Mittwoch, 1. März 2017

Buchrezension "Dem Horizont so nah"

Genre: Roman
Autorin: Jessica Koch
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 6773
Kosten: 9,99€

Es überraschte mich nicht, dass ich immer noch an Dannys Seite war. Freiwillig würde ich diesen Mann im Leben nicht verlassen. Mit untrüglicher Sicherheit wusste ich, dass auch er mich niemals aus freien Stücken verlassen würde. Woher dieses Wissen kam, vermochte ich nicht zu sagen. Es war einfach da. So wie man weiß, dass man Luft zum Atmen braucht und dass die Sonne Wärme spendet. Zwar war mir bewusst, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis seine Vergangenheit uns einholen würde, aber ich wusste auch, dass wir ohne diese Vergangenheit niemals zueinandergefunden hätten.
Die Geschichte einer großen Liebe. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Schmerz, Verzweiflung und die Kraft loszulassen. Eine Geschichte aus dem wahren Leben.

Ich verzichte auf eine eigene Inhaltszusammenfassung, weil ich finde, dass diese hier von vorneherein genug sagt. Weil mir sonst der Bildschirm vor Tränen verschwimmt.
Ich muss ehrlich sagen, dieses Buch klingt erst wie eine saumäßig gut geschriebene Geschichte. Aber wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Nur dass ich nicht weiß, ob ich sie als beste oder traurigste beschreiben soll. Ich habe noch nie so viel gelacht und geweint. Manchmal auch beides zusammen.
Es ist super mutig, meiner Meinung nach, so eine Vergangenheit zu veröffentlichen. Einfach, weil man alles erneut erlebt, während man die ganzen Erinnerungen sammelt und niederbringt. Die ganze Freude, der ganze Schmerz, den man versuchte zu verdrängen. Und vor allem auch Themen aufzuwühlen, über die sich viel zu wenige Gedanken gemacht werden. Ich möchte nicht zu viel verraten, worum es dabei geht, weil es wirklich essentielle Dinge sind.
Aber genau diese Dinge brachten mich dazu, mein ganzes Leben zu überdenken. Meine Gedanken neu zu ordnen. Mir kam einfach alles so banal vor, meine eigenen Probleme so klein und total unnötig. Meine Gedanken verschwendet für Sachen, die es nicht wert waren, darüber nachzudenken. Und mir wurde bewusst, dass es viel zu viele Dunkelziffern gibt. Viel zu viel Unverständnis auf dieser Welt. Mir ist, als hätte ich alles selbst miterlebt. Ich spüre den Schmerz, die Zuneigung, die ganzen Gefühle, die Ducky bzw. Jessica gefühlt hat, sind ebenfalls in mir. Wobei ich auch sagen muss, dass man niemals das gleiche fühlen kann wie jemand, der das alles selbst durchgemacht hat.
Mehr kann und möchte ich nicht mehr sagen. Nichts anderes ging mir bisher so ans Herz wie diese Lebensgeschichte. Die es absolut wert ist, gelesen zu werden.

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