Donnerstag, 7. Juni 2018

Buchrezension "P.S. Ich töte dich"

Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Conelly, Val McDermid u.a.
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
Format: broschiert
Seite: 270
Kosten: 16,90€

13 Zehn-Minuten-Thriller

Zum Inhalt lässt sich demnach nicht viel sagen, weil eine Geschichte nur über ein paar Seiten gehen.
Also warum eine Rezension über ein Buch schreiben, zu dessen Inhalt man nicht einmal etwas sagen kann? Ganz einfach: weil die Kurzgeschichten so genial geschrieben wurden, dass ich darüber schreiben muss.

Ich fand es ein bisschen gemein, dass die Geschichte von Sebastian Fitzek direkt am Anfang steht, was dazu führt, dass man auch hohe Ansprüche an alle anderen stellt. Zumindest, wenn man ein kleiner Fan von ihm ist wie ich es bin. *grins*
Allerdings wird man keinesfalls enttäuscht. Jede Geschichte hat für sich etwas und jede einzelne macht Spaß, sie zu lesen. Auch das Vorwort war amüsant.
Einige Storys haben ein ziemlich überraschendes Ende, womit ich einfach gar nicht gerechnet hätte. Vor allem haben alle aber einen Kitzel, der einen weiterlesen lässt. Jeder schafft es auf seine eigene Art und Weise, einen zu fesseln und anzusprechen. Besonders gut fand ich manchmal, dass man auch als Leser angesprochen wurde, Perspektiven eines Mörders, überraschende Wendungen, alles dabei.
Ganz besonders interessant war, dass vor jedem Beginn der Geschichte die Handschrift des Autors abgebildet wurde, der die ersten paar Sätze niedergeschrieben hat. Ganz am Ende gibt es eine Zusammenfassung aller Autoren, eine kleine Bibliographie dazu und auch eine Analyse der Handschrift, was super interessant ist zu lesen, wie die Charakteristik der Menschen sein soll. Mich würde interessieren, ob das alles auch stimmt.
Auch wenn sich nicht viel dazu sagen lässt, finde ich doch, dass diese Sammlung es wert ist, genannt zu werden.

Samstag, 2. Juni 2018

Buchrezension "DREAM ON - Marionetten"

Autor: Nikolas Stoltz
Genre: Thriller
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 5600
Kosten: 2,99€

*Achtung, es könnten Spoiler zum ersten Teil auftreten, daher wird, wie auch in der Inhaltsangabe des Buches selbst, empfohlen, den ersten Band vorher zu lesen*
(Quelle: Feuerwerke-Verlag)

Inhalt:
Lena Delago erlebt ihre schwärzeste Stunde, als Senator Howard Jackson auf einer Wahlkampfveranstaltung vor ihren Augen erschossen wird. Warum hat sie nicht reagiert, obwohl sie für die Sicherheit des Senators verantwortlich war un sie den Attentäter beobachten konnte? Zusammen mit der Reporterin Christina Porter und dem Traumdesigner Nick Quentin nimmt sie die Spur des Killers auf und stößt dabei auf eine Verschwörung, die ihre Vorstellungskraft übersteigt.
Auch im finalen Teil 2 der DREAM ON-Reihe sehen sich der Computerspezialist Nick Quentin und die Polizistin Lena Delago wieder einer scheinbar ungreifbaren Großmacht gegenüber, die die Welt, wie sie heute ist, in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, es wird jedoch empfohlen, mit Band 1 "DREAM ON - Tödliche Träume" zu beginnen.


Meine Meinung:
Erstmal zur Inhaltsangabe des Buches selbst: Ja, beide Teile können unabhängig voneinander gelesen werden, was von meiner Seite schon mal einen fetten Pluspunkt darstellt. Aber natürlich ist es von Vorteil, den ersten schon gelesen zu haben, aus dem ganz einfachen Grund, damit man auch die ganzen Hintergründe versteht. Die Beziehungen untereinander, die Handlungsweisen der Personen etc. Allerdings werden Informationen, die aus Band 1 angerissen und für den Verlauf wichtig werden, auch erklärt und ausgeführt, sodass man die Szenen recht gut vor Augen hat, auch ohne Hintergrundwissen.
Auch am Ende erhält man eine Zusammenfassung der Geschehnisse, wodurch die ganzen Verstrickungen noch einmal beleuchtet werden und man es besser verstehen kann.
Ich bin generell sehr begeistert. Ich war gespannt, schockiert, mitgerissen, irritiert - rundum alles, was man sich von einem Thriller erhofft. Mittlerweile halte ich mehr Abstand zu Büchern, in denen es darum geht, dass ein Ermittler oder sonst wer dabei ist, einen Fall zu lösen, weil es oftmals die gleiche Struktur hat. Hier ist es nicht der Fall. Man kommt nicht an einen Tatort, findet Beweise und schwupps, hat man irgendwann den Verdächtigen ertappt und alle sind glücklich. Es bleibt bis kurz vor dem Schluss spannend und ich hätte nicht mit dem Ende gerechnet. Aber dazu später mehr.
Ich finde es sehr schön, wie die Geschichte sich dieses Mal gedreht hat: Lena ist die Hauptverdächtige, während Nick zwar ebenfalls in Bredouille gerät, allerdings nicht so sehr wie im ersten Teil. Da war es genau umgekehrt. Vor allem, dass aus Nicks und Lenas Perspektive erzählt wurde, hat alles viel interessanter gemacht. Gerade bei der Informationsbeschaffung hatten beide unterschiedliche Quellen und somit musste sich alles zusammenfügen. Ich war immer wieder gespannt, wie sie das hinbekommen würden, weil immer irgendwas passierte, was nicht geplant war.
Es gibt viel zum nachdenken, wie die einzelnen Verstrickungen wohl sein würden. Was sich zum Schluss als riesige Informationsexplosion herausstellt.
Die Protagonisten haben wieder all ihren Grips gezeigt und mich sehr oft zum Staunen gebracht. Tom wurde auf Dauer irgendwie nervig, deshalb war ich schon froh, dass er nicht eine allzu große Rolle gespielt hat. Carlotta hat mich mit ihrer schrulligen Art ein wenig um den Finger gewickelt, ich finde sie total super. Vor allem ihre Emotionsgeladenheit war immer wieder interessant, mitzuerleben. Sie hat mich ebenfalls ab und an zum staunen gebracht.
*Achtung, möglicher Spoiler für den 2. Teil*
Ganz besonders spannend fand ich die Rückführung in Nicks Vergangenheit, um den Tod seiner Schwester endlich aufzuklären. Was genau passiert ist, woher seine Klaustrophobie kommt, wie man sich seinen eigenen Dämonen stellen kann und muss. Die Passage fand ich auch ein wenig gruselig, weil es für mich manchmal nichts erschreckenderes gibt, als sich den eigenen Ängsten und Dämonen zu stellen und zu versuchen, das zu überwinden.
*möglicher Spoiler Ende*
Ich finde es außerdem sehr spannend, dass man merkt, wie sehr ein solches Programm, das Zugriff auf das Unterbewusstsein des Menschen hat, die Welt verändern und vor allem auch missbraucht werden kann, um Ziele zu erreichen, die sonst schwerer zu ermöglichen wären. Was aber auch gleichzeitig sehr gruselig ist, weil damit eben so etwas möglich wird wie in dem Buch beschrieben, bzw. auch schon das, was im ersten Band aufgegriffen wird, dass man Menschen durch Manipulation des Systems und des Programms durch Ängste töten kann.
Das Ende war wirklich anders als erwartet. Da stellen sich Sachen heraus, mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte und erst dachte, das wäre eine Finte. Nur hat sich Nicks Bauchgefühl eben wieder bestätigt. Es war alles sehr überraschend.


Meine Meinung:
Ich finde, es lohnt sich definitiv, das Buch zu lesen. Am Ende gibt es auch noch einmal einen Ausblick auf die Auswirkungen des Systems in Form eines fiktiven Zeitungsartikels, was ich besonders schön fand.
Die Charaktere überzeugen aber sehr, sie wirken wie aus dem Leben geschnitten und sind in allen möglichen Facetten anzutreffen. Die Story an sich baut von Anfang an Spannung auf und lässt sie bis auf die letzte Minute auch aufrecht.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Buchrezension "Waldviertelmorde"

Autorin: Maria Publig
Genre: Kriminalroman
Verlag: Gmeiner
Format: Taschenbuch
Seiten: 310
Kosten: 14€

Inhalt:
Mörderische Ruhe
Walli Winzer hat die Nase voll: von den Männern, den immer länger werdenden Aufenthalten im Kosmetikstudio und von den Shoppingtouren in den Designershops der Wiener City. Als ein drohendes Burnout seine Schatten vorauswirft, weiß die erfolgreiche Inhaberin einer PR-Agentur eines ganz genau: Sie braucht Ruhe!
Ein altes Haus im Waldviertel nahe Wien soll ihre künftige Oase sein. Doch schon erweist sich diese als intrigendurchsetzte, mörderische Fallgrube.

Meine Meinung:
Puh. Ich habe mich richtig schwer getan, das Buch zu lesen.
Das größte Problem an allem war die Protagonistin Walli Winzer. Sie war mir super unsympathisch. Schnell wurde mir klar, dass sie sehr viel von sich selbst hält, mehr vielleicht auch, als für sie gut wäre. Direkt zu Anfang wird erzählt, dass sie kein Typ für eine Heirat ist, was an sich auch überhaupt nicht schlimm ist. Aber sie hat ihren Freund geheiratet als Kompromiss dazu, dass er das unbedingt wollte und auch Kinder haben wollte, wofür sie ebenfalls nicht der Typ ist. Im Prinzip auch kein Problem, dass sie keine Kinder will. Aber man heiratet niemanden als Kompromiss. Wenn man es nicht will, will man es nicht. Punkt. Ihr Mann wurde ihr dann zu anhänglich und sie hat sich anderweitig vergnügt, wenn sie bei der Arbeit jemand interessantes kennengelernt hat. Wäre auch völlig okay, wäre sie nicht verheiratet gewesen! Ich hatte die ganze Zeit Probleme zu lesen, weil ich sie absolut nicht leiden konnte. Diese Punkte wurden direkt zu Anfang genannt, wie gesagt.
Sie ist aber auch sehr schnell reizbar, obwohl es super unnötig wäre. Selbst bei einem Versehen eines anderen, in das sie involviert ist, würde sie gerne total ausrasten, reißt sich aber gerade noch am Riemen. Ich finde das einen super unsympathischen Charakterzug.
So viel zur Protagonistin.
Was mich außerdem gestört hat, war, dass sie viel zu oft mit ihrem Nachnamen genannt wurde. Man kennt den Nachnamen von Anfang an, da muss er nicht ständig in der Erzählung erwähnt werden. Auch dass die weibliche Pluralform immer wieder mit auftaucht ("MitarbeiterInnen") stört zumindest mich in dem Sinne, dass ich finde, dass ein allgemeiner Plural reichen sollte bzw. wenn man es dazu nehmen möchte, weil es möglicherweise andere stört, dass es nicht auftaucht, dann doch bitte mit einem "und" voneinander getrennt ("Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen").
(Quelle: Gmeiner Verlag)
Verwirrend finde ich allerdings auch, dass an einigen Stellen eher jugendlichere Ausdrücke verwendet wurden wie "so what" etc., allerdings an anderen Stellen ältere Ausdrücke benutzt wurden. Genauso verwirrend wie die Tatsache, dass in den Dialogen einmal der Dialekt benutzt wird (was nicht schlimm ist), aber im gleichen Satz wieder aufhört. Ich habe keine Ahnung, wie das mit so einer Mundart ist, ich selbst spreche keinen Dialekt. Deshalb stellt sich mir die Frage: Wechselt man mitten im Satz von Dialekt auf Hochdeutsch oder andersherum? Mich jedenfalls hat es irritiert. Ich kann verstehen, dass man sich in Rage redet, aber das war in diesen Situationen, die ich meine, nicht der Fall.
Generell war es nicht gerade spannend. Das meiste ging nicht darum, dass jemand ermordet wird und alles auf Hochtouren läuft deswegen. Es kam mehr so rüber, als würde es vor allem Walli überhaupt nichts ausmachen, dass da solche Grausamkeiten passieren. Sie zieht einfach in Ruhe ihr Ding durch. Erst zum Ende hin bewegte sich dann was, allerdings auch nicht so super viel. Die große Auflösung gab es zwar am Ende, aber in so einer typischen Form, dass es wieder langweilig war. Das einzig spannende waren bloß die Liebesgeschichten. Ich habe nie irgendeine Anspannung gefühlt, dass jemand in irgendeiner Gefahr war oder sonst was.
Wenn man sich vorstellt, dass jemand das Buch vorlesen würde, dann bitte mit einer monoton gelangweilten Stimme.

Mein Tipp:
Ich würde es nicht noch einmal lesen. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, mehr Spannung vor allem, aber die blieb total flach. Schade finde ich vor allem, dass es das erste Buch ist, was ich durchweg als negativ in Erinnerung behalten werde. Gerade, dass ich die Protagonistin nicht leiden konnte, war nicht gerade hilfreich.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Buchrezension "Das Jesus-Experiment"

Autor: Bernd Roßbach
Genre: Thriller
Verlag: Feuerwerke Verlag
Format: eBook
Pos.: 7310
Kosten: 0,99€

Inhalt:
Der Hirnforscher Tom Jennings ist auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt. Ein von ihm erfundenes Verfahren macht vererbte Erinnerungen sichtbar und stellt so die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf. Als Jennings im Zuge seiner Forschungen auf die Autistin Giulia trifft, verändert dies alles. Denn sie ist die direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus, der IHN mit eigenen Augen gesehen hat. Nach Jahrtausenden wird die Welt somit erstmals Bilder von Jesus Christus zu sehen bekommen. Als dadurch jedoch Zweifel an der Auferstehung des Messias wach werden, wendet sich die älteste Macht der Welt gegen Jennings, und eine Treibjagd durch Rom, Verona und die Katakomben von Paris beginnt.

Die Wahrheit über einen Mann aus Nazareth vor 2.000 Jahren.

Meine Meinung:
Der Prolog versprach schon eine ziemlich gruselige Stimmung, die auch eingehalten wurde. An einigen Stellen fand ich es echt schaurig und ich hatte regelmäßig Gänsehaut, wenn etwas passiert ist oder Fortschritte im Jesus-Fall zu erkennen waren. Leider muss ich aber sagen, dass die Spannung nicht ganz in mir aufkeimte. An den Stellen, die vielversprechend waren, wurde oft zu viel erklärt und beschrieben, was mir den Moment kaputt gemacht hat. Aber interessant und grausig blieben diese Stellen doch.
(Bildquelle: Feuerwerke Verlag)
Tom Jennings kam mir eingangs arrogant vor und wirkte unsympathisch. Das änderte sich zwar sehr schnell, trotzdem konnte ich nicht ganz mit ihm warm werden, weil er mir teilweise einfach zu emotionslos und passiv war. Er kam mir nicht vor, als nehmen ihn Ereignisse auf irgendeine Art und Weise mit, sondern sie passieren und er akzeptiert das einfach. Wenn Handlung erforderlich gewesen wäre, sagte er anderen Personen, dass sie doch etwas unternehmen sollten, statt sich um die eigenen Gelegenheiten zu kümmern. Diese Passivität hat sich aber immerhin noch gewandelt und er hat am Ende Initiativen ergriffen, wenn es notwendig war. Ein bisschen nervig fand ich dabei, dass er die Schuld den anderen in die Schuhe geschoben hat, statt sich selbst dessen bewusst zu werden, was er falsch gemacht haben könnte. Aber das hat sich wenigstens auch gelegt.
Lancette ist ein geldgieriges (entschuldigt) Arschloch, wie man sich typische Geschäftsmänner vorstellt. Ich kenne zwar keinen von solchen Typen, aber ich finde ihn schon irgendwie sehr realitätsnah gestaltet. Obwohl ich den Kerl nicht leiden kann, habe ich mich doch leider immer öfter gefragt, wann er denn nochmal auftaucht und was er wohl gerade macht etc.
Mit fortschreitender Story wird auch öfter die Perspektive gewechselt, man erfährt also auch etwas von Ermittlungen oder den Gegnern Jennings und bemerkt dadurch, welche Tragweite die neue Technologie hat, die Jennings entworfen hat. Dessen ist er sich oftmals selbst nicht bewusst.
Allgemein finde ich die aufgegriffenen Themen und die Beschreibungen dessen sehr interessant. Vor allem die Quellenverweise zeugen davon, dass Bernd Roßbach sich lange mit der Materie beschäftigt hat und nicht alles nur reine Fiktion ist, wie er auch in seinem Nachwort erklärt.
Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass eine solche Technologie nicht mehr lange auf sich warten lässt. Allerdings treten damit auch Bedenken auf, die ebenfalls nicht nur im Buch selbst aufgegriffen werden, sondern auch vom Autor am Ende. Wenn es wirklich möglich wäre, Erinnerungen auszutauschen, dann bin ich der gleichen Meinung, dass Individuen nicht mehr existieren, denn Erinnerungen formen nun mal einen Menschen. Vor allem aber würden sich das die falschen Leute zunutze machen. Somit könnte die Erinnerung an die Geschichte ausgetauscht werden, wodurch aber nur mehr die Gefahr besteht, dass sie sich wiederholt. Außerdem würden wir viel zu leicht kontrolliert werden können und die Privatsphäre wäre ebenfalls dahin, wie auch Nikolas Stoltz in "Dream On" aufgegriffen hat.
Wie die Kirche im "Jesus-Experiment" reagiert, so könnte ich mir das ebenfalls vorstellen. Natürlich gehört das zum Hauptstrang, deshalb werde ich darüber nicht mehr verraten.
Das Ende fand ich dann doch wirklich emotional, ganz besonders die große Auflösung ließ mir eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut huschen. Sehr interessant waren die Schlussfolgerungen, die eine Ermittlerin hervorbrachte, auf die ich beim besten Willen nicht gekommen wäre. Glaube ich zumindest, da mir das auf den ersten Blick alles ziemlich verworren vorkam. Je länger man das sacken lässt, desto plausibler erscheint es einem.

Mein Tipp:
Ich finde es wirklich interessant, wie kontrovers über Jesus diskutiert wird. Es herrscht nicht nur eine einzige Meinung, die die Wahrheit sein soll (so wie die Kirche drauf besteht, dass alles, was sie sagt, die einzig wahre Wahrheit wäre), es gibt einige Spekulationen, die meiner Meinung nach auch plausibel sein können.
Wie die Themen aufgegriffen wurden finde ich echt super und gerade die Recherchearbeit zuvor ist wirklich bemerkenswert.
Auch wenn mir die Spannung gefehlt hat und ich mit dem Protagonisten nicht warm wurde, gab es dennoch andere Figuren, die ich toll fand und die Neugier treibt einen wirklich voran. Ich kann den Thriller nur empfehlen, zumal es nicht ausschließlich nur von Jesus handelt und so religiös ist, wie man es vermuten würde. Allerdings sollte man sich trotzdem dafür interessieren und nicht zu engstirnig sein, wenn es um die Religion und Jesus geht.
Also:
Wirklich empfehlenswert.

Montag, 13. November 2017

Buchrezension "Ich bin der Zorn"

(Bildquelle: Bastei Lübbe)
Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 495
Kosten: 10,90€

Inhalt:
Mein Zorn ist gewaltig. Er bringt den Tod. Auch dir.
In einer Strafanstalt in Arizona ereignet sich ein blutiger Amoklauf. Scheinbar wahllos erschießt ein Gefängniswärter mehrere Menschen. Zu seinem Motiv schweigt er . Das ruft Bundesermittler Marcus Williams auf den Plan. Rasch findet er heraus, dass der Wärter von einem psychopathischen Killer erpresst wurde, der sich selbst Judas nennt. Um die Identität des Judas-Killer aufzudecken, tut Marcus sich erneut mit seinem Bruder Francis Ackerman jr. zusammen, dem berüchtigsten Serienkiller der Gegenwart: Marcus ermittelt außerhalb der Gefängnismauern, Ackerman jr. undercover unter den Häftlingen. Was beide nicht ahnen: Der Judas-Killer verfolgt weitaus größere Ziele als nur ein paar Morde...


Dies ist der vierte Teil der Reihe. Es wird empfohlen, die vorangegangenen gelesen zu haben. Falls nicht, beinhaltet der folgende Text Spoiler zu den ersten Teilen.

Meine Meinung:
Ich wurde mal wieder einfach nur umgehauen. Ich dachte erst, dass "Ich bin der Schmerz" quasi eine Art Höhepunkt darstellen würde, weil es dort schließlich um die ganzen Familienangelegenheiten ging und Marcus mittlerweile nachvollziehen kann, wie sein Bruder zu dem wurde, der er geworden ist, weil es ihm am eigenen Leib widerfahren war. Das schöne ist einfach, dass es gar keinen Höhepunkt geben muss. Es ist die Zeit nach der Krise und wie das Leben mit einem Serienkiller als Bruder und einer verkorksten Beziehung zur Freundin und zum eigenen Sohn funktionieren könnte. Und das ist mindestens genauso spannend.
Ich fand es richtig gut, dass es am Ende mancher Kapitel einen Tagebucheintrag des Killers gab, in dem seine eigene Geschichte erzählt wurde. Warum er der ist, der er nun mal ist. Das kam zu dem bereits gewohnten Perspektivenwechsel dazu, den ich immer noch sehr interessant finde und der es um einiges lesenswerter macht.
Außerdem war es spannend zu sehen, wie Marcus damit zurecht kommt, dass er von seinem Vater gefoltert wurde und sich plötzlich wieder um Familie kümmern muss. Dass er einen Sohn hat, von dem er vor nicht allzu langer Zeit noch nichts wusste, zumal dieser ebenfalls von Francis Ackerman sr. beeinflusst wurde. Er muss also irgendwie versuchen, sein eigenes Trauma zu verarbeiten, mit seinem Killer-Bruder klar zu kommen, seinen Sohn auf die richtige Spur zu bringen und auch noch eine Beziehung zu Maggie aufrecht zu erhalten. Alles absolut nicht so einfach, was sich bei ihm bemerkbar macht.
Ich habe mit der Zeit Marcus und Ackerman jr. so sehr ins Herz geschlossen, dass die beiden sogar für mich unzertrennlich wurden und auch einfach dazu gehören. Man merkt zwar immer wieder, dass Ackerman etwas speziell ist, aber er ist trotzdem irgendwie liebenswert und auch ich gebe ihm eine zweite Chance, seine Fähigkeiten weiterhin für das Richtige zu verwenden. Durch ihn sind nun mal andere Ermittlungsmethoden möglich, die einen furchtbar weit bringen können.
Dieses mal war ich wohl manchmal etwas irritiert, weil ich die Zusammenhänge dann nicht ganz verstanden hatte, aber das gab sich später wieder, als alles aufgeklärt wurde.
Wie auch im vorherigen Teil erkannte man hier wieder einmal, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen. Vor allem aber, dass man nicht in den Kopf eines Menschen gucken kann, was umso erschreckender ist. Jemand gibt vor, ein toller Mensch zu sein und man kauft ihm das sogar ab, aber im Endeffekt könnte er trotzdem ein  Mörder sein.
Ich finde es faszinierend, wie sich der Autor jedes mal eine neue Art und Weise ausdenkt, wie die Mörder handeln. Es wird einfach nicht langweilig und die Möglichkeiten sind schier endlos. Aber erst einmal auf solche Ideen zu kommen finde ich schon schwierig genug.
Aber auch der Handlungsort war dieses mal sehr interessant gewählt. Ein Gefängnis, ausgestattet mit sehr viel Technologie und äußerst geringem Personal im Vergleich zu anderen. Was nicht für jeden einen Fortschritt bedeuten würde. Ich finde, dass man sehr deutlich erkennen kann, wie die Technologie zwar für einen guten Zweck verwendet werden kann, aber auch andersherum Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden. Und dass sie aus Fehlern bestehen kann, da Menschen sie konstruieren und diese sehr weit weg von Perfektion sind.
Die Beschreibungen der Orte, nicht nur des Gefängnisses, sind wieder einmal sehr gut gelungen. Ich wurde erneut an Orte geführt, die den kranken Plänen eines Mörders dienen sollten und fühlte mich ins Geschehen verfrachtet, direkt an die Seite der jeweiligen Personen, um die es in den Abschnitten ging. Sie wurden lebendig und ich war ein stiller Beobachter der Szenerie.

Mein Tipp:
Der Autor bleibt seinem Schreibstil weiterhin treu, wodurch es gut lesbar ist und man sich neben den Figuren stehen sieht, jedoch immer einen Einblick in ihr Inneres bekommt. Es ist und bleibt spannend und interessant und man fiebert wirklich mit, immer mit dem Gedanken daran, wer denn jetzt der Gesuchte sein könnte. Ich finde dieses Buch lesenswert und den Autoren einfach genial.
Es wird nächstes Jahr ein neues Buch erscheinen mit dem Titel "Ich bin der Hass". Ich freue mich jetzt schon darauf!

Montag, 6. November 2017

Buchrezension "Ich bin der Schmerz"

Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 430
Kosten: 10,99€

Inhalt:
Ich bin ein Zerstörer. Ich fühle mich nur lebendig, wenn ich anderen Schmerz zufüge. Großen Schmerz.
Die Medien nennen ihn den "Anstifter", und das Spiel, das er spielt, ist besonders perfide: Zuerst entführt er die Familie eines völlig unbescholtenen Mannes, bevor er diesem befiehlt, einen anderen unbescholtenen Mann zu töten. Weigert sich der Erpresste, werden seine Lieben ermordet. Nur der ehemalige Polizist Marcus Williams kann den Killer zur Strecke bringen. Auf der Jagd erhält Marcus Hilfe von seinem Bruder, den Serienkiller Francis Ackerman junior. Denn dieser weiß, wer hinter dem Anstifter steckt: sein Vater. Der, der ihn zu dem gemacht hat, was er ist: dem absolut Bösen...


Hier empfiehlt sich tatsächlich, die ersten beiden Teile zu lesen, da man meiner Meinung nach sonst zu viel verpassen würde. Ich gehe deshalb davon aus, dass sie schon gelesen wurden. Falls nicht, sollte man sich überlegen, weiterzulesen, weil sonst gespoilert wird.

Meine Meinung:
Ich wurde einfach mal wieder total gefesselt und überrascht. Vor allem der Einstieg in das Buch ging schnell und unerwartet.
Es herrscht hier ein gewaltiger Unterschied zu den vorherigen Fällen vor: Wie schon der Inhalt zeigt, kennt man bereits den Täter. Und nur Marcus' Bruder kann ihm hier helfen, da er die "Handschrift" des Killers kennt. Durch seine jahrelangen Erfahrungen als Versuchskaninchen weiß er nur zu gut, wie ihr gemeinsamer Vater tickt. Dennoch ist es nicht so leicht, ihn zu fangen. Irgendwoher hat Ackerman junior schließlich seinen Perfektionismus bezüglich der Tarnung und des Beseitigens von Beweisen. Und gerade dieses Katz und Maus Spiel macht es furchtbar interessant. Vor allem ist es mal wieder faszinierend, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen.
Ich fand es wohl ziemlich erschreckend, wie schnell sich Marcus daran gewöhnt hat, dass Ackerman junior sein Bruder und senior sein Vater sind. Er nennt sie auch schon so. Ich persönlich würde es schwer finden, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass mein Bruder und mein Vater eigentlich totale Irre sind, die sich am eigenen Schmerz und an dem von anderen laben. Die Menschen beinahe schon aus Leidenschaft umbringen. Wobei ich auch sagen muss, dass Marcus ebenfalls nicht ganz so begeistert davon ist, zumal sich manchmal die Zusammenarbeit mit Ackerman junior als etwas schwierig erweist.
Dennoch bin ich wieder einmal furchtbar froh darum, dass Junior wieder dabei ist. Erneut zeigt er seine sympathischen und auch irgendwie witzigen Züge, die mich, wie auch vorher schon, total zum schmunzeln gebracht haben. Vor allem ist es sehr interessant zu sehen, wie ein Killer versucht, für die Guten zu arbeiten. Dadurch hat man ganz andere Einblicke in die Fälle und Möglichkeiten, die andere Seite besser zu verstehen oder zumindest die Schritte nachzuvollziehen.
(Bildquelle: Bastei Lübbe)
In gewohnter Weise wird die Spannung aufgebaut und die Neugier angeregt. Ebenfalls sind die Kapitel wieder relativ kurz gehalten mit dem Effekt "das lese ich jetzt aber noch schnell", vor allem, weil auch hier am Ende eines jeden Kapitels Spannung und Neugier erzeugt wird. Diese Methode wird aber auch nicht langweilig. Sie erfüllt immer wieder ihren Zweck.
Es gab viele Stellen, die mich sehr überrascht haben, weil ich damit absolut nicht gerechnet hatte. Umso mehr wollte ich erfahren und weiterlesen. Zumal man auch immer mal wieder mehr Informationen über die Geschichte von den Ackermans erfährt, die Antworten auf einige Fragen enthält. Am schlimmsten ist die hautnahe Erfahrung der Grausamkeit Seniors, die einen selbst sogar fast zur Verzweiflung bringt.
Das Ende ist bis zum letzten Punkt einfach nur spannend und vor allem rechnet man einfach überhaupt nicht mit dem, was dort passiert. Es hat alles ein bisschen abgerundet und in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Mein Tipp:
Ich kann nicht mehr dazu sagen, weil ich nicht mehr sagen kann als: unbedingt lesen. Spannung, Neugier, Überraschung und Verzweiflung haben die perfekte Mischung. Ich habe dieses Buch verschlungen, es war sehr interessant und der Autor trifft mit seinem Schreibstil direkt ins Schwarze. Bei Büchern mit Mördern und Ermittlern bin ich mittlerweile vorsichtig, weil sich zunächst alles gleich anhört. Hier jedoch absolut gar nicht, es ist anders als diese typischen Kriminalfälle, was es umso lesenswerter macht.

Montag, 30. Oktober 2017

Buchrezension "Ich bin die Angst"

Autor: Ethan Cross
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 556
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Ich wurde ohne Seele geboren. Deshalb werde ich deine rauben. Es wird wehtun.
Der "Anarchist", ein mysteriöser Killer, verbreitet in Chicago Angst und Schrecken. Er trinkt das Blut seiner Opfer, bevor er sie anzündet. Schlimmer noch: Er zwingt sie, ihm dabei unentwegt in die Augen zu schauen. Denn sie sollen sein wahres Gesicht sehen. Nicht das Gesicht des liebevollen Ehemannes und Vaters, das er seit Jahren für seine Familie aufsetzt, sondern das Gesicht des absolut Bösen. Um den Anarchisten zur Strecke zu bringen, muss Marcus Williams von der Shepherd Organization sich ausgerechnet an seinen Todfeind wenden: Francis Ackerman junior, den berüchtigsten Serienkiller der Gegenwart.

Meine Meinung:
An sich fand ich den Nachfolger von "Ich bin die Nacht" wirklich gut. Es wurde sich teilweise auf den ersten Teil bezogen, aber nicht zu sehr, sodass man auch den zweiten Teil gut einzeln lesen könnte.
An manchen Stellen fand ich es irgendwie schade, dass sie spannend hätten werden können, aber es nicht wurden, weil viel zu viel drumherum erzählt wurde und dadurch die Spannung abgeklungen war. Allerdings war es nicht immer so, denn vor allem am Ende eines jeden Kapitels schafft es Ethan Cross, mich nochmal zu fesseln und mit den letzten Sätzen die Neugier anzustacheln, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Vor allem die kurzen Kapitel lassen einen denken, dass man das ja noch schnell lesen könne. Dann wechselt auch noch die Figur und schon hat man viel mehr gelesen, als man wollte, weil man eigentlich noch andere Dinge machen müsste.
Ein Spannungsaufbau fand trotzdem statt, vor allem spürt man auch, wie angespannt die Figuren werden. Das übertrug sich auch auf mich.
(Bildquelle: Bastei Lübbe)
Ich finde aber auch vor allem die Art und Weise super gelungen, dass man aus wirklich jeder Perspektive etwas mitbekommt, sogar vom Mörder selbst. Dadurch hat man einfach viel schneller einen Einblick in die Beweg- und Hintergründe einer jeden Figur. Und die ganzen Beziehungen untereinander werden durchsichtiger. Vor allem finde ich die Perspektive des Killers am interessantesten, weil es spannend ist zu erfahren, wie er sich selbst und alle anderen wahrnimmt. Man kann dann erkennen, dass er neben seiner boshaften Art auch anders sein kann.
Ich fand es wohl immer wieder überraschend, was alles so ans Tageslicht gekommen ist, womit ich einfach niemals gerechnet hätte. Vor allem die Genialität hinter manchen Köpfen war genauso überraschend. Egal, ob gutes oder böses Genie.
Ich fand auch super, dass immer wieder das Datum zu sehen war, damit man auch ein Gefühl dafür bekommt, wie lange die Ermittlungen überhaupt dauern. Es passiert einfach so viel an einem Tag, dass wenn das nicht da stehen würde, man denken könnte, es wäre viel mehr Zeit vergangen.
Marcus hat sich meiner Meinung nach wohl sehr starkt verändert. Wenn ich den ersten Teil nicht gelesen hätte, hätte ich nicht gedacht, dass er wirklich schon eine Familie hatte. Vor allem aber finde ich am besten, dass Ackerman nicht verschwunden ist. Auch wenn er komisch ist und seine Aktionen fragwürdig, mag ich ihn einfach total. Er hat sympathische Züge an sich und ich musste oft genug schon über ihn schmunzeln, weil manche Bemerkungen einfach zu lustig sind.

Mein Tipp:
Die Handlung ist interessant, die Figuren sind wieder schön gestaltet und vor allem toll ist, dass Marcus und Ackerman zusammen sich quasi wie ein roter Faden durch beide Bücher ziehen. Der Perspektivwechsel macht alles ziemlich interessant und außerdem wird es aufbauend immer spannender, was einer der Gründe ist, weiterlesen zu wollen. Und das Ende ist überraschender als alles andere und man will unbedingt wissen, ob die aufkommenden Fragen auch gelöst werden können. Einfach nur JA!