jahre alt, als sein Leben aus den Fugen gerät. Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst seine Familie, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zu ziehen. Dannys Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol und fällt zurück in Verhaltensmuster, von denen er glaubte, sie vor der Ehe endgültig abgelegt zu haben. Danny ist seinem Vater schutzlos ausgeliefert. Aber er gibt nicht auf...
Bei einem Sommercamp lernt Danny die Französin Dominique kennen. Ihre Liebe hilft ihm, sich von seiner Familie - und damit aus der Dunkelheit, die sein junges Leben prägt - zu lösen. Es beginnt ein Kampf um Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit - und um die Liebe.

Danny ist zu jung, um zu verstehen, was vor sich geht. Um endgültig erwachsen zu werden. Er sollte seine Kindheit genießen wie jeder andere. Aber sein Vater lässt das nicht zu. Danny wird nicht zu einem normalen Kind mit einer glücklichen Familie. Was er sich aber sehnlichst wünscht. Er muss schneller erwachsen werden, als ihm lieb ist. Und mit Dingen umgehen, die keiner stemmen sollte. Vor allem aber nicht alleine.

*Es sind Spoiler zum ersten Teil vorhanden, falls man diesen noch nicht gelesen hat. Ich gehe hierbei davon aus, dass man ihn gelesen hat und daher schon Hintergrundwissen besitzt.*

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Teil der Danny-Trilogie. Er spielt in der Kindheit von Danijel Alaric Taylor, der zu viel mit ansehen und mitmachen musste. Im ersten Teil erfährt man schon einige Dinge aus der Kindheit, die aber hier vertieft werden. Man bekommt einen genaueren Einblick in die grausame Geschichte von Aiden Taylor, Dannys Vater, ihm und seiner Mutter.
Wie man schon im ersten Teil erfahren hat, wurde Danny von seinem Vater früher über Jahre hinweg vergewaltigt und missbraucht. Der Besuch seiner Mutter mit Jessica zusammen hat klar gemacht, dass seine Mutter geistig nicht zurechnungsfähig ist. Hier erfährt man die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge, die meiner Meinung nach viel zu furchtbar sind, als dass man wirklich glauben möchte, dass sie wahr sind. Aber es stimmt alles. Eine traurige und zugleich wütend machende Geschichte, die mir unter die Haut ging.
Ich finde es interessant und spannend, wie Jessica Koch es geschafft hat, die Geschichte so zu erzählen, als wäre sie selbst dabei gewesen. Und vor allem teilweise auch so detailliert, als ob sie alles mitgeschrieben hätte, als Danny ihr das einst erzählte. Man spürt immer noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, denn wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, dass sie nach all der ganzen Zeit immer noch weiß, was er ihr darüber gesagt hat, ich finde es erstaunlich.
Was ich sehr schön fand, waren diese Andeutungen über die Zukunft, die die Autorin zwischenzeitlich fallen ließ. Es wird nicht vorausgesetzt, dass man den ersten Teil schon gelesen hat, man kann diesen Band ruhig auch als erstes lesen. Dafür verraten die eingeworfenen Kommentare auch zu wenig. Wenn man aber nach der Reihenfolge geht, wie die Bücher erschienen sind, erkennt man die Verhaltensmuster wieder und versteht auch somit, wie es überhaupt dazu kam.
(Bildquelle: Rowohlt Verlag)
Die Entwicklung, die Danny gemacht hat, zeichnet sich deutlich ab. Wie schnell er erwachsen werden musste, damit er mit der ganzen Situation irgendwie umgehen konnte. Ich finde es erstaunlich, wie er es geschafft hat. Der große Kampf, den er irgendwie schaffen musste, den Mut, den er aufbringen wollte, die Kraft vor allem. Und die kleinen Schritte, die aber die Welt bedeuten. Ich habe auch ein bisschen mehr gelernt, diese kleinen Schritte, die man kaum merkt, aber trotzdem da sind, mehr zu schätzen, weil man seinem großen Ziel auch damit näher kommt. Kleine Erfolge sollte man trotzdem feiern. Und vor allem: Niemals aufgeben. Denn dann hat man schon verloren. Und für irgendetwas lohnt es sich immer. Also, wie man sieht, empfand ich es als super lehrreich.
Generell war ich hierbei wirklich ständig nur fassungslos. Ich war gefesselt davon, wie es wohl mit Danny weitergehen würde, was seine und vor allem Aidens nächste Schritte sein würden. Und dabei blieb mir viel zu häufig der Mund offen stehen. Dass es so etwas gibt, so schlechte Menschen, macht einen nur traurig und wütend zugleich. Was meinen "inneren Film", der beim lesen entsteht, sehr dunkel erscheinen ließ. Vor allem Dannys Zimmer.
Im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass mich die Geschichte von Danny sehr fesselt. Es zerreißt mir das Herz, dass nicht nur er, sondern auch andere Kinder mit einem ähnlichen Schicksal zu kämpfen haben. Und dass man sieht, dass man sehr viel in einem Menschen zerstören kann. Ich finde es bemerkenswert, wie Danny damit umgegangen ist. Und kann nur sagen, dass der Einband die Wahrheit sagt: Er macht Mut.

Mein Tipp:
Ich würde es definitiv jedem weiterempfehlen. Man kann es unabhängig vom ersten Teil lesen, was ich als Pluspunkt empfinde. Außerdem sensibilisiert man sich ein bisschen für diese Themen, weil es auch oft genug lieber totgeschwiegen wird, als dass man damit an die Öffentlichkeit geht. Vor allem aber gibt Jessica Koch auch Hinweise dazu, wie man so etwas erkennen könnte. Die Stimmung wird auch gut hervorgebracht und durch den Erzählstil kann man sich auch gut in Danny einfinden. Es ist eine wahre Geschichte, die jeder gelesen haben sollte.

Montag, 3. April 2017

Buchrezension "Nur eine Ewigkeit mit dir"

(Bildquelle: FeuerWerke Verlag)
Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 3932
Kosten: 11,99€

Inhalt:
Lily ist müde, lebensmüde. Jonas lebt nicht, zumindest nicht richtig. Als die beiden aufeinander treffen, handelt es sich um einen Glücks-, aber keinen Zufall. Denn Jonas kennt Lily bereits aus einem anderen, einem längst vergangenem Leben. Während Lily Tag für Tag neuen Lebensmut schöpft, muss sich Jonas seiner Vergangenheit stellen - und damit auch einer Entscheidung, die die Grenze zwischen den Zeiten immer brüchiger werden lässt...
Eine wundervolle Geschichte über die grenzenlose Macht einer Liebe, die alle Zeiten überdauert.

Lily hat ihre Mutter verloren und damit auch ihren Lebenswillen. Niemand kann dagegen etwas tun, ihre Familie nicht und auch ihre Freunde haben keine Chance. Bis Jonas sie rettet und ihr etwas zeigt, was sie eigentlich niemals sehen sollte. Jonas steckt in einer Zwickmühle, denn Lily ist für jemand anderes bestimmt als für ihn. Doch gegen seine Gefühle kann er nicht ankämpfen. Gefühle, die er nicht haben dürfte und die eine große Gefahr für ihn darstellen. Doch er ist der einzige, der sie weiterhin im Leben halten kann.

Meine Meinung:
Zuerst einmal etwas über die Figuren. Die Konstellation hat mir sehr gefallen. Es wurde abwechselnd aus Lilys und Jonas Sichtweise erzählt, wodurch man einen guten Einblick in die Gefühlslage der beiden hatte. Und die Beweggründe hinter einigen Dingen besser verstanden hat. Auch die Unterschiede der Charaktere haben mir gefallen. Jeder hat eine ganz eigene Art, auch mit Trauer umzugehen, was man sehr schnell erkennt. Lily bricht mit allem ab, nachdem ihre Mutter gestorben ist, zieht sich immer mehr zurück und ist schließlich so weit, dass sie sich das Leben nehmen will, wäre Jonas nicht dazwischen gegangen. Ihre Tante Bille sucht hingegen den Kontakt, vor allem zu Lily, um den Verlust ihrerer Schwester irgendwie verarbeiten zu können. Jonas stürzte sich in seine Arbeit, als er seine Liebe in einer anderen Zeit verlor, was ihm jetzt nur leider nicht mehr gelingt. Und auch Yolanda hatte ihre verlorene Liebe niemals vergessen und wurde dadurch strenger und etwas kühler. Man merkt also, dass der Verlust in diesem Roman eine große Rolle spielt, genauso wie die Liebe. Sei es die zur Familie oder zu einem anderen Menschen, den man gerne als Partner in sein Leben lassen würde.
Die Story an sich war auch interessant. Eine Theorie, die aufgegriffen wird, lautet, dass zwei Seelen, die in einem Leben als Partner sehr glücklich waren, für alle anderen Leben weiterhin bestimmt sein werden. Ein übersinnliches Thema, auf das ich gerne ein bisschen eingehen würde, weil die Frage immer im Raum stehen wird, was nach einem Leben denn überhaupt passiert. Wie man im Roman selbst sieht, dauert es eine Weile, bis eine Seele aus einem früheren Leben wieder ein neues anfangen wird. Man wird also nicht direkt wiedergeboren. Damit stimme ich überein, auch, dass man überhaupt ein neues Leben antritt. Meiner Meinung nach ist das ein großes Thema, über dass manche gar nicht sprechen wollen, weil sie sich entweder nicht damit befassen wollen oder aber glauben, dass man sie dann für verrückt erklärt, wenn man seinen eigenen Standpunkt darlegt. Was ich sehr schade finde. Mich würde interessieren, was ihr darüber denkt, falls ihr mir das mitteilen wollt. :)
Was ich sehr schade fand, war, dass kaum Handlung stattfindet. Es vergehen vielleicht nur einige wenige Tage, eine Woche oder zwei, das kann ich schlecht einschätzen. Jedenfalls handelt 3/4 von dem Roman davon, wie es in den Figuren aussieht. Häufig dann auch das gleiche, wie verboten die Liebe doch sei, wie grausam die Trennung vom vermeintlichen Partner oder von der eigenen Mutter. Ja, ich kann es verstehen, wie schlimm sowas ist. Dennoch finde ich nicht, dass alles nur noch darüber gehen muss, sondern dass auch ein bisschen Handlung geschieht. Dass sie mehr unternehmen, nicht unbedingt von Dächern springen oder so, aber sie stehen auf, denken nach, lesen und gehen wieder schlafen. Man war selbst in so einer Kuppel, in der sich alles um Emotionen dreht, in der einfach nichts wichtig ist. Später kam mehr Handlung dazu, Lily hat mehr gemacht als nur zu denken und man kam aus dieser Kuppel ein Stück weit raus. Damit wurde es auch ein Stück interessanter. Aber die Spannung fehlte mir trotzdem. Die Neugier wurde nicht richtig entfacht, wie es denn nur weitergehen würde, ob Lily und Jonas alles geregelt bekommen oder nicht. Wer die an Lily gebundene Seele ist, ihr Partner für alle weiteren Leben.
Manchmal war ich auch sehr irritiert, weil ich dann den Gedankengängen nicht ganz folgen konnte, warum welche Schlussfolgerung gezogen wurde oder ähnliches. Ich stand dann ein bisschen auf dem Schlauch. Bei einer Sache war das auch sehr gut durchdacht, weil es das größte Geheimnis ist, was dann alles lösen würde. Aber bei anderen Dingen war es irgendwie viel zu irritierend.
Ab und zu wurde mir das mit den Gedichten auch ein bisschen zu viel. Ich kann nachvollziehen, warum stellenweise darauf zurückgegriffen wurde, aber immer wieder Gedichte zu lesen und dahinter den für die Geschichte relevanten Sinn verstehen war dann doch etwas zu viel teilweise.

Mein Fazit:
An sich fand ich die aufgegriffenen Themen gut durchdacht und war auch etwas neues für mich. Die Charaktere haben einen Eindruck hinterlassen. Jedoch waren sie nicht so klasse, dass ich sie vermissen, mich sonderlich für sie freuen oder richtig mit ihnen gefühlt hätte. Es war zwar interessant, aber mir fehlte Spannung. Es wurde nicht viel gemacht, sondern meistens nur gedacht und gefühlt und irgendwann war das dann ein bisschen zu viel. Generell würde ich ja und nein zu diesem Buch sagen. Ja, weil das Thema interessant ist und die Charaktere unterschiedlich sind, vor allem im Umgang mit Emotionen. Nein, weil die Charaktere zu wenig handeln und es viel zu sehr von den gleichen Themen handelt, was die Spannung raus nimmt.

Mittwoch, 1. März 2017

Buchrezension "Dem Horizont so nah"

Genre: Roman
Autorin: Jessica Koch
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 6773
Kosten: 9,99€

Es überraschte mich nicht, dass ich immer noch an Dannys Seite war. Freiwillig würde ich diesen Mann im Leben nicht verlassen. Mit untrüglicher Sicherheit wusste ich, dass auch er mich niemals aus freien Stücken verlassen würde. Woher dieses Wissen kam, vermochte ich nicht zu sagen. Es war einfach da. So wie man weiß, dass man Luft zum Atmen braucht und dass die Sonne Wärme spendet. Zwar war mir bewusst, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis seine Vergangenheit uns einholen würde, aber ich wusste auch, dass wir ohne diese Vergangenheit niemals zueinandergefunden hätten.
Die Geschichte einer großen Liebe. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Schmerz, Verzweiflung und die Kraft loszulassen. Eine Geschichte aus dem wahren Leben.

Ich verzichte auf eine eigene Inhaltszusammenfassung, weil ich finde, dass diese hier von vorneherein genug sagt. Weil mir sonst der Bildschirm vor Tränen verschwimmt.
Ich muss ehrlich sagen, dieses Buch klingt erst wie eine saumäßig gut geschriebene Geschichte. Aber wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Nur dass ich nicht weiß, ob ich sie als beste oder traurigste beschreiben soll. Ich habe noch nie so viel gelacht und geweint. Manchmal auch beides zusammen.
Es ist super mutig, meiner Meinung nach, so eine Vergangenheit zu veröffentlichen. Einfach, weil man alles erneut erlebt, während man die ganzen Erinnerungen sammelt und niederbringt. Die ganze Freude, der ganze Schmerz, den man versuchte zu verdrängen. Und vor allem auch Themen aufzuwühlen, über die sich viel zu wenige Gedanken gemacht werden. Ich möchte nicht zu viel verraten, worum es dabei geht, weil es wirklich essentielle Dinge sind.
Aber genau diese Dinge brachten mich dazu, mein ganzes Leben zu überdenken. Meine Gedanken neu zu ordnen. Mir kam einfach alles so banal vor, meine eigenen Probleme so klein und total unnötig. Meine Gedanken verschwendet für Sachen, die es nicht wert waren, darüber nachzudenken. Und mir wurde bewusst, dass es viel zu viele Dunkelziffern gibt. Viel zu viel Unverständnis auf dieser Welt. Mir ist, als hätte ich alles selbst miterlebt. Ich spüre den Schmerz, die Zuneigung, die ganzen Gefühle, die Ducky bzw. Jessica gefühlt hat, sind ebenfalls in mir. Wobei ich auch sagen muss, dass man niemals das gleiche fühlen kann wie jemand, der das alles selbst durchgemacht hat.
Mehr kann und möchte ich nicht mehr sagen. Nichts anderes ging mir bisher so ans Herz wie diese Lebensgeschichte. Die es absolut wert ist, gelesen zu werden.

Samstag, 21. Januar 2017

LEGO

Ich muss gestehen, ich bin ein super Fan von Games von Lego. Ich hab zwar nicht alle, die jemals erschienen sind, aber die, die ich habe, finde ich einfach super.
Lego Star Wars zum Beispiel. Damit habe ich damals "angefangen". Ich liebe Star Wars eh total, aber wie die Entwickler die Story umgesetzt haben, fand ich richtig toll. Viele verschiedene Charaktere, die man im Story Modus erst nur gesehen, teilweise spielen konnte und später im Freien Spiel benötigt werden, damit man auch wirklich 100% erreichen kann. Sie waren grundsätzlich mit Witz gefüllt. Dass die Charaktere nicht sprechen, war meiner Meinung nach zumindest schon fast ein Markenzeichen. So wie bei The Legend of Zelda. Link hat auch nie gesprochen.
Jedenfalls hat es mir immer Spaß gemacht. Nur von einem war ich ein bisschen enttäuscht, von Marvel Super Hero auf DS. Die Grafik war nicht so besonders, aber das war noch zu verkraften. Was ich gar nicht leiden konnte, war der Sound, der sich anhörte wie aus den Radios aus den 70ern. Da wäre schon echt mehr drin gewesen. Der Witz fehlte mir auch ziemlich dabei, was ich umso trauriger fand. Da war nur der Versuch da, irgendwie witzig zu sein. Tja, leider verfehlt.
Auch sehr schön war Pirates of the Carribean. Die Liebe zum Detail, die Gangart, das Verhalten einer einzelnen Person oder von Tieren einzufangen, das macht nicht nur dieses Spiel aus. Es macht Spaß, durch jedes Erlebnis durchzustarten, was man schon aus den Filmen kennt, aber selbst noch besser in die Geschichte einzutauchen.
Ich bin zur Zeit bei Lego Der Hobbit dran. Ich war erst überrascht, weil alle reden können. Aber der Witz, mit dem die Geschichte erzählt wird, bleibt einfach. Sehr schön finde ich die große zu erforschende Welt. Ich kenne den Film nicht, muss ich leider zu meiner Schande gestehen, aber man kann durch das Auenland reisen, um fließend nach Bree oder zum Bruchtal zu kommen. Auf dem Weg kann man kleinere Quests machen, die meistens bedeuten, dass man etwas bauen oder suchen muss. Man muss tatsächlich auch die Dinge finden, die man braucht zum bauen, seien es Edelsteine, Steine an sich oder Bretter etc. Die findet man aber leicht auf der Reise. Natürlich gibt es auch rare Sachen, da muss man dann ein bisschen länger suchen, aber ich kann damit leben. Für mich wird aber auch die Geschichte an sich sehr gut erzählt. Also es gibt einen "Erzähler", der dann zwischendurch erklärt, was passiert und alles, während man spielt oder Sequenzen sieht. Ich will nicht sagen, dass ich total mitreden kann, wenn man über den Film diskutieren würde, aber was da vielleicht, anfangs zumindest noch, passiert, da könnte ich eventuell mitreden. Während ich Herr der Ringe - Die Gefährten gesehen habe, sind mir dann doch einige Zusammenhänge und Charaktere bekannt vorgekommen, was mir das Schauen ein bisschen leichter gemacht hat. Mir gefallen sowohl das Spiel, als auch der Film und ich möchte unbedingt alle anderen Teile noch sehen. Oder auch spielen.
Ich hoffe einfach, dass die Begeisterung bleibt und alle Spiele von Lego, die noch kommen werden, ebenfalls mit dieser Liebe und Hingabe produziert werden wie auch die, die ich bisher kenne. Für mich sprühen die Spiele vor Charme und ich kann nicht genug davon bekommen. Tatsächlich habe ich mir auch letztens Lego Herr der Ringe geholt, was ich dann nach Der Hobbit spielen werde.
Generell muss ich aber auch sagen, dass ich die Spiele im Multiplayer schöner finde, weil manchmal, wie bei Lego Indiana Jones, kleine Gadgets eingefügt werden. Wenn man da mit der Peitsche eine Frau trifft, kann es manchmal sein, dass er sie an sich ran zieht und knutscht. Diese Kleinigkeiten machen es für mich umso sympathischer,
Ich hoffe, ich bin mit meiner Begeisterung für Lego Spiele nicht alleine. Habt ihr sowas vielleicht auch schon mal gespielt? Und wenn ja, wie fandet ihr es?