Montag, 10. April 2017

Buchrezension "Dem Abgrund so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch, wer hätte das gedacht ;)
Seiten: 330
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Ein Buch, das zu Herzen geht. Ein Buch, das Mut macht.
Danny ist gerade zehn Jahre alt, als sein Leben aus den Fugen gerät. Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst seine Familie, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zu ziehen. Dannys Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol und fällt zurück in Verhaltensmuster, von denen er glaubte, sie vor der Ehe endgültig abgelegt zu haben. Danny ist seinem Vater schutzlos ausgeliefert. Aber er gibt nicht auf...
Bei einem Sommercamp lernt Danny die Französin Dominique kennen. Ihre Liebe hilft ihm, sich von seiner Familie - und damit aus der Dunkelheit, die sein junges Leben prägt - zu lösen. Es beginnt ein Kampf um Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit - und um die Liebe.

Danny ist zu jung, um zu verstehen, was vor sich geht. Um endgültig erwachsen zu werden. Er sollte seine Kindheit genießen wie jeder andere. Aber sein Vater lässt das nicht zu. Danny wird nicht zu einem normalen Kind mit einer glücklichen Familie. Was er sich aber sehnlichst wünscht. Er muss schneller erwachsen werden, als ihm lieb ist. Und mit Dingen umgehen, die keiner stemmen sollte. Vor allem aber nicht alleine.

*Es sind Spoiler zum ersten Teil vorhanden, falls man diesen noch nicht gelesen hat. Ich gehe hierbei davon aus, dass man ihn gelesen hat und daher schon Hintergrundwissen besitzt.*

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Teil der Danny-Trilogie. Er spielt in der Kindheit von Danijel Alaric Taylor, der zu viel mit ansehen und mitmachen musste. Im ersten Teil erfährt man schon einige Dinge aus der Kindheit, die aber hier vertieft werden. Man bekommt einen genaueren Einblick in die grausame Geschichte von Aiden Taylor, Dannys Vater, ihm und seiner Mutter.
Wie man schon im ersten Teil erfahren hat, wurde Danny von seinem Vater früher über Jahre hinweg vergewaltigt und missbraucht. Der Besuch seiner Mutter mit Jessica zusammen hat klar gemacht, dass seine Mutter geistig nicht zurechnungsfähig ist. Hier erfährt man die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge, die meiner Meinung nach viel zu furchtbar sind, als dass man wirklich glauben möchte, dass sie wahr sind. Aber es stimmt alles. Eine traurige und zugleich wütend machende Geschichte, die mir unter die Haut ging.
Ich finde es interessant und spannend, wie Jessica Koch es geschafft hat, die Geschichte so zu erzählen, als wäre sie selbst dabei gewesen. Und vor allem teilweise auch so detailliert, als ob sie alles mitgeschrieben hätte, als Danny ihr das einst erzählte. Man spürt immer noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, denn wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, dass sie nach all der ganzen Zeit immer noch weiß, was er ihr darüber gesagt hat, ich finde es erstaunlich.
Was ich sehr schön fand, waren diese Andeutungen über die Zukunft, die die Autorin zwischenzeitlich fallen ließ. Es wird nicht vorausgesetzt, dass man den ersten Teil schon gelesen hat, man kann diesen Band ruhig auch als erstes lesen. Dafür verraten die eingeworfenen Kommentare auch zu wenig. Wenn man aber nach der Reihenfolge geht, wie die Bücher erschienen sind, erkennt man die Verhaltensmuster wieder und versteht auch somit, wie es überhaupt dazu kam.
(Bildquelle: Rowohlt Verlag)
Die Entwicklung, die Danny gemacht hat, zeichnet sich deutlich ab. Wie schnell er erwachsen werden musste, damit er mit der ganzen Situation irgendwie umgehen konnte. Ich finde es erstaunlich, wie er es geschafft hat. Der große Kampf, den er irgendwie schaffen musste, den Mut, den er aufbringen wollte, die Kraft vor allem. Und die kleinen Schritte, die aber die Welt bedeuten. Ich habe auch ein bisschen mehr gelernt, diese kleinen Schritte, die man kaum merkt, aber trotzdem da sind, mehr zu schätzen, weil man seinem großen Ziel auch damit näher kommt. Kleine Erfolge sollte man trotzdem feiern. Und vor allem: Niemals aufgeben. Denn dann hat man schon verloren. Und für irgendetwas lohnt es sich immer. Also, wie man sieht, empfand ich es als super lehrreich.
Generell war ich hierbei wirklich ständig nur fassungslos. Ich war gefesselt davon, wie es wohl mit Danny weitergehen würde, was seine und vor allem Aidens nächste Schritte sein würden. Und dabei blieb mir viel zu häufig der Mund offen stehen. Dass es so etwas gibt, so schlechte Menschen, macht einen nur traurig und wütend zugleich. Was meinen "inneren Film", der beim lesen entsteht, sehr dunkel erscheinen ließ. Vor allem Dannys Zimmer.
Im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass mich die Geschichte von Danny sehr fesselt. Es zerreißt mir das Herz, dass nicht nur er, sondern auch andere Kinder mit einem ähnlichen Schicksal zu kämpfen haben. Und dass man sieht, dass man sehr viel in einem Menschen zerstören kann. Ich finde es bemerkenswert, wie Danny damit umgegangen ist. Und kann nur sagen, dass der Einband die Wahrheit sagt: Er macht Mut.

Mein Tipp:
Ich würde es definitiv jedem weiterempfehlen. Man kann es unabhängig vom ersten Teil lesen, was ich als Pluspunkt empfinde. Außerdem sensibilisiert man sich ein bisschen für diese Themen, weil es auch oft genug lieber totgeschwiegen wird, als dass man damit an die Öffentlichkeit geht. Vor allem aber gibt Jessica Koch auch Hinweise dazu, wie man so etwas erkennen könnte. Die Stimmung wird auch gut hervorgebracht und durch den Erzählstil kann man sich auch gut in Danny einfinden. Es ist eine wahre Geschichte, die jeder gelesen haben sollte.

~Nisi

Montag, 3. April 2017

Buchrezension "Nur eine Ewigkeit mit dir"

(Bildquelle: FeuerWerke Verlag)
Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 3932
Kosten: 11,99€

Inhalt:
Lily ist müde, lebensmüde. Jonas lebt nicht, zumindest nicht richtig. Als die beiden aufeinander treffen, handelt es sich um einen Glücks-, aber keinen Zufall. Denn Jonas kennt Lily bereits aus einem anderen, einem längst vergangenem Leben. Während Lily Tag für Tag neuen Lebensmut schöpft, muss sich Jonas seiner Vergangenheit stellen - und damit auch einer Entscheidung, die die Grenze zwischen den Zeiten immer brüchiger werden lässt...
Eine wundervolle Geschichte über die grenzenlose Macht einer Liebe, die alle Zeiten überdauert.

Lily hat ihre Mutter verloren und damit auch ihren Lebenswillen. Niemand kann dagegen etwas tun, ihre Familie nicht und auch ihre Freunde haben keine Chance. Bis Jonas sie rettet und ihr etwas zeigt, was sie eigentlich niemals sehen sollte. Jonas steckt in einer Zwickmühle, denn Lily ist für jemand anderes bestimmt als für ihn. Doch gegen seine Gefühle kann er nicht ankämpfen. Gefühle, die er nicht haben dürfte und die eine große Gefahr für ihn darstellen. Doch er ist der einzige, der sie weiterhin im Leben halten kann.

Meine Meinung:
Zuerst einmal etwas über die Figuren. Die Konstellation hat mir sehr gefallen. Es wurde abwechselnd aus Lilys und Jonas Sichtweise erzählt, wodurch man einen guten Einblick in die Gefühlslage der beiden hatte. Und die Beweggründe hinter einigen Dingen besser verstanden hat. Auch die Unterschiede der Charaktere haben mir gefallen. Jeder hat eine ganz eigene Art, auch mit Trauer umzugehen, was man sehr schnell erkennt. Lily bricht mit allem ab, nachdem ihre Mutter gestorben ist, zieht sich immer mehr zurück und ist schließlich so weit, dass sie sich das Leben nehmen will, wäre Jonas nicht dazwischen gegangen. Ihre Tante Bille sucht hingegen den Kontakt, vor allem zu Lily, um den Verlust ihrerer Schwester irgendwie verarbeiten zu können. Jonas stürzte sich in seine Arbeit, als er seine Liebe in einer anderen Zeit verlor, was ihm jetzt nur leider nicht mehr gelingt. Und auch Yolanda hatte ihre verlorene Liebe niemals vergessen und wurde dadurch strenger und etwas kühler. Man merkt also, dass der Verlust in diesem Roman eine große Rolle spielt, genauso wie die Liebe. Sei es die zur Familie oder zu einem anderen Menschen, den man gerne als Partner in sein Leben lassen würde.
Die Story an sich war auch interessant. Eine Theorie, die aufgegriffen wird, lautet, dass zwei Seelen, die in einem Leben als Partner sehr glücklich waren, für alle anderen Leben weiterhin bestimmt sein werden. Ein übersinnliches Thema, auf das ich gerne ein bisschen eingehen würde, weil die Frage immer im Raum stehen wird, was nach einem Leben denn überhaupt passiert. Wie man im Roman selbst sieht, dauert es eine Weile, bis eine Seele aus einem früheren Leben wieder ein neues anfangen wird. Man wird also nicht direkt wiedergeboren. Damit stimme ich überein, auch, dass man überhaupt ein neues Leben antritt. Meiner Meinung nach ist das ein großes Thema, über dass manche gar nicht sprechen wollen, weil sie sich entweder nicht damit befassen wollen oder aber glauben, dass man sie dann für verrückt erklärt, wenn man seinen eigenen Standpunkt darlegt. Was ich sehr schade finde. Mich würde interessieren, was ihr darüber denkt, falls ihr mir das mitteilen wollt. :)
Was ich sehr schade fand, war, dass kaum Handlung stattfindet. Es vergehen vielleicht nur einige wenige Tage, eine Woche oder zwei, das kann ich schlecht einschätzen. Jedenfalls handelt 3/4 von dem Roman davon, wie es in den Figuren aussieht. Häufig dann auch das gleiche, wie verboten die Liebe doch sei, wie grausam die Trennung vom vermeintlichen Partner oder von der eigenen Mutter. Ja, ich kann es verstehen, wie schlimm sowas ist. Dennoch finde ich nicht, dass alles nur noch darüber gehen muss, sondern dass auch ein bisschen Handlung geschieht. Dass sie mehr unternehmen, nicht unbedingt von Dächern springen oder so, aber sie stehen auf, denken nach, lesen und gehen wieder schlafen. Man war selbst in so einer Kuppel, in der sich alles um Emotionen dreht, in der einfach nichts wichtig ist. Später kam mehr Handlung dazu, Lily hat mehr gemacht als nur zu denken und man kam aus dieser Kuppel ein Stück weit raus. Damit wurde es auch ein Stück interessanter. Aber die Spannung fehlte mir trotzdem. Die Neugier wurde nicht richtig entfacht, wie es denn nur weitergehen würde, ob Lily und Jonas alles geregelt bekommen oder nicht. Wer die an Lily gebundene Seele ist, ihr Partner für alle weiteren Leben.
Manchmal war ich auch sehr irritiert, weil ich dann den Gedankengängen nicht ganz folgen konnte, warum welche Schlussfolgerung gezogen wurde oder ähnliches. Ich stand dann ein bisschen auf dem Schlauch. Bei einer Sache war das auch sehr gut durchdacht, weil es das größte Geheimnis ist, was dann alles lösen würde. Aber bei anderen Dingen war es irgendwie viel zu irritierend.
Ab und zu wurde mir das mit den Gedichten auch ein bisschen zu viel. Ich kann nachvollziehen, warum stellenweise darauf zurückgegriffen wurde, aber immer wieder Gedichte zu lesen und dahinter den für die Geschichte relevanten Sinn verstehen war dann doch etwas zu viel teilweise.

Mein Fazit:
An sich fand ich die aufgegriffenen Themen gut durchdacht und war auch etwas neues für mich. Die Charaktere haben einen Eindruck hinterlassen. Jedoch waren sie nicht so klasse, dass ich sie vermissen, mich sonderlich für sie freuen oder richtig mit ihnen gefühlt hätte. Es war zwar interessant, aber mir fehlte Spannung. Es wurde nicht viel gemacht, sondern meistens nur gedacht und gefühlt und irgendwann war das dann ein bisschen zu viel. Generell würde ich ja und nein zu diesem Buch sagen. Ja, weil das Thema interessant ist und die Charaktere unterschiedlich sind, vor allem im Umgang mit Emotionen. Nein, weil die Charaktere zu wenig handeln und es viel zu sehr von den gleichen Themen handelt, was die Spannung raus nimmt.

~Nisi

Mittwoch, 1. März 2017

Buchrezension "Dem Horizont so nah"

Genre: Roman
Autorin: Jessica Koch
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 6773
Kosten: 9,99€

Es überraschte mich nicht, dass ich immer noch an Dannys Seite war. Freiwillig würde ich diesen Mann im Leben nicht verlassen. Mit untrüglicher Sicherheit wusste ich, dass auch er mich niemals aus freien Stücken verlassen würde. Woher dieses Wissen kam, vermochte ich nicht zu sagen. Es war einfach da. So wie man weiß, dass man Luft zum Atmen braucht und dass die Sonne Wärme spendet. Zwar war mir bewusst, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis seine Vergangenheit uns einholen würde, aber ich wusste auch, dass wir ohne diese Vergangenheit niemals zueinandergefunden hätten.
Die Geschichte einer großen Liebe. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Schmerz, Verzweiflung und die Kraft loszulassen. Eine Geschichte aus dem wahren Leben.

Ich verzichte auf eine eigene Inhaltszusammenfassung, weil ich finde, dass diese hier von vorneherein genug sagt. Weil mir sonst der Bildschirm vor Tränen verschwimmt.
Ich muss ehrlich sagen, dieses Buch klingt erst wie eine saumäßig gut geschriebene Geschichte. Aber wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Nur dass ich nicht weiß, ob ich sie als beste oder traurigste beschreiben soll. Ich habe noch nie so viel gelacht und geweint. Manchmal auch beides zusammen.
Es ist super mutig, meiner Meinung nach, so eine Vergangenheit zu veröffentlichen. Einfach, weil man alles erneut erlebt, während man die ganzen Erinnerungen sammelt und niederbringt. Die ganze Freude, der ganze Schmerz, den man versuchte zu verdrängen. Und vor allem auch Themen aufzuwühlen, über die sich viel zu wenige Gedanken gemacht werden. Ich möchte nicht zu viel verraten, worum es dabei geht, weil es wirklich essentielle Dinge sind.
Aber genau diese Dinge brachten mich dazu, mein ganzes Leben zu überdenken. Meine Gedanken neu zu ordnen. Mir kam einfach alles so banal vor, meine eigenen Probleme so klein und total unnötig. Meine Gedanken verschwendet für Sachen, die es nicht wert waren, darüber nachzudenken. Und mir wurde bewusst, dass es viel zu viele Dunkelziffern gibt. Viel zu viel Unverständnis auf dieser Welt. Mir ist, als hätte ich alles selbst miterlebt. Ich spüre den Schmerz, die Zuneigung, die ganzen Gefühle, die Ducky bzw. Jessica gefühlt hat, sind ebenfalls in mir. Wobei ich auch sagen muss, dass man niemals das gleiche fühlen kann wie jemand, der das alles selbst durchgemacht hat.
Mehr kann und möchte ich nicht mehr sagen. Nichts anderes ging mir bisher so ans Herz wie diese Lebensgeschichte. Die es absolut wert ist, gelesen zu werden.

~Nisi

Samstag, 21. Januar 2017

LEGO

Ich muss gestehen, ich bin ein super Fan von Games von Lego. Ich hab zwar nicht alle, die jemals erschienen sind, aber die, die ich habe, finde ich einfach super.
Lego Star Wars zum Beispiel. Damit habe ich damals "angefangen". Ich liebe Star Wars eh total, aber wie die Entwickler die Story umgesetzt haben, fand ich richtig toll. Viele verschiedene Charaktere, die man im Story Modus erst nur gesehen, teilweise spielen konnte und später im Freien Spiel benötigt werden, damit man auch wirklich 100% erreichen kann. Sie waren grundsätzlich mit Witz gefüllt. Dass die Charaktere nicht sprechen, war meiner Meinung nach zumindest schon fast ein Markenzeichen. So wie bei The Legend of Zelda. Link hat auch nie gesprochen.
Jedenfalls hat es mir immer Spaß gemacht. Nur von einem war ich ein bisschen enttäuscht, von Marvel Super Hero auf DS. Die Grafik war nicht so besonders, aber das war noch zu verkraften. Was ich gar nicht leiden konnte, war der Sound, der sich anhörte wie aus den Radios aus den 70ern. Da wäre schon echt mehr drin gewesen. Der Witz fehlte mir auch ziemlich dabei, was ich umso trauriger fand. Da war nur der Versuch da, irgendwie witzig zu sein. Tja, leider verfehlt.
Auch sehr schön war Pirates of the Carribean. Die Liebe zum Detail, die Gangart, das Verhalten einer einzelnen Person oder von Tieren einzufangen, das macht nicht nur dieses Spiel aus. Es macht Spaß, durch jedes Erlebnis durchzustarten, was man schon aus den Filmen kennt, aber selbst noch besser in die Geschichte einzutauchen.
Ich bin zur Zeit bei Lego Der Hobbit dran. Ich war erst überrascht, weil alle reden können. Aber der Witz, mit dem die Geschichte erzählt wird, bleibt einfach. Sehr schön finde ich die große zu erforschende Welt. Ich kenne den Film nicht, muss ich leider zu meiner Schande gestehen, aber man kann durch das Auenland reisen, um fließend nach Bree oder zum Bruchtal zu kommen. Auf dem Weg kann man kleinere Quests machen, die meistens bedeuten, dass man etwas bauen oder suchen muss. Man muss tatsächlich auch die Dinge finden, die man braucht zum bauen, seien es Edelsteine, Steine an sich oder Bretter etc. Die findet man aber leicht auf der Reise. Natürlich gibt es auch rare Sachen, da muss man dann ein bisschen länger suchen, aber ich kann damit leben. Für mich wird aber auch die Geschichte an sich sehr gut erzählt. Also es gibt einen "Erzähler", der dann zwischendurch erklärt, was passiert und alles, während man spielt oder Sequenzen sieht. Ich will nicht sagen, dass ich total mitreden kann, wenn man über den Film diskutieren würde, aber was da vielleicht, anfangs zumindest noch, passiert, da könnte ich eventuell mitreden. Während ich Herr der Ringe - Die Gefährten gesehen habe, sind mir dann doch einige Zusammenhänge und Charaktere bekannt vorgekommen, was mir das Schauen ein bisschen leichter gemacht hat. Mir gefallen sowohl das Spiel, als auch der Film und ich möchte unbedingt alle anderen Teile noch sehen. Oder auch spielen.
Ich hoffe einfach, dass die Begeisterung bleibt und alle Spiele von Lego, die noch kommen werden, ebenfalls mit dieser Liebe und Hingabe produziert werden wie auch die, die ich bisher kenne. Für mich sprühen die Spiele vor Charme und ich kann nicht genug davon bekommen. Tatsächlich habe ich mir auch letztens Lego Herr der Ringe geholt, was ich dann nach Der Hobbit spielen werde.
Generell muss ich aber auch sagen, dass ich die Spiele im Multiplayer schöner finde, weil manchmal, wie bei Lego Indiana Jones, kleine Gadgets eingefügt werden. Wenn man da mit der Peitsche eine Frau trifft, kann es manchmal sein, dass er sie an sich ran zieht und knutscht. Diese Kleinigkeiten machen es für mich umso sympathischer,
Ich hoffe, ich bin mit meiner Begeisterung für Lego Spiele nicht alleine. Habt ihr sowas vielleicht auch schon mal gespielt? Und wenn ja, wie fandet ihr es?
~ Nisi

Freitag, 20. Januar 2017

Buchrezension "Happy Valentine"

Das hier wird ein bisschen länger, weil drei Geschichten in einem eBook zusammen veröffentlicht wurden und ich zu jeder schließlich meine Meinung geben möchte.

Genre: Roman
Autoren: Julia K. Stein, Elke Mascha Blankenburg, Tamara Wernli
Verlag: Gmeiner
Format: eBook
(Bildquelle: Gmeiner-Verlag)
Pos.: 13974
Kosten: 11,99€

 1. Teil: Julia K. Stein "Liebe kann man nicht googeln"
Inhalt:
Lea hat sich von ihrem Freund getrennt, muss jetzt irgendwie alleine klar kommen, während ihre Freundinnen entweder einen nach dem anderen abschleppen oder gerade eine Hochzeit planen. Ihre Eltern durchleben auch gerade ihre Trennung und mit keinem von beiden kann sie so richtig über ihre Probleme reden. Dass sie in ihrem Job als Redakteurin gar nicht so erfolgreich ist, wie sie hoffen. Dass sie den Job geschmissen hat, weil sich die Zeitschrift, für die sie schreibt, sich ihrer Meinung nach in die falsche Richtung bewegt. Dass sie den ach so perfekten Schwiegersohn sitzen lassen hat, weil er überhaupt nicht so perfekt ist, wie sie glauben.
Lea entscheidet sich dazu, einen eigenen Blog zu eröffnen, auf dem sie alles, was in ihrem Leben zur Zeit passiert, live mitzuschreiben. Sie berichtet vom Junggesellinnenabschied von ihrer Freundin Cora, die auf Sylt feiern möchte. In einem Club lernt sie Jörn mit B kennen, der ursprünglich aus Hamburg kommt, aber jetzt nach München ziehen möchte. Was ein Zufall, dass sie ebenfalls dort wohnt. Sie hat Hoffnung, dass an dem Abend noch was läuft. Bis er damit herausplatzt, dass er eine Freundin hat. Dabei will sie doch jetzt schon niemand anderes mehr. Zurück in München denkt sie an keinen anderen mehr als an Björn. Sie kann nicht mehr arbeiten, ohne dass sie ständig an ihn denkt, sie googelt ihn tausend mal und findet nichts, auch bei Facebook findet sie nicht viele Informationen über ihn. Dabei schreibt sie sich all ihren Frust und Kummer auf ihrem Blog von der Seele. Ohne irgendein Wort zu streichen oder Namen zu verändern, bleibt sie immer ehrlich und überschreitet damit eine gewisse Grenze.
Dabei wird sie erkennen, dass Präsenz im Internet nicht immer nur von Vorteil sein kann.

Meine Meinung:
Um direkt einzusteigen: Sehr durchwachsen. Liebe kann man nicht googeln ist das erste drittel des eBooks „Happy Valentine“, alle Parts sind aber voneinander unabhängig.
Ich mochte von vorneherein die Protagonistin nicht, was mich selbst sehr irritiert. Sie hängt, seit sie den Blog eröffnet hat, immer mehr im Internet herum, glaubt wirklich alles, was sie dort lesen kann, vernachlässigt dadurch ihre Arbeit und steigert sich in Kleinigkeiten hinein, die Björn angehen. Ihr Facebookprofil ändert sie nur für ihn, damit sie für ihn interessant wirkt, achtet total darauf, mit wem er bei Facebook befreundet ist und warum er nicht seine Freundin in der Freundesliste drin hat. Also prinzipiell kann ich sie ein bisschen verstehen, sie möchte wenigstens wissen, mit wem sie zu tun hat. Aber man stalkt dann doch nicht jeden Tag 100x im Internet? Ich weiß selbst, wie man sich in Kleinigkeiten reinsteigern kann, doch selbst ich finde das immer übertrieben. Zumal auch ein Facebook-Profil nicht immer das aussagt, wie Personen wirklich sind, so wie man das eben bei Lea sehen kann.
Sie orientiert sich nur noch an Dinge, die vielleicht angesagt sind, aber irgendwie, finde ich, bleibt ihr eigener Charakter auf der Strecke und sie versucht jemand zu sein, den sie nie verkörpern kann und will. Wobei das echt das falscheste ist, was man machen kann, wenn man jemanden kennenlernen oder einem gefallen will.
Ich finde es auch sehr grenzwertig, wenn man während eines Gesprächs dann tatsächlich bloggt, was gerade passiert. Vor allem, wenn man gerade mit jemandem zusammen ist, den man so toll findet. Die andere Person findet das nämlich offensichtlich nicht so toll, wie Lea das auch bemerken musste. Mehrmals. Nur ist es ihr scheinbar egal und sie beschwert sich noch eher darüber, dass sie von ihren Freunden angemeckert wird, statt sich zu Herzen zu nehmen, was sie denken. Dass das böse ausgehen kann, merkt sie auch.
Ich finde es auch irgendwie komisch, dass sie sich tatsächlich vor ihren Eltern versteckt. Dass sie ihnen einfach nicht die Wahrheit darüber sagt, dass sie nicht mehr mit Karsten zusammen ist und dass sie auch ihren Job geschmissen hat, weil sie unglücklich damit war. Nicht jede Eltern-Kind-Beziehung ist gut und schön, aber man sollte trotzdem als Erwachsene in der Lage sein, seine Entscheidungen mitzuteilen und die Eltern nicht auch noch anzulügen. Selbst Lea musste feststellen, dass es nicht so schlimm war, wie sie dachte.
Weg von der Protagonistin, ich glaube, es ist klar geworden, dass ich sie nicht leiden kann. Wobei ich finde, dass man sehr spät erst erfährt, wie sie heißt.
Was ich sehr irritierend fand, war, dass fast alle Freundinnen von Lea irgendeinen Namen mit C haben. Und selbst die (Ex-)Chefin hatte ebenfalls einen Namen mit C. Bevor ich mich da irgendwie eingelesen hatte, wusste ich gar nicht, um wen es sich gerade handelt. Cora heißt die Freundin, die heiraten wird und mitten in den Vorbereitungen steckt. Cordula heißt die Chefin der Grace, bei der Lea anfangs arbeitet. Nicht zu vergessen Charlotte, die beste Freundin von Lea. Die einzige, die ein bisschen da heraussticht, das wäre dann Janina. Aber gut, irgendwie habe ich es dann nachher doch geschafft, sie auseinander zu halten.
Die Freundinnen an sich sind auch sehr... krass. Eine heiratet, dreht dabei völlig durch, quasi so das Brautmonster schlechthin. Gut, Hochzeiten zu organisieren ist auch echt nicht leicht. Dazu kommt aber dann die andere, die sich durch die Männergeschichte durchschläft und dabei sogar aufgehört hat zu zählen, quasi ein weiblicher Barney Stinson (aus How I met your mother, für alle die, die ihn nicht kennen). Und dann noch die letzte, die meint, ach so schlaue Tipps zu geben, die aber meiner Meinung nach ziemlich daneben sind. Rein von diesen Dingen betrachtet sind sie irgendwie chaotisch, aber ich musste feststellen, dass zumindest zwei von denen echt gute Freundinnen sind, weil sie in der Not da sind. Von Cora erfährt man leider nicht mehr, als dass sie durchdreht. Also kann man aber schon mal über diese „Macken“ oder wie man es nennen mag hinwegsehen, denn ob du auf sie zählen kannst, darauf kommt es an.
Das Ende ist einfach so... unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so passieren könnte. Ich habe mich sogar ein klein wenig darüber aufgeregt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Leas Handlungen im Endeffekt keine dauerhaften Auswirkungen mit sich trägt. Sie hat zwar die Retoure dafür bekommen, aber das soll es gewesen sein? Echt? Ist zwar auch nicht so ohne gewesen und das war das erste mal, dass ich mitgefühlt habe, weil es ihr richtig schlecht ging, aber dann wird wieder alles gut? Ein großer Knall und alles ist vergessen? Finde ich sehr seltsam ehrlich gesagt. Vor allem, weil die ganze Wahrheit herausgekommen ist. Wie viel Mist sie eigentlich gebaut hat. Dass das Thema dann einfach abgehakt wird nach einiger Zeit, naja.
Mein Tipp: Also ich hoffe einfach mal, dass es von der Autorin gewollt war, dass man merkt, wie sehr man heutzutage ins Internet versinkt und das dann zumindest stückweit eingrenzt. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen, denn sonst wäre es echt zu nervig. Generell, dadurch, dass ich die Protagonistin nicht so super toll finde, wurde für mich alles ziemlich langatmig und teils auch langweilig. Es ließ sich leider aus genannten Gründen nicht so flüssig lesen. Der erste Teil des eBooks war schon mal ein ziemlicher Reinfall, ehrlich gesagt. 1 von 3 lohnt sich schon mal nicht.



2. Teil: Elke Mascha Blankenburg "Tastenfieber und Liebeslust"
Inhalt:
Eva ist schon 64 (?) und wohnt erst seit kurzem in Berlin. In einer Zeitung gibt sie eine Annonce auf, in der sie sich ein wenig beschreibt und nach einem Stadtführer sucht, damit sie ein bisschen mehr über ihre neue Heimatstadt erfahren kann. Schnell lernt sie Maximilian kennen, mit dem sie sich auch trifft. Nur dass daraus keine Stadtführung entspringt, sondern eine Beziehung, die beide eigentlich nicht geplant hatten. Sie tauschen immer wieder E-Mails aus, schreiben sich Briefe und treffen sich. Aber in ihrem Alter ist es nicht ganz so einfach, wieder eine neue Beziehung anzufangen.

Meine Meinung:
Mich nervt auch dieser Teil ziemlich. Eva ist gebildet, eine ausgezeichnete Pianistin und bewegt sich auch in entsprechenden Kreisen. Und artikuliert sich dementsprechend. Was mich tierisch nervt. Ich kann mich darum nicht so ganz einfühlen in das, was da alles passieren soll. Man liest zudem nur den Schriftverkehr im Internet, die ganzen E-Mails, die Eva und Max austauschen, aber zwischendurch auch ein oder zwei, die Eva an ihre Freundin Regina schickt und auch welche von ihr erhält. Aber man erfährt einfach nichts von den Treffen, was da alles passiert, wie es genau verläuft, wenn beide irgendwohin fahren, egal ob alleine oder zusammen. Man erfährt nur das, was sie miteinander austauschen, wenn sie miteinander diskutieren usw. Eva ist meiner Meinung nach auch ziemlich anstrengend. Sie versteht zunächst einfach keinen Humor, nimmt generell alles viel zu ernst und lacht zu wenig. Max ist eher das Gegenteil, nimmt alles mit Humor, macht seine Späße über jedes Thema und das führt oft zu Konflikten, die sie schriftlich ausführen. Dadurch, dass sie auch so viel schreiben, bekommen beide viel zu viel in den falschen Hals und manchmal habe ich mich gefragt, warum sie sich nicht dafür treffen, um zu reden, was viel einfacher wäre und einiges besser machen würde als das stumpfe Schreiben. Besonders irritierend war, dass sie sich schreiben, während sie gemeinsam in einem Haus sind. Natürlich würde man sonst nichts mehr von den beiden mitbekommen, aber es ist doch genauso schwachsinnig. Statt einfach die Treppe runter zu gehen und miteinander zu sprechen. Es gibt nur eine einzige Situation, in der man bei einem Treffen als Dritter dabei sein kann. In der Passage kann man sich dann ausnahmsweise ein Bild davon machen, was da gerade passiert.
Eva gefällt mir im Allgemeinen irgendwie nicht so. Für mich ist sie sehr diskussionsbedürftig, sie versteht kaum Witze und das macht einiges ziemlich schwierig, für sie und auch für Max. Außerdem finde ich sie sehr prüde, sie will zunächst auch nicht, dass irgendwelche „Verbalerotik“, wie sie das nennt, in die E-Mails einfließt. Ich gebe ihr auch recht, manche Dinge, die ihr entgegen kamen, waren geschmacklos. Manches aber auch eher harmlos. Das führt natürlich ebenfalls wieder zur Diskussion. Und Zweifeln.
Max ist zwar auch gebildet und drückt sich so auch aus, aber ich muss Eva, wie gesagt, auch recht geben, er kann ebenfalls sehr geschmacklos sein. Es geht oft in seinen Mails darum, dass er so eine Lust auf sie hätte, wie es sich in seiner Hose regt etc. Das nervt mich genauso. Ist ja schön, dass seine Liebe und Lust wieder entflammt sind, aber ständig davon zu erzählen, ist auch nicht so die Lösung. Manchmal glaube ich auch, dass sein Frauenbild sehr konservativ ist. Einfach, weil er bestimmt und sie zu gehorchen hat. Er will sie in engen Kleidern sehen, die absolut nicht ihr Stil sind, was sie ihm auch öfter gesagt hat, will unbedingt Ausschnitt, will mit ihrem Aussehen angeben etc. Kann man alles machen, aber wenn die Frau das nicht möchte, ist das so. Teilweise glaube ich, dass er das nicht akzeptieren will. Er sagt zwar immer, er wäre ihr Diener und Knecht, aber eher im Gegenteil. Er will ihr vorschreiben, was sie tun sollte. Dagegen weigert sie sich auch erst, aber irgendwann glaube ich, dass sie das einfach aufgibt oder zumindest anfängt, das zu akzeptieren. Was für mich echt furchtbar ist, dass er öfter „ficken“ schreibt, was nicht gerade angemessen ist, sowohl im Kontext, als auch allgemein. Ich finde, da hätte überall auch das normale Wort Sex gepasst und wäre nicht so eklig.
Mein Tipp:
Das einzig gute ist, dass man sehen kann, dass man auch später noch Liebe finden und die auch sehr aktiv sein kann. Außerdem entwickelt man sich gemeinsam mit dem Partner, Eva wird zum Beispiel lockerer. Aber alles andere nervt mich tierisch. Man bekommt nur was vom Schriftverkehr mit, aber es gibt keine gescheite Handlung, in die man einsteigen könnte. Keine Umgebung, in die man sich teleportieren, keine Charaktere, mit denen man sich identifizieren, kein Leben, in das man einsteigen könnte. Das macht alles sehr stumpf und langweilig, außerdem durch die bestimmte Wortwahl mühsam und noch langweiliger. Nach jeder Seite zu hoffen, dass man endlich am Ende ankommt, ist nicht gerade Sinn der Sache. Ich kann es nicht empfehlen. Es soll zudem einen zweiten Teil dazu geben. Wenn der genauso ist wie der erste, werde ich den bestimmt nicht lesen.



3. Teil: Tamara Wernli "Blind Date mit Folgen"
Inhalt:
Maira lebt in Zürich und arbeitet erfolgreich als Kolumnistin. Seit Jahren trauert sie ihrem ehemals Verlobten Yaron nach, der bei einer Explosion im Krieg in Israel ums Leben gekommen war. Die ganzen Erinnerungen mit ihm hatte sie noch bei sich behalten, sie kann selbst heute nicht loslassen. Eve, ihre beste Freundin, rät ihr, sich endlich wieder unter Menschen zu begeben, schließlich hatte Maira außer sie und Sven niemand anderes. So beschließt sich Maira, sich in einem Chatportal einzuloggen und dort ganz unverfänglich nach jemandem zu suchen, mit dem sie sich unterhalten könnte. FEUER33 heißt also der „Auserwählte“, mit dem sie zu chatten beginnt. Die beiden sind ehrlich zueinander, sie erfährt, dass er verheiratet ist. Doch trotz allem fasziniert der Kerl sie irgendwie und sie verabreden sich tatsächlich in einem Hotel. Mit Eve hatte sie abgesprochen, dass sie sich zwischendurch immer wieder meldet, damit sie weiß, dass alles in Ordnung ist und sie sich keine Sorgen machen muss, man weiß ja nie, wenn man jemanden nur aus dem Internet kennt. Sie weiß seinen Namen nicht, kennt nicht sein Aussehen und hat absolut keine Ahnung, was durch das Date alles ans Tageslicht kommt. Und dass man anscheinend auch den Menschen nicht trauen kann, bei denen man dachte, dass man sie eigentlich kennt.
Alex verzieht sich gerne in sein Arbeitszimmer. Sein Rückzugsort ist sein Computer, an dem er immer sitzt, wenn er der Arbeit und der Familie entgehen will. Damit er sich ablenken kann, chattet er gerne mit anderen Menschen, ohne irgendwie etwas zu erwarten. Bis er dann eines Tages auf SECRETS trifft, die ihn doch mehr zu reizen scheint, als er sich eigentlich eingestehen will. Er war seiner Frau Deborah bisher immer treu, will es auch bleiben, schließlich haben sie einen gemeinsamen Sohn und zusätzlich einen Ruf zu verlieren, denn er besitzt eine eigene Firma und Deborah ist auch sehr erfolgreich in ihrem Beruf. Trotzdem reizt ihn der Gedanke, dass er sich mit einer Internetbekanntschaft treffen könnte. Dass er nicht nur seine Familie riskiert, weiß er. Dass aber hinter dem Treffen mehr steckt, weiß er nicht.

Meine Meinung:
Anfangs war es sehr mühselig, einzusteigen und überhaupt die Motivation zum lesen zu finden, weil erst einmal nichts spannendes passiert und vor allem, weil die vorherigen Teile mich nicht sonderlich überzeugt haben und ich keine Erwartungen mehr hatte. Zumal man die Situationen bis zu einem gewissen Punkt sogar vorhersehen konnte, was es noch unspannender machte. Ab dem Blind Date verändert sich aber wirklich alles und nichts kann man noch ahnen, was passieren könnte, weil man einfach nicht damit rechnen kann. Ab da wird es dann wirklich spannend, weil ich nicht mal in irgendeiner Weise daran gedacht hatte. Meine Vermutungen, wie es bis zum Schluss weiter geht, wurden mit jeder neuen Seite zerschlagen. Was sich anfangs wie Kaugummi gezogen hatte, sog ich nachher mit Neugierde in mich hinein, das Lesen wurde immer flüssiger. Bis das Ende kam, was ich überhaupt nicht gedacht hätte und was mir einen kleinen bitteren Beigeschmack bereitet hatte, weil ich es mir anders erhofft und gewünscht hatte. Wobei ich die Entscheidungen, die getroffen werden, auch andersherum gut verstehen kann. Nun aber zu den Charakteren, die ich generell viel besser finde als in den anderen Teilen:
Maira ist sehr alleine und verzweifelt, ich meine, wenn die erste große Liebe plötzlich im Krieg stirbt, ist man natürlich total zerstört, man kann sich nicht gescheit verabschieden, selbst bei einer Beerdigung nicht. Sie ist aber so oder so lieber für sich oder bei ihren besten Freunden, meine Einschätzung ist, dass sie platonische oder oberflächliche Beziehungen zu Menschen weniger mag als die engen Beziehungen, in denen man wirklich alles offenbaren kann (damit kann ich mich gut identifizieren). Sie folgt aber trotzdem immer ihrem Herzen, was sie für richtig hält und was nicht.
Eve ist manchmal ein bisschen anstrengend, verglichen aber mit den anderen beiden Teilen aus dem Buch ist das ein typischer Charakter: sie nimmt sich viele Verehrer zum Freund oder nicht mal das, takelt sich gerne auf und ist eher mit Beziehungen nicht so zufrieden, bis „der Eine“ kommt, mit dem es anscheinend derzeit gut läuft. Als beste Freundin macht sie ihren Job aber gut, sie ist eher der skeptische Typ, sie möchte ihrer Freundin durch Ehrlichkeit ins Grübeln bringen. Ob Mairas Entscheidungen richtig oder die Menschen, mit denen sie Kontakt aufnimmt (Feuer33), auch gut genug für Maira sind. Zwar tut sie ihr mit der Ehrlichkeit auch oft genug weh, aber Maira denkt wenigstens mehrmals über ihre Aktionen nach, bevor sie handelt.
Sven kann ich gar nicht leiden. Man merkt anfangs gar nicht, was für ein Mensch er wirklich ist, er kümmert sich um Maira wie ein Bruder. Man merkt aber ganz shnell, dass er in sie verliebt ist, wobei ich nicht verstanden habe, warum Maira das nicht mitbekommen hat, so offensichtlich war das eigentlich schon. Dann jedoch erfährt man auch seine Geschichte. Er ist besessen von Maira, seit Jahren, er lässt ihr zwar süße Aufmerksamkeiten zukommen und tut so, als ob er der nette Zuhörer wäre, dabei verraten seine Gedanken den wahren Hintergrund und was er eigentlich lieber tun würde, statt sich wie ein Bruder zu verhalten. Er muss sich sogar selbst verletzen, damit er die Beherrschung nicht verliert, was meiner Meinung nach einiges über ihn verrät. Dann schmiedet er perfide Pläne, damit er Maira für sich gewinnen kann, die einfach total krank sind. Hilfe, er hat mich so aufgeregt, ich wäre am liebsten in die Geschichte gesprungen und wäre ihm an die Gurgel gegangen.
Alex fand ich anfangs auch sehr komisch, weil er sich selbst irgendwie einredete, dass er niemals fremd gehen würde, aber sich trotzdem mit dieser Frau trifft. Er belügt seine Frau, was er eigentlich nie machen wollte und bisher auch noch nie gemacht hatte – was sie natürlich merkt – und fährt nach München, um sich mit einer anderen zu treffen. Auch wenn er sehr asozial klingt, ist er aber prinzipiell der interessanteste Charakter im Roman.
Deborah ist mit Alex verheiratet und selbst sehr erfolgreich; ihre Eltern sind reich, aber gerade deswegen musste sie sich Respekt und Anerkennung erarbeiten, damit sie nicht immer nur als reiches, dummes Püppchen angesehen wird. Sie lässt ihrem Mann die Privatsphäre und versteht auch, dass er an seinem Computer sitzt, damit er dem Stress entfliehen kann. Dennoch ist sie nicht so dumm, dass sie nicht mitbekommt, dass in ihrer Ehe etwas schief läuft. Und gut ist definitiv, wie sie sich um ihren Sohn kümmert und dass sie ebenfalls ihrem Herzen folgt, was sie tun soll und was nicht,
Mein Tipp: Anfangs war es schon ziemlich "klischeehaft", wenn man das so sagen kann. Es war mühselig, durch zu kommen, aber es hat nachher wirklich gut funktioniert. Der dritte Teil hob sich wirklich stark von den anderen beiden ab. Das Ende war, wie erwähnt, unvorhergesehen und ich habe es mir anders gewünscht, aber ich kann es irgendwie trotzdem verstehen.


Gesamtes Fazit: Auch wenn der dritte Teil gut war und mich berührt hat, würde ich es nicht weiterempfehlen, weil meiner Meinung nach der Preis nicht lohnt für die "Länge" des dritten Teils, der sich im Endeffekt relativ schnell lesen lässt.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Filmrezension "Assassin's Creed"

FSK: 16
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2016
Länge: 116 Minuten
Kosten: noch nicht erschienen


Ich habe mir den Film vor zwei Wochen angesehen und muss ihn in zwei verschiedenen Weisen sehen und rezensieren. Zum einen sehe ich den Film an sich, zum anderen werde ich ihn mit den Spielen vergleichen. Nehmt es mir nicht übel, es ist aber meiner Meinung nach angebracht, weil man automatisch vergleicht, wenn ein Film zum Spiel erscheint, genauso wie wenn ein Buch verfilmt wird. Die Erwartungen spielen dabei eine große Rolle, finde ich. Ich versuche das immer ein bisschen zu kennzeichnen, wenn ich vergleiche, damit man das auch überspringen kann, wenn man will. Hinweis: Die Bezüge zu den Spielen basieren auf den Teilen I-IV und Revelations, die ich auf der Playstation gespielt habe.

An sich war der Film wirklich gut und ich erwarte auch eine Fortsetzung, die ich mir gerne ansehen werde. Callum Lynch, der Assassine, den wir begleiten dürfen, musste schon früh damit umgehen, wie es ist, ständig auf der Flucht vor den Templern zu sein. Bis eines Tages sein Vater seine Mutter ermordete und Callum alleine fliehen musste. Von da an führte er ein kriminelles Leben, was mit der Todesstrafe endete. Als er jedoch nach der Injektion wieder aufwachte, war er an einem Ort, den er noch nie gesehen hatte. Abstergo Industries hatte ihn bei sich aufgenommen und in den Animus gesteckt, genau wie viele andere, die ebenfalls dort leben. Was aber dahinter steckt, dass er das Leben einer seiner Vorfahren in Spanien nacherleben sollte, merkt er früh genug. Trotz aller Warnungen der anderen Assassinen macht er aber weiter und hat keine Ahnung, was er damit auslöst.
Abstergo Industries wurde sehr pompös gestaltet. Ein großes Areal, viel Platz, aber natürlich eine karge Einrichtung für die Assassinen, sie sind ja nur Mittel zum Zweck. Kennt man ja auch aus dem Spiel. Nur, dass die Anstalt generell anders gestaltet wurde. Aber das ist okay Das Leben der Vorfahren von Desmond spielte sich teilweise in Spanien ab, aber soweit ich mich erinnere, lebten sie nicht direkt da. Das Essentielle an Abstergo ist schließlich der Animus, sehr faszinierend. Es gibt eine Spritze in den Nacken und eine Art Gürtel umgeschnallt, der an einem riesigen Arm befestigt ist. Dieser sorgt dafür, dass man sich frei bewegen kann: Wenn Callum klettert, hebt die Maschine ihn nach oben, dass er wirklich dieses Gefühl der Höhe hat und alles richtig nacherleben kann. Wenn er auf den Boden fällt, wird eben auch das simuliert, Man sieht mit ihm das damalige Leben, manchmal wird aber auch in die Gegenwart gesprungen, dass man erkennt, wie Callum sich im Raum bewegt und die Schatten der Vergangenheit um ihn herum agieren. Man sieht also in der Gegenwart nur die Dinge, die in seiner unmittelbaren Umgebung sind und nicht das, was weiter weg von ihm steht, liegt etc.
Verglichen mit dem Spiel ist das natürlich total anders. Der Animus ist eine Art Liege, in der man sich nicht bewegt. Man schläft quasi die ganze Zeit, nur dass man sich nicht erholt, sondern nach Sitzungen total erschöpft ist, vor allem je nach Dauer. Was Desmond, der Hauptcharakter, dann sieht, wird auf Monitore projiziert, damit andere alles mitverfolgen können. Er floh mit einer getarnten Assassinin, die dort arbeitete, von Abstergo und sie machten mit zwei Freunden weiter, mit einer verbesserten Version des Animus'. Damit der Edenapfel, ein mächtiges Artefakt, das den Willen der Menschheit manipuliert, nicht in die Hände der Templer fällt. Die Mission ist von Anfang an klar: in die Rolle des Vorfahren schlüpfen, um herauszufinden, wo der Apfel versteckt ist.
Callum ist sehr hin- und hergerissen. Er weiß erst nicht, warum er überhaupt das ganze Prozedere mitmachen muss, aber da ihm versprochen wurde, dass er ein neues Leben unter anderem Namen anfangen kann, wenn er das tut, was sie wollen, Er könnte einfach wieder von vorne anfangen. Mit und mit erfährt er aber die Gründe von Abstergo, nur dass es ihn einfach nicht interessiert. Selbst nach Gesprächen mit den anderen Assassinen. *Achtung! Spoiler* Nachdem er seinen Vater getroffen hat, der auch in dieser Anstalt festsitzt, sich aber weigert, den Templern zu helfen, rebelliert Callum gegen seinen Vater, der ihm den wahren Grund genannt hat, warum er seine Mutter tötete. Somit half er Abstergo zunächst und merkte zu spät, was er eigentlich angestellt hatte und dass er niemals in Freiheit leben wird.
Diese Unentschlossenheit bzw. diese Gleichgültigkeit hat mich ziemlich genervt. Er wusste, dass es nichts gutes heißt, wenn jemand die Macht des Edensplitters, in diesem Fall den Apfel, besitzt. Und trotzdem macht er weiter.
Desmond war von Anfang an anders. Er hat sich nicht lange damit aufgehalten, auf welcher Seite er stehen soll, sondern wusste direkt, dass niemand den Edenapfel besitzen sollte. Er führte genauso ein schlechtes Leben, aber fackelte nicht lange, sich für das richtige zu entscheiden. Diese Entschlossenheit gefällt mir definitiv besser.
Der Verlauf der Story war zum Schluss hin teils vorhersehbar. Und meiner Meinung nach irgendwie nicht ganz so clever, wie man es vielleicht hätte umsetzen können. Trotzdem ändert das nichts an meiner Meinung, dass der Film an sich, ohne zu vergleichen, wirklich gelungen ist. Es hat Spaß gemacht und war faszinierend zu sehen, wie man eine Technologie benutzt, die einen in das Leben eines Vorfahren katapultiert und einen das auch wirklich nachfühlen lässt, indem man tatsächlich durch den Raum fliegt. Auch diese Schatten der Vergangenheit, die man dann in der Gegenwart in Callums Umgebung sehen kann und wie er wirklich in der ganzen Sache drin ist, war genauso super anzusehen. Callum an sich fand ich teils aber anstrengend, teils war er ganz interessant vom Charakter her. Der Zusammenhalt zwischen den Assassinen hat mir auch super gefallen. So, wie es eben sein sollte.
Es war Spannung drin, Action und Emotion. Gut miteinander kombiniert. Ich würde gerne auch in den Animus steigen. Den Sickereffekt erleben. Nur nicht unbedingt die Schatten meiner Vorfahren auch sehen, wenn ich gar nicht mit dem Animus verbunden bin. :D
Also meiner Meinung nach ist er sehenswert und auch das Geld für die DVD kann man ausgeben. Natürlich ist es schöner, die Spiele vorher nicht gespielt zu haben, damit man nicht automatisch vergleicht, aber für mich macht das keinen Unterschied, was ich im Endeffekt von dem Film halte. So differenziert sollte man meiner Meinung nach immer vorgehen, auch bei Buchverfilmungen. ;)
~ Nisi

Donnerstag, 3. November 2016

House of Night

Eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Verrat und Wahnsinn.

Die Geschichte beginnt mit dem Buch Gezeichnet. Dort wird Zoe, Schülerin an einer High School, von einem Vampir "gezeichnet". Darauf hin hat sie nur kurze Zeit um in das House of Night zu gelangen andernfalls stirbt sie. Dort angekommen beginnt das Leben als Vampir und es verläuft anders als gedacht...

Als eine lustige Mischung zwischen Harry Potter und Twilight ist die 12 teilige Buchreihe ein muss für alle Fantasy-Liebhaber. Zu den Hauptbüchern gibt es allerdings 6 Nebenbücher. 4 Nebenbücher sind Storyübergreifend. Diese muss man nicht lesen aber die Hauptbücher nehmen darauf Bezug und so kann es sein, wenn man sie nicht liest, dass es zu kleinen Verwirrungen kommt. Die übrigen 2 Nebenbücher sind unabhängig und können nach Bedarf gelesen werden.
Wie jede längere Buchreihe die aus mehr als 3 Büchern besteht, gibt es auch hier ein bis zwei Stories die sehr schleppend sind. Da musste ich mich ein wenig durchkämpfen. Sonst sind die Bücher echt gut geschrieben. Was mir besonders gefällt ist, dass dort nicht schön gesprochen wird. Ein Fluch wie jeder ihn schon mal ausspricht wird dort auch so geschrieben. Es ist auch sehr Simpel verfasst und ein Rücklesen von Seiten ist nicht nötig, da man selbst nach längerer Pause, recht zügig wieder in die Story reinfindet.

Fazit:
Diese Geschichte ist einmal was ganz anderes als die Typischen "So wird man zum Vampir" oder "So wird man Magisch" da es komplett anders geschieht als bekannt. Empfehlenswert für jeden der ohne viel Nachzudenken mal ein Buch lesen möchte.

Autoren: P.C. und Kirsten Cast (Mutter und Tochter)
Verlag: Fischerverlage
Bildquelle Fischerverlage

~ArtbyMiJa