Donnerstag, 27. Juli 2017

Buchrezension "Die dunklen Wächter - Sanfter Mond"

Autorin: Rachel Hawthorne
Genre: Roman
Verlag: Goldmann Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 256
Kosten: 8,99€

Inhalt:
Er ist es, meine große Liebe, mein Seelenverwandter - mein Schicksal...
Beim nächsten Vollmond wird sich Lindsey zum Werwolf verwandeln, ihr Schicksal scheint besiegelt. Sogar ihr Partner fürs Leben steht bereits fest: Connor, der von ihren Eltern, den mächtigsten Mitgliedern des Werwolfclans der dunklen Wächter, dazu bestimmt wurde. Aber damit will Lindsey sich nicht zufrieden geben. Sie mag Connor, doch jedes Mal, wenn sie Rafe sieht, erwachen in ihr Gefühle, die sie für Connor nie hatte. Wird sie ihr Schicksal herausfordern können?

Meine Meinung:
Ich habe tatsächlich erst im Nachhinein erfahren, dass dies der zweite Teil einer Trilogie ist. Ich bin aber sehr angenehm überrascht, dass man diesen hier auch einfach so lesen kann. Wenn Informationen vonnöten sind, werden sie von Lindsey auch gegeben. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt.
Lindsey ist meiner Meinung nach zu zweifelhaft. Ich mochte sie, das auf jeden Fall, aber sie macht sich selbst durch ihre ständigen Zweifel einfach zu viel Stress. Zumindest, was persönliche Dinge angeht. Bei anderen Sachen sind die Zweifel angebracht und ihr Werwolfinstinkt scheint immer weiter aus ihr zu sprechen.
Connor ist so eine Mischung aus mag ich und mag ich nicht, es gibt gewisse Punkte an ihm, die mich stören, aber andere, die ich wieder gut heißen muss. Wobei er das genaue Gegenteil zu Rafe bildet, der eher der Drauf- und Einzelgänger ist mit einer schweren Vergangenheit, während Connor alles in die Hände zu fallen scheint. Rafe ist irgendwie sehr typisch gestaltet. Eben der, der immer richtig cool rüber kommt, alles lieber alleine macht und als Bad Boy mysteriös wirkt. Dadurch, dass beide so gegenteilig beschrieben sind, wirkt es wieder wie eine typische Auseinandersetzung zwischen dem Schnösel, den die Eltern natürlich besser finden, und dem Bad Boy, vor dem die Eltern immer gewarnt haben.
Die Eltern von Lindsey fand ich zunächst sehr anstrengend und furchtbar, am Ende musste ich mich aber doch von ihnen überraschen lassen.
Die anderen Charaktere sind mir auch alle ans Herz gewachsen. Vor allem der Einsatz füreinander hat mich berührt, auch wenn es unter Wölfen normal ist.
Die Story an sich war mir irgendwie zu kurz. Ich hatte das Gefühl, die Handlung passiert nur nebenbei, die Emotionen von Lindsey und das Hin und Her stehen im Vordergrund. Dabei finde ich, dass beide Stränge gut parallel laufen sollten, ohne dass eines überwiegt. Es geht schließlich eigentlich um die Erhaltung des Wolfclans, was eine große Rolle spielt. Aber stattdessen ist der Streit um Lindsey ganz vorne. Das hat mich dann schon etwas gestört, weil der "Krieg" einfach nur beiläufig geschieht.
Das Ende war dann fast schon irgendwie so, wie man es erwartet hatte. Und meiner Meinung nach auch nicht ganz so einführend bzw. weiterleitend, wie man denken würde, wenn man weiß, dass es noch eine Fortsetzung gibt.

Mein Tipp:
Jaein. Ich finde Geschichten über Werwölfe meistens eh sehr interessant, deswegen ein klares Ja von mir. Meistens liest man von Werwölfen UND Vampiren oder nur eben diesen, aber ich habe selten ein Buch in der Hand, das nur von Werwölfen handelt. Oder ich habe bisher noch nicht genug recherchiert, kann auch sein.
Andersherum finde ich es irgendwie schon zu typisch, dass sie sich zwischen zwei Menschen entscheiden muss, die das genaue Gegenteil voneinander sind. Und dass sie sich aus den falschen Gründen an einen der beiden bindet. Und dass ein Krieg bevorsteht, der einfach zu stark aus den Augen verloren wird. Ja, die Entscheidung ist wichtig für Lindsey, dennoch steht das Überleben auf dem Spiel.
Einen Fehler macht man meiner Meinung nach dennoch nicht, wenn man mehr über Werwölfe lesen möchte und ein kleiner Spritzer Romantik auch vorhanden sein darf.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Buchrezension "Die Dämonen der Nacht"

Autorin: Catherine Webb
Genre: Roman
Verlag: EditionNova
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Kosten: 15,66€ (Originalausgabe, meine habe ich nirgends gefunden und irgendwann einmal als Mängelexemplar gekauft)
Originaltitel: Mirror Wakes
Originalsprache: Englisch

Inhalt:
Der Magier Laenan Milan herrscht über das winzige Land Sturmkap und wird von Lisana, der Königin von Haven und Herrscherin über das Land der Träumer, zum Leiter des Silberhand-Konsortiums ernannt. Als er erfährt, dass der König von Sonnenkap zu Tode gekommen ist, sorgt er sich auch um das Leben der Königin. Denn eine Serie mysteriöser Todesfälle erschüttert das Land der Träumer.
Laenan Milan leitet Untersuchungen der Todesfälle in die Wege, und schon bald mehren sich die Anzeichen eines Komplotts um den Thron von Haven.

Meine Meinung:
Zuallererst zum Klappentext: Nein, er sorgt sich nicht um das Leben der Königin. Er wird quasi dazu gezwungen, dass er für sie arbeiten soll. Die Königin und Laenan können sich nicht ausstehen, wie man schon direkt zu Anfang merkt. Er hat andere Beweggründe für den Schutz der Königin.
Ich fand es am Beginn etwas sehr anstrengend, zu verstehen, worum es überhaupt geht. In welcher Welt man sich befindet. Zur Aufklärung: Es ist die Welt der Träume, die für die Bewohner so real ist wie für uns die Erde. Es gibt verschiedene Länder bzw. Städte, die verschiedene Themenbereiche haben. Sturmkap zum Beispiel ist der Traum des Sturmes, Sonnenkap der Traum der Wüste usw. Wir Menschen können in diese Welten gelangen und wandern, während wir träumen, darin umher. Dann gibt es zwischen diesen Städten auch eine Leere, vergleichbar wie Landstraßen. Dort gibt es keine Häuser, einfach ein schwarzes Nichts, durch das man wandern kann, um zu anderen Städten zu gelangen. Das ist das Grundlegende.
Laenan Milan ist der Held, von dem jedermann redet und aus dessen Sicht auch erzählt wird. Er ist ein Magier, der quasi der Besitzer von Sturmkap ist. Ich konnte mich teilweise gut in ihn hineinversetzen und Handlungen verstehen, aber manchmal konnte ich seinen Gedankengängen nicht folgen, die zur Lösung des Falls beitragen sollten.
Alle anderen Figuren waren halt einfach da. Ich habe keinem hinterhergetrauert oder habe großartig mitgefiebert. Es gab nur einen einzigen, bei dem ich wirklich Emotionen gezeigt hatte. Obwohl eigentlich sehr viele Personen auftauchen. Das fand ich sehr schade.
Dennoch war die Handlung gut. Es war eine komplett neue Welt für mich. Ich wäre glaube ich nie auf die Idee gekommen, dass die Träume wirklich eine eigene Realität sein könnten, in denen die Bewohner von der Erde träumen so wie wir von ihnen. Es gab zwar keine große Spannung meiner Meinung nach, aber die Neugier hat mich immer wieder gepackt. Spannung war erst ziemlich zum Schluss bemerkbar, als die große Auflösung kommen sollte. Kurz vor dem Epilog wurde es richtig interessant. Der Epilog selber war irgendwie platt. Es wurden dann noch Dinge erklärt, die vorher passiert sind, was auch an sich gut war, aber ich hätte irgendwie trotzdem mehr erwartet als das.
Ich finde es irgendwie sehr traurig, dass ich eben nicht so einen Draht zu alldem hatte. Ich konnte mir zwar die ganzen Orte und Handlungen gut vorstellen, die waren wirklich super und vor allem interessant beschrieben und gestaltet, aber trotzdem fehlte mir der Verlust, den man am Ende eines guten Buches spürt, weil etwas schönes nun zu Ende ist.

Mein Tipp:
Ja und Nein. Ich bin etwas hin und her gerissen, weil ich zwar die Handlung vor allem gen Schluss hin immer besser und interessanter fand, andererseits mich nichts emotional wirklich berührt hat. Vielleicht findet jemand anderes einen besseren Zugang zu den Figuren und generell dem Roman als ich.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Buchrezension "Luna"

Autorin: Julie Anne Peters
Genre: Roman
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers
Format: Taschenbuch
Seiten: 248
Originalsprache: Englisch
Kosten: 10,99$ bzw. knapp 10€

Inhalt:
For anyone who has ever felt invisible.

"Luna," she repeated softly, more to herself than me. "Appropiate, wouldn't you say? A girl who can only be seen by moonlight?"
Rolling over, I muttered, "You're such a freakshow."
Her hair splayed across my pillow, tickling my face. "I know," she murmured in my ear. "But you love me, don't you?"
Yeah, I loved her. I couldn't help it. She was my brother.

Meine Meinung:
Es ist so ein wundervoller und emotional geladener Roman, der aktuelle Themen aufgreift und die Gesellschaft kritisiert, die ständig vorgibt, tolerant und fortgeschritten zu sein.
Liam, Lia-Marie und Luna sind ein und dieselbe Person. Liam wurde als Junge geboren, obwohl er sich nicht als so einer fühlt. Er bemerkt schon sehr früh, dass mit ihm etwas nicht stimmt und er lieber wie seine Schwester sein will. Der tägliche Kampf, jemand sein zu müssen, der man nicht sein will, reißt ihn hin und her. Nachts entwickelt sich Liam zu Luna, wie sie sich jetzt nennen möchte. Und gerade diese Figur macht eine große Entwicklung im Laufe der Handlung. Eine sehr erfreuliche in meinen Augen. Seine/ihre Schwester Regan entwickelt sich ebenfalls stark. In positive Art und Weise, wie ich finde. Das Band zwischen den beiden merkt man auf jeder Seite, auch wenn Regan sich sehr oft darüber auslässt, dass sich alles ständig nur um Luna dreht. Dennoch unterstützt sie sie, wo sie nur kann.
Regan ist eine Einzelgängerin, die eher die typische Rolle eines großen Bruders einnimmt: Die Schwester muss beschützt werden. Es zeigt aber auch, wie viel Regan an Liam/Luna liegt, da sie nur möchte, dass es ihm/ihr gut geht. In beiden Geschlechtern. Regan weiß aber dennoch manchmal nicht, wie sie ihren Bruder ansprechen soll, sie wechselt immer wieder zwischen Er und Sie. Sie kommt daher selbst durcheinander. Vor allem aber, weil die Transformation in das wahre Ich nur bei Nacht geschieht, während am Tag Liam zum Vorschein kommt. Die Rolle, die gespielt wird, damit keine Beleidigungen in Stürmen von allen Seiten hageln, vor allem von Seiten der eigenen Familie.
Regan beschwert sich, wie bereits erwähnt, oft darüber, dass es immer nur um Luna gehen würde. Ihr ganzes Leben drehe sich immer nur um sie. Und im nächsten Moment besinnt sie sich wieder eines Besseren und ist sofort wieder für sie da, sobald Luna sie wieder mit ihren Sorgen überschüttet. Ich kann beide Seiten verstehen. Sowohl Regan, die auch einmal nicht daran denken möchte, was wohl passieren könnte, wenn irgendwer etwas von diesem Geheimnis erfährt, als auch Luna, die einfach nicht mehr damit leben möchte, dass sie sich ständig verstecken muss.
Dabei spielt das Unverständnis der Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Die Befürchtung, von anderen gemobbt zu werden, ist natürlich sehr groß. Vor allem der Verstoß aus der eigenen Familie. An den Reaktionen der anderen bemerkt man, dass Menschen doch nicht so tolerant sind, wie sie immer vorgeben zu sein. Was sehr traurig ist, denn gerade diejenigen, die einen großen Wandel vollziehen und einfach nur sie selbst sein wollen, brauchen am meisten Unterstützung. Doch der Roman zeigt, dass man die nicht immer bekommt und nicht immer erwarten kann.
Gerade in der Familie ist es super wichtig. Doch bei den Eltern von Regan und Luna merkt man sofort, dass man bei den beiden nicht damit rechnen kann. Die Mutter hat zwar auch ihren Traum erfüllt und arbeitet wieder, doch interessiert sie sich kaum noch für die Familienangelegenheiten. Stattdessen hängt sie lieber am Telefon und in der Arbeit. Dabei sollte die Familie immer an vorderster Stelle stehen. Der Vater denkt in Stereotypen. Er will unbedingt, dass Liam auch wirklich Dinge macht, die typisch für Jungs sind, und Regan eben das, was typisch für Mädchen ist. Haushalt zum Beispiel. Er zwingt beide in ihre Rollen, die er erwartet. Wodurch Liam sich noch unwohler fühlt und beide ganz genau wissen, dass die Eltern niemals von Luna erfahren dürfen.
Man erkennt, dass noch ein sehr großer Aufklärungsbedarf besteht, damit Menschen anderen mit Toleranz begegnen und einen nicht schräg anschielen, wenn man aus den stereotypischen Rollen schlüpft. Anderssein ist scheinbar immer noch ein wichtiger Punkt, der nicht grundsätzlich auf Verständnis stößt.

Mein Tipp:
Ich habe einen besseren Einblick in die Gefühlswelt eines Transgender bekommen. Den Kampf, den man jahrelang mit sich selbst führt. Und dass gesellschaftliche Toleranz noch gewisse Grenzen besitzt, die aufgebrochen werden sollten. Es werden brisante und aktuelle Themen beschrieben auf eine sehr emotionale und dramatische Art und Weise. Ich kann den Roman wirklich nur empfehlen.

Montag, 3. Juli 2017

Buchrezension "Die Dinge deiner Liste"

Autorin: Mia Hansen
Genre: Roman
Verlag: Montlake Romance
Format: eBook
Pos.: 3570
Kosten: 4,99€

Inhalt:
Vicky wohnt immer noch auf dem Land bei ihren Eltern und schlägt sich neben dem Studium mit Aushilfsjobs durch ihr eher locker-leichtes Leben. Ihren Jugendfreund Finn hat sie seit Kindheitstagen nicht mehr gesehen. Finn hat in der Finanzabteilung einer Frankfurter Versicherung Karriere gemacht, das Schicksal wendet sich jedoch gegen ihn.
Vicky will Finn wiedersehen und ihn im Kampf gegen die Krankheit unterstützen. Sechszehn Wünsche einer Liste aus den Tagen ihrer Jugend sollen in einem Jahr in Erfüllung gehen. Eine aufregende Reise beginnt, auf der nicht alles klappt wie geplant...
"Die Dinge deiner Liste" ist ein tragisch-komischer Roadtrip durch Europa und ein Bekenntnis zum Leben und zur Liebe.

Meine Meinung:
Naja. Es hätte schöner sein können.
Man weiß durch die Inhaltsangabe, was passieren und wie es ausgehen wird. Und dass nicht alles klappt, wie geplant, stimmt halt leider auch nicht.
Die Planung der Wunscherfüllung war quasi schon beendet, bevor sie wirklich angefangen hat. Es fiel alles in ihre Hände, ohne dass sie sich groß hätten anstrengen müssen. Vicky hat also einfach nur einen Stein ins Rollen gebracht und schon erledigte sich alles von alleine. Meiner Meinung nach ging das alles viel zu schnell und zu geschmiert. Dafür, dass Finn krank ist, passiert ihm nichts wirklich dramatisches, bei dem man den Atem angehalten hätte und ebenfalls bangen müsste.
Ich fand es einerseits schön, dass Finn ständig Grund zum Lachen hatte, obwohl er so krank ist. Andererseits kommt es sogar beim Lesen einfach zu stark so herüber, als wäre das alles nur Show und nicht ernst, dadurch, dass er eben so oft lacht. Es wirkt so, als ob er einfach keine Sekunde ernst bleiben könnte, aber zwischendurch hat er dann zu heftige Anwandlungen Vicky gegenüber und ist dann das genaue Gegenteil, eher boshaft. Ich kann leider nicht beurteilen, wie Menschen mit so einem Schicksal damit umgehen, aber selbst wenn er gesund wäre, dann fände ich das ständige Lachen irgendwie anstrengend.
Vicky konnte ich zwar verstehen, dass sie sich sorgt, aber ich ein Hineinversetzen war mir nicht möglich. Vor allem dadurch, dass die Geschichte einfach viel zu schnell vorangeschritten ist und auch viel zu einfach war. Dadurch konnte ich dann wiederum nicht verstehen, warum sie die Planung so sehr vereinnahmt, weil es eben so einfach war, dass andere die Arbeit für sie quasi erledigen. Für mich war Vicky am Anfang einfach noch fast schon kindlich, am Ende jedoch wirkte sie plötzlich erwachsen. Aber wie sie sich dahin entwickelt hat, davon bemerkt man gar nichts.
Ich fand auch irgendwie komisch, dass Finn so viel Geld hatte. Ich habe zwar keine Ahnung, wie viel man bei so einer Versicherung verdient, aber all das, was er finanziert hat, stelle ich mir schon sehr teuer vor und da reichen mir die Erklärungen nicht, die Finn liefert.
Mir kam es dann letztendlich so vor, als wäre die ganze Geschichte eine Mischung aus "Dem Horizont so nah" und "P.S. I Love You". Das hat mir dann irgendwie den Reiz genommen, denn dadurch wusste man wirklich, was einen erwartet. Wenn man sich das nicht schon vom Klappentext hergeleitet hat.
Das, was ich wirklich schön fand, war, dass am Ende eines jeden wichtigen Kapitels die Liste abgebildet und das Erlebte durchgestrichen wurde. Somit hatte man noch einen guten Überblick, was alles noch gemacht werden müsste.
Das Ende war dann trotzdem ergreifend. Überraschend war es nicht. Mehr lässt sich dazu leider nicht sagen.

Mein Tipp:
Dadurch, dass man einfach weiß, wie die Geschichte verlaufen wird und alles vorhersehbar ist, braucht man nur den Klappentext lesen und dann hat man sich das Geld gespart. Ich würde es schlichtweg nicht empfehlen, es lief alles einfach zu geschmiert und viel zu schnell.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Buchrezension "Wenn gestern unser morgen wäre"

Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 4945
Kosten: 0,99€

Inhalt:
Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen.
Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen...

Meine Meinung:
Es ist fantastisch. Es hat Drama und Romantik, Witz und Charme.
Zuallererst einmal zu den Personen: Ich konnte mich durch den guten Schreibstil sehr in Sara hineinversetzen. Ich hatte nicht das Gefühl, wie bei einem vorherigen Buch der Autorin, dass sich zu viel im Kopf abgespielt hat. Es war eine super Mischung zwischen Gedanken und Handlung. Ich hatte das Gefühl, diese Entscheidungen selbst fällen zu müssen und in diesen Konflikten zu stecken, wobei ich allerdings bei einigen Sachen so oder so anders gehandelt hätte. Aber da spielte dann meine eigene Meinung mit, die mich oft an den Kopf fassen ließ, warum Sara so handelte und nicht anders. Andersherum hat man immer leicht reden, wenn man nicht in der gleichen Situation steckt.
Matt fand ich reizvoll, er hatte Biss und Charme. Wobei ich mich auch bei ihm manchmal gefragt habe, warum er so handelt. Da stand ich dann wie Sara auch einfach nur rätselnd da. Aber alles klärte sich nachher auf. Oliver und seine Freunde sind alles richtige Kotzbrocken, wie man sehr schnell feststellt. Sie leben in einer Welt, in die ich niemals auch nur meine Nase stecken wollen würde. Schnöselig bis zum geht nicht mehr. Hat mir aber auch super gut gefallen. Sie waren eben genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich lesen möchte und haben es ebenfalls interessanter gemacht. Sie gehörten irgendwie dazu. Außerdem sind sie so gut beschrieben, dass man meinen könnte, die Autorin hätte lebende Beispiele gehabt, die sie einfach nur beschreiben musste. Sehr realitätsnah.
Generell war es eigentlich immer spannend. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Sara, Matt und allem drum und dran weitergeht, welche Entscheidungen Sara fällt und welche Auswirkungen diese auf den Verlauf der Zukunft hätten. Der berühmte Butterfly Effect. Ein kleiner Flügelschlag kann die ganze Zukunft verändern und ich musste einfach wissen, wie die Protagonistin ihre Chance nutzen würde. Denn so eine Möglichkeit bietet sich nicht zweimal.
Diese ständigen Hochs und Tiefs in Saras Leben haben ebenfalls noch angestachelt, weiterzulesen. Vor allem, weil man fix gemerkt hat, dass man trotzdem noch Fehler macht, wenn man eine neue Chance bekommt, nur dass es dann andere sind. Fehlerlos kann man eben nie durch das Leben gehen.
Man bemerkt eine Metamorphose von Sara. Sie gibt vor, jemand zu sein, der sie eigentlich gar nicht sein will und wie unbemerkt unglücklich sie damit ist. Was in meinen Augen auch eine Art Appell ist, dass man immer das machen sollte, worauf man selbst Lust hat und keine Maske tragen sollte, hinter der man sein wahres Ich versteckt. Sonst lebt man mit einer großen Lüge.
Das Thema der zweiten Chance ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema, weil eigentlich fast jeder mindestens ein Mal im Leben sagt, dass er Dinge anders machen würde, wenn er eine zweite Chance dazu bekommen würde. Nur dass man damit auch die ganze Zukunft verändert, wenn man nur eine Kleinigkeit ändert. Empfinde ich zumindest so.
Das Ende fand ich sehr überraschend, aber keineswegs unangemessen. Es hat die Geschichte einfach noch schöner gemacht und abgerundet.

Mein Tipp:
Lesenswert!! Das Thema an sich ist sehr gut gewählt und super verarbeitet, die Personenkonstellation ist interessant und realitätsnah und man kann sich super in Sara hineinversetzen und mitfiebern, wie es weiter geht. Und vor allem hat es alles, was ein gutes Buch braucht.

Montag, 19. Juni 2017

Buchrezension "Dem Ozean so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch ;)
Seiten: 367
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Eine Geschichte über die alles überwindende Kraft der Freundschaft.
Sie teilen das gleiche Schicksal und sind doch ganz verschieden: Danny ist erfolgreich und unabhängig - auch wenn er hart dafür kämpfen musste - ach einer Kindheit, die für ihn keine war. Tina hingegen hat die letzten Jahre auf der Straße verbracht. Als die beiden, denen das Leben nichts geschenkt hat, einander begegnen, spüren sie eine nie erlebte Nähe. Verzweifelt bemüht Danny sich, Tina zu zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Hilft den beiden ihre Freundschaft, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen? Und wo genau liegt eigentlich die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe?

*Es könnten Spoiler zu den ersten beiden Teilen vorhanden. Falls man diese noch nicht gelesen hat, kann ich das nur wärmstens empfehlen. Ansonsten: Weiterlesen auf eigene Gefahr.*

Meine Meinung:
Man erfährt hier sehr viel über Tina. Wie Danny und sie sich kennengelernt haben, was auch sie alles durch gemacht hat, vor allem aber in der Zeit, in der sie Danny schon kannte. Und auch hier muss ich sagen, dass ich es erstaunlich finde, wie die Autorin es geschafft hat, wieder alles so gut zu erzählen, dass man wirklich denkt, sie wäre dabei gewesen. Wie sie es schafft, die Verbindung zwischen sich und den zweien noch so sehr zum Ausdruck zu bringen und lebendig werden zu lassen, auch wenn sie selbst keine Rolle in diesem Teil spielt.
Das Ende war so, wie ich es gedacht hatte, was mich jedoch überhaupt nicht gestört hat. Im Gegenteil, ich fand es wirklich schön.
Ich bin immer noch gerührt, wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was Danny und Tina alles zusammen durchgestanden haben. Was sie beide für sich gegenseitig tun und tun würden. Man spürt eine Liebe zwischen ihnen nur durch das Lesen. Eine Liebe, die man einfach nicht wirklich beschreiben kann. Und die es nur ganz selten auf der Welt gibt. Deshalb bin ich aber umso glücklicher darüber, dass sie sie gefunden haben.
Die ganze wahre Geschichte, die erzählt wird (vor allem, wenn man alle drei Teile gelesen hat), lässt einen so fühlen, als ob man jeden der drei persönlich kennt/kannte. Und trotzdem empfinde ich so, dass ich genau das nicht sagen dürfte, weil ich sie eben nicht kannte, nicht in der gleichen Situation war und sie begleiten konnte.
Es gab wieder sehr emotionale Momente, in denen ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Ganz besonders, wenn sich beide füreinander einsetzen und man sich durch den Kopf gehen lässt, was beiden passiert ist und passieren wird.
Manchmal merkt man, dass das, was Tina und Danny in ihrer verkorksten Kindheit nicht erleben konnten, irgendwie ein wenig nachgeholt werden musste. Die schönen, sorgenfreien Zeiten, in denen es keine Probleme gibt und keine Zeichnungen in ihnen. Aber was Dannys Vater mit ihm angestellt hat, hinterlässt eben seine Spuren, welche er niemals ablegen kann. Und auch Tinas Vergangenheit holt sie immer wieder ein, obwohl beide auf dem besten Weg sind, sie irgendwie hinter sich zu lassen.
Dadurch, dass man die Figuren aber schon kennt, gibt es nun leider nicht mehr viel zu sagen, außer...

...meinen Tipp:
Ich möchte es mal gewöhnte Emotionalität nennen, aber es war immer wieder überraschend und ergreifend. Ich kann es nur herzlich empfehlen, da es die Lücke in der Geschichte von Danny füllt. Es ist aber nochmal verdeutlichend, welche Auswirkungen Dinge (vor allem in der Kindheit) haben, die einen als Schatten im ganzen Leben begleiten.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Buchrezension "Diatar - Kind des Lichts"

Autorin: Ina Linger
Genre: Fantasy / Dystopie
Verlag: keiner
Format: eBook
Pos.: 4574
Kosten: 2,99€

Inhalt:
Diatar und Monandor, zwei verschiedene Völker, die sich bis auf das Blut hassen und bekämpfen. Und zwei Menschen, die den Hass überwinden.
Jaro gehört zu den Diatar, der Bevölkerung, die am Tag lebt und im Dorf gefangen sind, sobald die Sonne verschwunden ist. Das gehört zu ihren Regeln, die niemals gebrochen werden dürfen. Aber um zu überleben, weiß Jaro ganz genau, dass sie sich nicht mehr lange daran halten können. Sonst müssen alle sterben. Doch ist die Gefahr zu hoch, wieder auf jemanden zu treffen, den man eigentlich nie wieder sehen wollte.
Monandor leben nachts. Sobald ihre Haut von der Sonne berührt wird, verbrennt sie. Risa ist ein Teil von ihnen, aber sie ist weniger empfindlich als andere. Ihr Volk wird jedoch von den Diatar angegriffen. Doch will sie keinen verlieren, den sie bei den Diatar kennt. Sie braucht ihn. Für mehr, als alle anderen ahnen können.


Meine Meinung:
Manchmal bestimmt das Ende, wie man das ganze Buch findet. Weil es das Entscheidendste ist. Nur untermalt es für mich in diesem Fall meine Meinung, die ich schon vorher hatte: Mir fehlt schlichtweg die Spannung. Sie ist zwischendurch zu spüren, aber ich empfinde die Schreibweise als zu beschreibend in solchen wichtigen Momenten. Ich habe mich mehr als allwissender Beobachter gefühlt, der weiß, wie die glimpflichen Situationen ausgehen werden, als jemanden, der wirklich über Jaros Schulter guckt und nichts anderes weiß als das, was er macht, denkt und sagt. Und das Ende war, obwohl ich es anders erwartet hatte, sehr schnell da und weniger spannend als gedacht. Was aber andersherum gesehen einen schönen Überraschungsmoment ausgemacht hat.
Ein wenig verwirrend fand ich, dass es einige Namen mit L und J gab und ich dann nicht mehr ganz wusste, von wem jetzt überhaupt die Rede war.
Die Themen der Spannung und Namen mal beiseite geschoben, kommen jetzt zwei Punkte, die mich am meisten gestört haben:
1. Es waren eindeutig zu viele Schreibfehler vorhanden. Seien es falsch gesetzte Kommata oder Buchstaben zu viel oder zu wenig. Wenn es bei zwei bis drei Fehlern bleibt, da kann ich auch drüber hinwegsehen, aber es waren eindeutig mehr und da hört dann leider meine Toleranz auf.
2. Es waren teilweise zu viele Auflistungen. Ein Beispiel von mir:"Er rannte gerne herum, sprang und sang", oder "Schwer atmend kletterte er weiter, griff zu." Das war für mich an den falschen Stellen verwendet und zu oft, deshalb fand ich das auch dezent nervig, dieses Stilmittel ständig lesen zu müssen.

Jetzt höre ich mal auf zu meckern und komme zu den positiven Seiten:
Die Story an sich fand ich sehr gut. Es hat zwar sehr an Romeo und Julia erinnert, aber trotzdem wusste man eben nicht, wie es zwischen unserem Romeo und unserer Julia läuft. Am schönsten fand ich diesen na-endlich-Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet hatte. Einfach diese Erleichterung, dass endlich die Last der Erwartung von den Schultern genommen wurde.
Es war auch eine komplett neue Welt, komplett neue Völker und eine neue Geschichte zwischen ihnen, die sich im Laufe langsam und zum Teil erschlossen hatte. Und vor allem eine Erschütterung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber Jaros Weltbild komplett verändert.
Die Rückblicke auf wichtige Ereignisse waren an den richtigen Stellen eingeschoben und haben vor allem auch sehr viel Aufschluss gegeben in Bezug auf Handlungen und Gefühlslagen der betroffenen Figuren. Man erkennt vor allem, wie schwer Jaro es als Kind hatte, wodurch ich mich noch etwas mehr in ihn versetzen konnte, da ich wusste, warum er heute so ist und so handelt.
Die Figuren waren meiner Meinung nach auch schön ausgearbeitet, ich konnte mich wie gesagt gut in Jaro hineinversetzen, habe Risa, seinen besten Freund und seine Eltern in mein Herz geschlossen und habe auch Beziehungen zu anderen Nebenfiguren aufgebaut. Ich konnte auch deren Handlungen und Gefühle nachvollziehen, auch wenn man deren Vorgeschichte nicht so nah erlebt hat.
Das Ende war wie gesagt eher unspannend, dafür aber auch ein wenig überraschend und hat mich dennoch neugierig darauf gemacht, wie es weiter geht, da meine Fragen nicht alle beantwortet wurden, ich das jedoch nicht auf mir sitzen lassen möchte. ;)

Mein Tipp:
Mein anfänglicher negativer Ton scheint optisch zu überwiegen, aber trotzdem tut er dies nicht, für mich haben die positiven Aspekte ein viel größeres Gewicht. Deshalb würde ich das Buch gerne weiterempfehlen, sofern euch das nicht abgeschreckt hat. Mich hat es auf jeden Fall neugierig gemacht auf die noch kommenden Teile.